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Einstand mit Theater und Artistik

Einstand mit Theater und Artistik

Der Talentcampus, ein Zirkus- und Theaterworkshop für Kinder, ist das erste größere Projekt von Rüdiger Herres. Seit Januar ist der Wittlicher der neue Jugendpfleger in der Verbandsgemeinde Daun. Und er hat sich für seine Arbeit einiges vorgenommen.

Niederstadtfeld/Daun. Wie schafft man es, dass sich Kinder mit den Themen Nachhaltigkeit, Umwelt und Konsum beschäftigen? Man verpackt sie in ein Theaterstück und lässt die Kinder das Drehbuch erarbeiten. Im Rahmen des Talentcampus werden bis zu 55 Kinder aus der Verbandsgemeinde (VG) Daun zwischen zehn und 14 Jahren eigene Szenen entwickeln, Dialoge erarbeiten, Musikstücke und Artistik-Kunststücke einüben und an Bühnenbild und Technik arbeiten. In welchem Bereich sie dabei mitwirken wollen, können sie selbst entscheiden.
Vernetzung fördern


Mit dem derzeit laufenden Talentcampus in Niederstadtfeld stemmt Jugendpfleger Rüdiger Herres sein erstes großes Projekt. Im Januar hat er die Stelle in der VG Daun angetreten und ist über die Unterstützung seiner Kollegin im Freiwilligen Sozialen Jahr, Rebecca Steinhagen, sehr dankbar: "Da sie schon im vergangenen Jahr beim Talentcampus dabei war, weiß sie genau, was wir brauchen."
In den vergangenen Monaten habe er sich jedoch bereits ein gutes Bild von der bisherigen Jugendarbeit in der VG Daun machen können, erklärt Herres. Und daraus hat er auch schon Pläne abgeleitet: "Ich fände es toll, wenn alle, die hier in der Region Jugendarbeit anbieten, an einem Punkt zusammenkommen." Herres möchte die Vernetzung der einzelnen Akteure weiter vorantreiben. Auch beim Talentcampus, der inzwischen zum dritten Mal stattfindet, haben sich im Vergleich zum vergangenen Jahr einige Dinge geändert.
Musik in den Mittelpunkt


So sollen die musizierenden Kinder beispielsweise mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Außerdem verzichten die Veranstalter in diesem Jahr auf ein Übernachtungsangebot. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Kinder sich in dem Alter nachts noch nicht sicher genug fühlen."
Grundsätzlich aber sei die Veranstaltung für die Kinder eine positive Erfahrung. "Sie sehen jeden Tag, wie das Theaterstück Form annimmt und welchen Anteil sie selbst daran haben", erklärt Herres. Das stärke das Selbstbewusstsein. Auch wenn der Schreibtisch rund die Hälfte der Arbeitszeit dominiert, versucht Herres so oft wie möglich, in den direkten Kontakt mit den Jugendlichen zu treten. Schließlich hat er sich deshalb um diese Stelle beworben, denn: "Es macht mir Spaß, an die Jugendlichen heranzukommen und herauszufinden, was sie bewegt." Dadurch könne er "immer am Puls der Zeit bleiben".
Eine Umfrage unter 2500 Schülern hat ergeben, dass sie eher beabsichtigen, hier zu bleiben, wenn sie sich in der Jugend hier wohlgefühlt und ehrenamtlich engagiert haben. "Dazu müssen wir attraktive Strukturen schaffen", erklärt Herres etwas plakativ. Damit meint er Angebote zum einen im erlebnispädagogischen Bereich (also zum Beispiel Ferienfreizeiten), zum anderen im qualifizierenden Bereich - also Fortbildungen für diejenigen, die haupt- oder ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind.
Extra

Der Talentcampus "Wir gestalten Zukunft - aktiv, kreativ und nachhaltig" wird vom Deutschen Volkshochschulverband finanziert und ist Teil des Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Es handelt sich dabei um ein bundesweites Ferienbildungsprogramm. In Rheinland-Pfalz gibt es fünf Projekte. Vier Tage lang erarbeiten die Kinder ein Programm zum vorgegebenen Thema. Am Freitagabend führen sie ihr Stück ab 17 Uhr auf dem Schulgelände der Grund- und Hauptschule in Niederstadtfeld auf. Besucher sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. cliExtra

 Jugendpfleger Rüdiger Herres und FSJlerin Rebecca Steinhagen. TV-Foto: Christina Libeaux
Jugendpfleger Rüdiger Herres und FSJlerin Rebecca Steinhagen. TV-Foto: Christina Libeaux Foto: (e_daun )

Rüdiger Herres kommt aus Wittlich. Er ist gelernter Gärtner und hat Soziale Arbeit an der Hochschule Hildesheim bei Hannover studiert. Der 35-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. In seiner Freizeit kümmert er sich gerne um den Garten seines Hauses in Bengel bei Wittlich. cli