Einsturzgefahr

GEROLSTEIN. (es) Während des Internationalen Jugend-Workshop 2006 arbeitete eine Gruppe Jugendlicher an der Rother Eishöhle. Dabei wurde festgestellt, dass sich Steine an der Höhlendecke gelöst und Risse in den Wänden entstanden waren.

Die Arbeitsmaßnahmen wurden abgebrochen und der Höhleneingang aus Sicherheitsgründen gesperrt. Fachleute sollen jetzt prüfen, welche Maßnahmen notwendig sind, damit die Höhle wieder zum Begehen freigegeben werden kann oder ob sie gesperrt bleiben muss, erklärt Edgar Weis von der Verbandsgemeinde-Verwaltung Gerolstein. Dazu werde man jetzt Angebote einholen. Die Rother Eishöhle ist ein steil abfallender unterirdischer Gang, in dem sich das ganze Jahr über Eis befindet. Die Eisbildung beruht auf dem physikalischen Gesetz, wonach kalte Luft schwerer ist als warme. Da das Innere der Höhle keine Luftzirkulation aufweist und zudem wesentlich tiefer liegt als der Höhleneingang, kann die im Winter einfallende kalte Luft während der warmen Jahreszeit nicht zum Höhleneingang aufsteigen. Begünstig wird die Eiskonservierung durch die isolierende Wirkung des Vulkangesteins und des Laubwaldes sowie durch die abseitige Nordlage des Höhleneinganges. Die Jahresdurchschnittstemperatur in der Höhle beträgt null Grad. Die Eishöhle bei Roth war schon den Kurfürsten von Köln bekannt, die im 17. Jahrhundert von hier Eis holten, um ihre Speisen und Getränke zu kühlen. Zum Aachener Kongress 1815 wurde aus diesem Grund Eis aus der Höhle nach Aachen transportiert.