"Elementare Bedeutung"

Auch wenn sich die Finanzierung der Erweiterung der Rennstrecke schwieriger gestaltet hat als noch vor Monaten behauptet, hat der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Hermann-Josef Romes, keine Sorge um das Projekt.

Nürburgring/Daun/Adenau. (sts/HG) Als Anfang Oktober 2008 der Spatenstich für das Feriendorf "Grüne Hölle" am Nürburgring vollzogen wurde, hatte Landes-Finanzminister Ingolf Deubel (SPD) erklärt: "Hier wird nicht gezockt, sondern solide gearbeitet. Alles ist solide finanziert, die internationale Finanzkrise wird uns nicht treffen."

Wenige Monate später ist klar, dass die Finanzierung des Projekts "Nürburgring 2009" mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von 215 Millionen Euro nur mit Unterstützung des Landes gesichert werden konnte.

Das Land hat dem einzigen Privatinvestor, der Mediinvest GmbH (Düsseldorf), der eine Beteiligung von 80 Millionen Euro zugesagt hatte, offenbar mit wesentlich höheren Beträgen geholfen als vermutet. Nach Informationen des Trierischen Volksfreunds wurden direkt oder per Kredit 42 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, weil Mediinvest bei der Finanzierung ihrer Projekte offenbar Schwierigkeiten mit ihrer Hausbank bekam.

Ungeachtet der Finanzierungsprobleme sieht der Landrat des Kreises Vulkaneifel, Heinz Onnertz, das Projekt "grundsätzlich positiv". "Ich freue mich, wenn in der Eifel und in die Eifel investiert wird, damit mehr Besucher zu uns kommen und langfristig Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden", erklärte er auf TV-Anfrage.

Über die finanziellen Schwierigkeiten wollte Onnertz aber nicht spekulieren: "Mein Glaube hilft in diesem Zusammenhang keinem. Mein Wissen tendiert bei diesem Thema gegen Null. Ich war und bin in Investitionsfragen am Nürburgring nicht eingebunden."

Hermann-Josef Romes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, in der der Nürburgring liegt, hat keine Sorge, dass die Projekte nicht realisiert werden. Detailkenntnisse über die Finanzierung habe er nicht, da dies Aufgabe des Landes und des Kreises Ahrweiler als Träger der Nürburgring GmbH sei.

Die Umsetzung von "Nürburgring 2009" sei von elementarer Bedeutung für die Entwicklung der gesamten Region rund um die Rennstrecke. Romes räumt allerdings ebenfalls ein, dass die nun offenbar gewordenen Finanzierungsschwierigkeiten durchaus ein "Glaubwürdigkeitsproblem" mit sich bringen, mit dem sich künftig auch die Kommunalpolitik auseinandersetzen müsse.

Siehe auch Seite 5.