Ellscheider Familie zieht Rehkitz auf

Ellscheider Familie zieht Rehkitz auf

Die Familie Ackermann auf dem Waldhof in Ellscheid ist um ein Mitglied reicher geworden. Das junge Rehkitz Mia hat sich zu der fünfköpfigen Familie gesellt. Ernst und Anita Ackermann sowie Tochter Isabel sind für das Tier zu Bezugspersonen und Ersatzeltern geworden. Zur Freude aller gedeiht Mia prächtig.

Ellscheid. Erst eine Woche war das Kitz alt, als es zu Familie Ackermann gebracht wurde. Passanten hatten es allein im Wald gefunden.
"Ein Kitz soll man normalerweise unbedingt liegen lassen, denn die Ricke hat es abgelegt und steht in der Nähe", weiß Anita Ackermann, die als Jägerin über die richtige Aufzucht informiert ist.
Der Findling wurde Mia getauft, und bald wird ein Schild "Mia crossing" mit einem Wildwechselsymbol an der Straße am Hof angebracht. Das hat der Jagdpächter zum besonderen Ereignis der Familie geschenkt.
Wettlauf mit den Hunden



"Anfangs wurde das Reh in einer Waschbütt im Schlafzimmer oder der Küche aufbewahrt, und wenn es heiß ist, kommt es immer wieder in die Wohnung zurück. Sonst läuft es grenzenlos frei auf dem Gehöft herum und unser Collie Luna und der Labrador Josie laufen mit ihm um die Wette im Hof und auf der Wiese herum, begleitet von Jana, dem Hund des Nachbarn, oder sie liegen zusammen auf einer Decke. Sie alle sind beste Freunde geworden und bilden ein tolles Quartett", berichtet Ackermann erfreut.
Die begeisterten Nachbarn werden ebenfalls das Tier in die Pflege nehmen, damit nichts passiert, wenn die Treibjagd beginnt.
Anfangs verlor Mia Haare. Dann stellte Ackermann nach Rücksprache mit einem Veterinär in Bitburg die Nahrung um, die tagsüber und nachts alle zwei Stunden mit der Babyflasche verabreicht wurde.
Gefüttert wird das Kitz mit Lämmermilch, die zehnprozentige Kondensmilch, Kohle und ungedüngte Erde enthält. Natürlich beteiligt sich Tochter Isabel auch Tag und Nacht an der Aufzucht ihrer "wilden Freundin".
Munter, aber noch schwach


Fremden gegenüber ist das Kitz noch sehr misstrauisch. Wenn Mia auf dem Gehöft nicht ihre Kurven dreht oder zur Mahlzeit in der Wohnung erscheint, macht sie es sich hinter einem schattigen, schützenden Weidenbusch hinter dem Stall bequem. "Ohne die Hilfe des Veterinärs mit Fachkompetenz wäre uns die Aufzucht nie gelungen", meint die Ellscheider Tierfreundin. "Es ist lustig, wenn Passanten zugucken und Radfahrer betrachten die Freundschaft zwischen Hund und Reh als Sensation", berichtet Ackermann und fährt fort: "Wenn Mia will, kann sie in der Familie bleiben, aber ihr Verbleib hängt von der nächsten Brunft ab!"
Auf jeden Fall bekommt Mia eine Ohrmarke, damit das Wild, das langsam seine typischen Kitzpunkte verliert, nicht erlegt wird. "Mia ist sehr munter, aber schwächer als ein Kitz in der Natur", weiß Ackermann.
Auch Isabels Klassenkameraden staunen über die Ereignisse im Waldhof Ackermann, wenn sie die spannende Haustiergeschichte erzählt.