Empörung über Diebstähle auf Friedhof

Schalkenmehren · Grabschmuck, Schalen, Gestecke, Kerzen und frische Blumensträuße: Darauf haben es der oder die Täter, die mehrfach auf dem Friedhof des Maardorfs auf Diebeszug waren, abgesehen. "Ein absolutes Unding", ärgert sich auch der Ortsbürgermeister.

Schalkenmehren. "Über einen längeren Zeitraum ist es auf dem Friedhof an der Weinfelder Kapelle wiederholt zu Diebstählen von Blumen, Gestecken und Kerzen gekommen. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizeiinspektion in Daun in Verbindung zu setzen." Für die, die nicht betroffen sind, ist es eine normale Polizeimeldung.
Nicht aber für die Familie Minden aus Schalkenmehren. Sie ist von den Diebstählen mit ihren Grabstätten auf dem Friedhof an der Kapelle oberhalb des Weinfelder Maars besonders betroffen. "Seit zwei Jahren nehmen die Diebstähle zu. Besonders im vergangenen Jahr wurde viel an Grabschmuck, Schalen, Gestecken, Kerzen sowie Blumensträußen gestohlen", berichten Ottmar (63) und Gaby Minden (61).
Für sie es unfassbar, dass sich jemand an einem Grab vergreift. "Der ideelle Wert der gestohlenen Sachen ist für uns sehr groß. Und grundsätzlich sollte niemand die Totenruhe stören", sagen die Mindens.
Deshalb haben sie gemeinsam mit anderen betroffenen Familien Anzeige erstattet.
Laut Polizeiinspektion Daun gibt es immer mal wieder solche Vorfälle auf Friedhöfen, nirgendwo sonst im Zuständigkeitsbereich (Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Hillesheim und Kelberg) passiere so etwas aber so oft wie in Schalkenmehren. Der Friedhof liegt nicht im Dorf selbst, sondern an der Kapelle am Weinfelder Maar.
Der Friedhof wird angesichts der exponierten Lage auch viel stärker besucht als andere. Nur die wenigsten der Besucher wollen tatsächlich zu einem Grab, sondern es sind Gäste, überwiegend Touristen, die sich die weit über die Eifel bekannte Kapelle und den Friedhof anschauen.
Ein solches Areal ist schwer zu kontrollieren: Das weiß auch Ortsbürgermeister Hans-Günter Schommers. Polizeistreifen fahren zwar regelmäßig vorbei, und Schommers schaut immer wieder nach dem Rechten auf dem Friedhof. "Aber man müsste schon jemanden auf frischer Tat ertappen", sagt der Ortsbürgermeister. Auch für ihn es ist ein "absolutes Unding", wenn sich an Gräbern vergriffen wird.
Familie Minden hat zur Selbsthilfe gegriffen und ein Schild in das Grabgebinde gestellt mit dem Hinweis, dass es sich beim Blumenstrauß um ein Geburtstagsgeschenk handelt, das "bitte nicht weggenommen werden soll". Mittlerweile ist ein Hinweis in einem anderen Blumenstrauß zu finden: "Sehr geehrter Dieb! Was hier zu sehen ist, wird aus Liebe und Respekt vor den Verstorbenen aufgestellt oder gepflanzt. Sollten Sie etwas entwenden, erinnern Sie sich daran und denken Sie darüber nach, welche Tat sie hier begehen! Sie werden eines Tages verstehen, dass es Ihnen kein Glück brachte!"
Die Mindens berichten, dass sie bislang erfolgreich waren mit ihrer Maßnahme: "Seit wir den Dieb mit unseren Schildern ansprechen, wurde nichts mehr vom Grab genommen."
Betroffen von den Diebstählen ist auch Karin Bartz (44). "Ich bin enttäuscht, traurig und auch hilflos. Wie kann man einem Menschen so etwas antun? Einem solchen Dieb sollten die Finger abfallen!" Alfons (64) und Inge Neroth (61) erinnern sich, dass vier oder fünf Blumensträuße spurlos verschwunden sind. Ihre Meinung: "Der Übeltäter müsste an den gestohlenen Pflanzen hängenbleiben!"
bs/sts

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