Endlich: Gerolstein ist ganz oben

Endlich: Gerolstein ist ganz oben

Für den Jugendhilfeausschuss des Kreises Vulkaneifel hat die Erneuerung der Leichtathletikanlagen auf dem Sportplatz in Gerolstein die höchste Priorität, was Sportstätten-Vorhaben angeht. Der TuS Daun hat es mit seinem Kunstrasenplatz-Projekt nicht auf die Liste geschafft, weil die Finanzierung nicht gesichert ist.

Daun/Gerolstein/Hillesheim. "Die scheinbar unendliche Geschichte kommt nun zu einem guten Ende", freut sich Georg Linnerth, der Vorsitzende des Sportvereins (SV) Gerolstein. Was die unendliche Geschichte ist? Jahrelang hatte sich der SV erfolglos darum bemüht, die marode Aschenlaufbahn in eine moderne Tartanbahn umbauen zu lassen. Im Frühjahr wurde der Knoten durchschlagen: Die weniger gut betuchte Stadt und die solventere Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein einigten sich nach langem Hin und Her darauf, dass die VG das Sportplatzareal am 1. Januar 2017 von der Stadt übernimmt. Nach dieser ersten Hürde ist nun die zweite genommen: Der Jugendhilfeausschuss (JHA) des Kreises Vulkaneifel hat das Vorhaben auf den ersten Platz der Prioritätenliste der Sportstättenprojekte gesetzt. Die Platzierung ist wichtig, denn in der Regel haben nur Projekte, die ganz oben auf der Liste stehen, Aussicht auf einen Zuschuss vom Land. Der wird ein wichtiger Baustein der Finanzierung sein, immerhin hofft man auf 232 000 Euro aus Mainz bei Gesamtkosten von 580 000 Euro.
Leichtathleten freuen sich


Vorgesehen ist, dass im kommenden Jahr die Tennenbahn in eine Tartananlage rund um den Rasenplatz umgewandelt wird sowie die Felder hinter den beiden Toren mit Tartanbelag versehen und mit neuer Weitsprunganlage und Kugelstoßring bestückt werden. "Besonders die Leichtathleten werden sich freuen", sagt der SV-Vorsitzende, der mit der generalsanierten Anlage die Hoffnung verbindet, dass man in Gerolstein an die guten, alten Leichtathletikzeiten anknüpfen kann. "Aber auch die übrigen Sportler des SV Gerolstein, andere Vereine des Gerolsteiner Landes und auch die Schüler der umliegenden Schulen werden von der Anlage profitieren", ist sich Linnerth sicher. Friedbert Wißkirchen (Daun), Vorsitzender des Sportkreises Vulkaneifel und JHA-Mitglied, befürwortet, dass Gerolstein ganz oben auf der Liste steht, denn das Projekt ist aus seiner Sicht "besonders dringlich". Und das schon seit Langem. Wißkirchen hatte den Zustand der Leichtathletikanlagen schon seit geraumer Zeit als "desolaten, unhaltbaren Zustand" bezeichnet.
Auf dem zweiten Platz der Prioritätenliste des Kreises steht ein - was das Investitionsvolumen angeht - deutlich größeres Vorhaben: der Neubau einer Sporthalle für die Realschule plus in Hillesheim. Geschätzte Kosten: rund 2,5 Millionen Euro. Allerdings sind noch viele Details zu klären, so schätzt denn auch die Bürgermeisterin der VG Hillesheim, Heike Bohn, das Vorhaben als "nicht akut" an. Sie sagt: "Wir wollen aber dranbleiben und greifen das Thema vielleicht in einem Jahr noch einmal auf."
Eingereicht, aber noch ohne Priorisierung, ist das Vorhaben des TuS Daun. Der Verein will, dass der erneuerungsbedürftige Hartplatz am Wehrbüsch zu einem Kunstrasenplatz umgebaut wird (geschätzte Kosten: rund 400 000 Euro).
Ein Befürworter des Projekts ist der Sportkreisvorsitzende. Er sagt: "Ich sehe das Bemühen des TuS 05 als richtig und sinnvoll an, da die Sportanlage am Wehrbüsch die mit der höchsten Nutzung im ganzen Kreis ist. Es gibt viele solche Plätze, die weniger genutzt werden. Wenn also noch ein Kunstrasenplatz, dann in Daun."
Allerdings erfüllt der Antrag des Vereins eine Voraussetzung nicht: die Sicherung der Finanzierung. Erst wenn die steht, hat das Projekt Aussicht auf Aufnahme in die Prioritätenliste.
"Hängen in der Luft"

Foto: (e_gero )
Während der Sportplatz in Gerolstein ein gutes Training ermöglicht, sind die Leichtathleten durch die maroden Anlagen seit Jahren deutlich eingeschränkt. Foto: (e_gero )


Wann das allerdings geschafft sein könnte, ist offen. "Ich habe Kreis, VG und die Stadt Daun angeschrieben mit der Bitte um Unterstützung, die wir ja unbedingt brauchen", sagt der Vorsitzende des TuS Daun, Frank Wieber. "Die Resonanz war aber leider gleich null. Deshalb hängen wir momentan in der Luft und wissen nicht, wie es weitergeht."
Grundsätzlich wertet Sportkreisvorsitzender Wißkirchen Zustand und Anzahl der Sportanlagen positiv: "Wir sind sehr gut ausgestattet im Kreis. Wenn die Vorhaben in Gerolstein und Daun umgesetzt sind, ist im Sportkreis Vulkaneifel alles geregelt."