"Endlich ist mal was los im Dorf"

"Endlich ist mal was los im Dorf"

HILLESHEIM/NIEDERBETTINGEN. (fs) Ein lange gehegter Wunsch wird wahr: Letzte Hand legt die Niederbettinger Jugend im ehemaligen Pfarrsälchen an, der ihr Jugendraum wird.

Früher wurden im Pfarrsälchen Back- und Nähkurse veranstaltet und auch Theater gespielt. Das hat sich seit vergangenem Jahr grundlegend gewandelt, denn mit dem Erwerb des Pfarrhauses neben der Katholischen Pfarrkirche Herz Jesu im Jahre 2004 für den Stadtteil Hillesheim-Niederbettingen gab es eine Veränderung. "Können wir einen Raum für uns haben?" fragten Jugendliche den Stadtbürgermeister Matthias Stein. Der erklärte sich sofort einverstanden - und erhielt dafür viel Beifall. Ab Januar 2005 wurde geplant, diskutiert und mit der Renovierung begonnen. Aus dem Dorf kamen Spenden, zum Beispiel Farbe zum Anstreichen der Wände, und sogar ein Fernseher war dabei. Eine Wohnungsauflösung in Hillesheim sorgte für die Möblierung - seitdem verfügen die Jugendlichen über eine große Couchgarnitur und Schränke. Ein Transporter und kräftige Hände zum Helfen waren schnell gefunden.Der Jugendraum kostet die Stadt keinen Euro

Schnell war auch eine Theke von einem Vater zusammen gezimmert wurden. Ein anderer sponserte die Farbe dafür. "Endlich ist mal was los in unserem Dorf", erzählt Hanna Marder (12). Ihre Schwester Lena (17) machte den Jugendleiterschein, um bei Veranstaltungen des offenen Jugendtreffs die Leitung zu übernehmen. "Die Stadt musste für den Jugendraum noch keinen Euro ausgeben, was uns alle natürlich besonders freut, berichtet Ortsvorsteherin Sabine Marder. Den Jugendlichen gab man den Raum zuerst mal zur Probe. Alkohol ist verboten, und auch Schlägereien sollten vermieden werden. Die Jungen und Mädchen akzeptierten das - und sie halten sich daran. "Wir sind doch froh, so einen Raum in unserer Freizeit nutzen zu können", sagt Martin Blum (15). Geburtstage und eine Videonacht mit Pizzaessen und Gameboyspiele lockte auch Freunde aus den Nachbardörfern an. Und nach dem gemeinsamen Frühstück räumten alle auf. Große Unterstützung erfährt die Gruppe von Jugendpfleger Daniel Gellermann, der schnell mal vorbei schaut und stets gute Ideen hat, wie die Ortsvorsteherin berichtet. Einen eigenen Raum zu haben, erfüllt alle derzeit sieben Jugendlichen mit großer Freude. "Jetzt fehlt uns nur noch eine Satellitenantenne, um gemeinsam mehr Auswahl an guten Programmen zu haben", hieß es in der Gruppe. Vielleicht versteht ja jemand den Wink mit dem Zaunpfahl.

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