Endlich Ruhe!

Mit einer Schranke wird die künftige Verkehrsführung für die Arensbergstraße geregelt. Die Zufahrt in die Innenstadt ist weiter möglich, aber zeitlich begrenzt. Das Ziel: den Berufsverkehr, der die Anwohner nervt, außen vor lassen.

Daun Ob jemand mal nachgezählt hat, wie oft der Stadtrat in den vergangenen Jahrzehnten über die Verkehrsführung in der Arensbergstraße beraten hat? Eher nicht, aber wenn es jemand täte, würde sicher eine stattliche Zahl dabei herauskommen. An Provisorien hat es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gemangelt, und von den Irrungen und Wirrungen kann Bernd Hein als Anlieger viel erzählen. Beispielsweise von Bussen und Lastwagen, die - vom Navigationsgerät geleitet - in dem Teil der Straße, in der Hein wohnt, stecken blieben und mit großem Aufwand wieder auf den richtigen Weg gebracht werden mussten. Dieser Abschnitt der Arensbergstraße ist seit einigen Jahren Sackgasse, aber auf dem Teilstück, das zum Wirichplatz führt, reiht sich immer noch vor allem am Morgen Auto an Auto, deren Fahrer den vermeintlich schnellsten Weg vom südlichen Ende von Daun über dieses Schlupfloch beispielsweise in Richtung Behördenzentrum nutzen. Was die Anlieger immer wieder bei der Stadt moniert haben. Zuletzt ist die Verkehrsführung 2014 geändert worden, in der Hoffnung, dass weniger Autos auf diesem Weg in die Stadt kommen. Was aber nicht passiert ist. Die in den vergangenen Monaten neuerlich geführte Diskussion endet in der jüngsten Sitzung des Stadtrats, zu der auch Bernd Hein gekommen ist. Grundlage der Beratung sind die Eckpunkte für eine künftige Regelung, die im November vergangenen Jahres festgelegt wurden. Dazu gehört die Installation einer Schranke. Zwischenzeitlich gab es noch unterschiedliche Auffassungen übe den Standort, nun aber steht fest: Sie wird direkt an der Kreuzung Bahnhofstraße/Arensbergstraße stehen. Die Kosten belaufen sich inklusive Fundamentarbeiten sowie Stromversorgung auf gut 10 000 Euro. Die Schranke wird zeitlich begrenzt in Betrieb sein. Ursprünglich war ein Zeitraum von 21 bis 9 Uhr angepeilt, in dem die Straße gesperrt sein wird, um vor allem den Berufsverkehr außen vor zu lassen. Beschlossen wurde nun probeweise eine Sperrung von 21 bis 8.30 Uhr. Seit drei Jahren ist es verboten, von der Arensbergstraße in die Lindenstraße (Richtung AOK/Post) zu fahren. Diese Regelung hat der Stadtrat nun gekippt. Die Poller, die die Durchfahrt verhindern sollten, aber trotzdem von nicht wenigen Fahrern ignoriert wurden, haben bald ausgedient. Die Fahrt in die Lindenstraße wird wieder ermöglicht. Auch vom Wirichplatz aus wird das möglich sein. Verboten wird hingegen sein, vom Wirichplatz über die Arensberg- in die Bahnhofstraße zu fahren. Stadtbürgermeister Martin Robrecht geht davon aus, dass die Vorbereitungen, wozu unter anderem der Kauf der Schranke gehört, etwa drei Monate dauern werden. Sein Ziel: "Dass die neue Verkehrsregelung in diesem Bereich möglichst früh im zweiten Halbjahr eingeführt wird." Und Bernd Hein? "Ich kann mit der Entscheidung gut leben. Wenn es künftig nachts ruhig sein wird, ist eine echte Erleichterung für uns. Ansonsten bleibt abzuwarten, ob sich die neue Regelung bewährt." KommentarMeinung

Von unten über die Arensbergstraße in die Innenstadt (links): Das wird auch künftig möglich sein, wenn auch zeitlich begrenzt. Die Pfosten, die die Zufahrt zur Lindenstraße verhindern, haben bald ausgedient. TV-Fotos/Archiv (2): Klaus Kimmling/Stephan Sartoris. Foto: (e_daun )

Ein Kompromiss, mit dem man leben kannAlle Interessen unter einen Hut zu bekommen, ist bekanntlich in den wenigsten Fällen möglich. Aber das, was nun der Stadtrat beschlossen hat, trägt vielen unterschiedlichen Belangen Rechnung und ist ein akzeptabler Kompromiss. Daran, dass eine Schranke installiert wird, gibt es keine Alternative, denn mit Schildern, Ermahnungen und Appellen an die Vernunft hat sich an der Situation nichts geändert. Und auch zum Standort gibt es keine Alternative: Wo sie hinkommt, steht die Schranke genau richtig. Das Wichtigste an der Entscheidung des Stadtrats: Endlich soll der Durchgangsverkehr verbannt werden, der die Geduld der Anwohner seit vielen Jahren auf eine harte Probe stellt und von dem der Einzelhandel nichts hat. So viel Verkehr in der Innenstadt wie nötig, so wenig Verkehr wie möglich: Dieses Motto gilt auch für die künftige Verkehrsführung in der Arensbergstraße. Manch einer, der künftig morgens einen anderen Weg zur Arbeit nehmen muss, wird nicht begeistert sein, aber das fällt in die Rubrik Luxusproblem. s.sartoris@volksfreund.de