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Endspurt auf der Baustelle

Endspurt auf der Baustelle

Die Lücke zwischen den derzeitigen Enden der Autobahn 1 in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz wird bald kürzer: Dann kann der Verkehr auf dem 2,2 Kilometer langen Abschnitt von der Anschlussstelle (AS) Gerolstein bis zur Anschlussstelle Kelberg rollen.

Daun/Dockweiler. Viel ist in den vergangenen Monaten über die Zukunft des A-1-Lückenschlusses diskutiert worden. Während sich frühere Landesregierungen - ob CDU- oder SPD-Alleinregierungen oder in Koalitionen mit der FDP - stets für den Weiterbau ausgesprochen, hat sich das nach der Wahl im März geändert.
Seit dem Amtsantritt der rot-grünen Landesregierung ist völlig offen, ob und wann der Lückenschluss vollzogen wird. Die Mainzer Koalition schließt mittlerweile auch ein Ende des Weiterbaus nicht mehr aus.
Allerdings wehrt sich Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) gegen den Vorwurf, das Aus für den Lückenschluss zwischen dem Radersberg bei Dreis-Brück und dem nordrhein-westfälischen Tondorf sei schon beschlossene Sache. Ob und wann es weitergeht, könne er nicht sagen, stellte Lewentz zuletzt bei einer Verkehrskonferenz in Trier fest. Jedoch gibt es laut Lewentz keine grundsätzliche Absage für das Vorhaben.
Freigabe hängt vom Wetter ab


Im A-1-Baubüro des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein in Dockweiler werden die Diskussionen mit Interesse verfolgt, für die tägliche Arbeit spielen sie aber keine Rolle. Denn für das Team um Dietmar von Landenberg geht es darum, das umzusetzen, was beschlossen ist. Wie es weitergeht, wird in Mainz und Berlin entschieden.
Auf der Baustelle zwischen den Anschlussstellen Gerolstein (zwischen dem Industrie- und Gewerbepark Nerdlen/Kradenbach und Dockweiler) und Kelberg (auf dem Radersberg oberhalb von Brück) geht es unterdessen in den Endspurt. An der Haupttrasse sind die Arbeiten laut von Landenberg weit fortgeschritten. Noch nicht fertiggestellt sind die Zu- und Abfahrten zur B 410 Richtung Dreis und Kelberg. Derzeit wird mit der Montage der Leitplanken begonnen.
Von Landenberg geht davon aus, dass noch in diesem Jahr auf dem 2,2 Kilometer langen und rund zehn Millionen Euro teuren Teilstück gefahren werden kann. Auf einen genauen Termin will er sich nicht festlegen: "Es hängt vor allem von der Witterung ab. Manche Arbeiten können nur bei gutem Wetter erledigt werden."
Zehn Jahre lang ist kontinuierlich an der Autobahn zwischen Darscheid und Dreis-Brück gearbeitet worden, und so lange sind von Landenberg und die meisten seiner Kollegen auch dabei. Kommt nicht schon etwas Wehmut auf, da absehbar ist, dass bald nicht mehr an der A 1 gearbeitet wird? "Nein", sagt von Landenberg, "dafür haben wir keine Zeit. Es herrscht ja noch ganz normaler Alltagsbetrieb bei uns. So etwas wird wohl erst aufkommen, wenn wirklich alles vorbei ist." Und was kommt danach? "Dann gibt es andere Aufgaben für uns im LBM. An Arbeit mangelt es jedenfalls nicht."
Extra: Protest


Der CDU-Bundestagsabgeordnete Patrick Schnieder ruft gemeinsam mit seinem Euskirchener Kollegen Detlef Seif für Samstag, 12. November, in Düsseldorf zu einer Demonstration für den A-1-Lückenschluss auf. Damit soll der Druck auf die rot-grüne Landesregierung erhöht werden, Baurecht für den über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinweg führenden Lückenschluss zu schaffen. Laut Schnieder haben Firmen wie der Gerolsteiner Brunnen und die Milch Union Hocheifel bereits ihre Teilnahme angekündigt. Der Bundestagsabgeordnete verweist zudem auf eine Unterschriftenaktion pro Lückenschluss hin, die demnächst startet. Anmeldlungen für die Demo nimmt das Wahlkreisbüro von Detlef Seif in Euskirchen (Telefon 02251/7740474, E-Mail detlef.seif@wk.bundestag.de) entgegen.