Endstation Ulmen

DAUN/GEROLSTEIN/ULMEN. Der Schienenverkehr auf der Eifelquerbahn zwischen Ulmen und Kaisersesch steht vor dem Aus, da es derzeit kein Geld für die Sanierung gibt. Die Vulkan-Eifel-Bahn (VEB) als Veranstalter der Freizeit-Zugfahrten will erneut einen Antrag in Mainz stellen.

Die Fahrten auf der Eifelquerbahn von Gerolstein über Daun nach Kaisersesch sind vorerst nur eingeschränkt möglich. Mit Beginn der Freizeit-Zugfahrten-Saison endet die Fahrt künftig in Ulmen. Zwar könne auch auf dem Teilstück bis Kaisersesch gefahren werden, allerdings im "Schneckentempo" mit höchstens zehn bis zwanzig Stundenkilometern, erklärt VEB-Geschäftsführer Jörg Petry. "Das ist eine für Fahrgäste unzumutbare Geschwindigkeit und verlängert die Fahrtzeiten derart, dass wir unseren Zwei-Stunden-Takt nicht mehr einhalten können. Das hat keinen Sinn, deshalb werden bis auf weiteres nicht mehr zwischen Ulmen und Kaisersesch fahren", kündigt er an. Weiterer Förderantrag wird nach Mainz geschickt

Dieser Schritt ist dadurch begründet, dass der VEB die für die Sanierung der maroden Strecke erforderlichen Mittel vom Land bislang nicht genehmigt wurden. Die Grundsanierung (dazu gehört ein kompletter Austausch der Schienen) auf sieben Kilometern des Abschnitts würde rund zwei Millionen Euro kosten. Würde die Eifelquerbahn für den täglichen Zugverkehr reaktiviert (wie vom Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Nord beschlossen), müssten weitere 3,7 Millionen Euro investiert werden. Petry ist aber unverdrossen: "Wir lassen nicht locker und werden einen erneuten Förderantrag stellen." Würde das Geld aus Mainz bewilligt, könnte binnen vier Wochen die Sanierung des Teilstücks erledigt werden. Die Verbandsgemeinde (VG) Ulmen will endlich eine klare Auskunft aus Mainz zur Sanierungs-Finanzierung. Bürgermeister Hans-Werner Ehrlich (CDU): "Wir werden alles versuchen, die Sperrung des Abschnitts von Ulmen nach Kaisersesch zu verhindern. Dazu brauchen wir eine Entscheidung aus Mainz, ob die Sanierung bezuschusst wird oder nicht. Jahrelang sind wir vertröstet worden, nun wollen wir eine klare Auskunft." Sollte sich das Land gegen die Sanierung entscheiden, solle die Bahnstrecke umgestaltet werden, um sie in einen Radweg umwandeln zu können. Das Thema Eifelquerbahn steht auch auf der nächsten Sitzung des VG-Rats Ulmen. Für den Landrat des Kreises Cochem-Zell, Eckhard Huwer (CDU), ist die "Erhaltung der Eifelquerbahn grundsätzlich positiv zu beurteilen." Die Strecke von Kaisersesch bis Ulmen und darüber hinaus sei vor allen Dingen aus touristischen Gründen von Interesse. "Ich würde es begrüßen, wenn zur Belebung des Tourismus ein regelmäßiger Verkehr auf der Strecke Kaisersesch-Ulmen und darüber hinaus möglich wäre", sagte Huwer auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Dazu müsse das Schienennetz auf dieser Strecke instand gesetzt werden, was nur möglich sei, wenn das Land einen Großteil der Kosten übernehme. Für das Land ist die Finanzierung allerdings nicht einfach mit Blick auf den Beschluss der Bundesregierung, die Zuschüsse für den Nahverkehr zu kürzen, wodurch auch für Rheinland-Pfalz viele Millionen verloren gingen. Allerdings wehren sich die Länder gegen das Vorhaben des Bundes. So haben die Verkehrsminister und -senatoren der Länder die vorgesehene Änderung des Regionalisierungsgesetzes mittlerweile abgelehnt und stattdessen eine andere Vorgehensweise vorgeschlagen. Vor diesem Hintergrund ist VEB-Chef Petry optimistisch: "Für das laufende Jahr ist die Finanzierung der Fahrten auf der Eifelquerbahn und sind auch die täglichen Fahrten von Gerolstein nach Daun ohnehin schon gesichert. Und vielleicht geht nun doch noch etwas hinsichtlich der Finanzierung der Sanierung."