Vulkan-Enduro-Rennen : Mit Vollgas durchs Eifeltal

Tausende von Menschen treffen sich in Winkel, um das Vulkan-Enduro-Rennen zu verfolgen oder um selbst teilzunehmen.

Es knattert, knarrt und staubt. Im Tal zwischen Ober- und Niederwinkel hat gerade das neunte Vulkan-Enduro-Rennen begonnen. Die Fahrer stehen in Startposition. Die Autos am Straßenrand zeigen, dass Zuschauer und Fahrer aus ganz Deutschland und den benachbarten Ländern Luxemburg, Holland oder Belgien kommen. „Wir haben hier in der Regel immer rund 1000 Zuschauer, und die erwarten wir auch heute“, sagt der Ortsbürgermeister von Winkel, Jörg Prescher. Als Vertreter der Ortsgemeinde, des Fördervereins „Leben in Winkel“ (LeWi) und der Freiwilligen Feuerwehr ist er einer der Veranstalter des Motor-Spektakels, das nicht nur den kleinen, knapp 150 Einwohner zählenden Ort, jährlich in den Fokus rückt, sondern auch die Umgebung.

„Mit 240 Meldungen war das Rennen schon im Juli ausgebucht“, erzählt Prescher. Wenn auch in der Mehrzahl Männer auf den Zweirädern sitzen und die waghalsige Strecke bezwingen wollen, sitzen zunehmend auch Frauen auf den Maschinen. „Ich fahre sonst auch selbst, aber hier sitzt mein Freund auf dem Rad“, sagt Alexandra Kuhnle aus Stuttgart.

Gianna Klappert aus dem Westerwald ist zum ersten Mal in Winkel. Sie sei mit Freunden und deren Familie mit Kindern da. Denn die Kleinen sollen an diesen Sport schon mal herangeführt werden. Für den sechsjährigen Ben nichts Neues: „Ich habe schon mit vier Jahren damit begonnen“, was seine Mutter bestätigt. „Viele Teilnehmer erzählen mir, das Vulkan-Enduro-Rennen mit der anspruchsvollen Strecke sei für sie das Highlight des Jahres“, berichtet Jörg Prescher stolz. Dabei sieht mancher Streckenabschnitt schon gefährlich aus, „aber zum Glück hat es bisher nur kleinere Verletzungen gegeben, nichts Ernstes“, sagt der Ortsbürgermeister. Wer sich zu nah an der Piste aufhält, muss mit kräftigen Staubwolken und auch schon mal mit Sand in den Zähnen rechnen. Fünf Stunden dauert der Wettkampf am Samstag, danach ist Siegerehrung und Party angesagt. Freiwillige vor, heißt es am Sonntag. Dann darf jeder mal seine Ausdauer und Geschicklichkeit messen, auf eigene Gefahr natürlich.

Und gibt es auch Gegner der Veranstaltung? Die direkten Anwohner seien nicht so glücklich, aber dennoch beteilige sich fast das ganze Dorf an dem Ereignis. Sei es als Zuschauer, Helfer oder mit selbstgebackenem Kuchen der Frauen aus dem Ort. Selbst der belgische Jagdpächter Benny Prinsen hat kein Problem mit der zweitägigen Veranstaltung: „Ich finde das toll, was hier gemacht wird“. Das Rennen wird es also in Zukunft wieder geben. Im nächsten Jahr wird ein kleines Jubiläum gefeiert. „Zum Zehnjährigen sind wir schon am Planen und es wird eine Überraschung geben“, sagt Jörg Prescher. Verraten will er aber noch nichts.

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