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Enten brauchen eine neue Heimat

Enten brauchen eine neue Heimat

Wann beginnt die Umgestaltung des Dauner Kurparks? Nicht mehr in diesem Jahr, aber die Befürworter hoffen nun auf 2013. Eine Voraussetzung dafür ist, dass die Kommunalaufsicht des Kreises eine positive Stellungnahme zum Projekt abgibt.

Daun. Es gibt wohl kein anderes Thema in der Stadt Daun, das in jüngster Vergangenheit kontroverser diskutiert worden ist als die Umgestaltung des Kurparks. Das Ziel: Attraktiver soll es werden, das Areal vom Dauner Sprudel bis zum Stadtteil Gemünden, um künftig mehr Einheimische und Touristen dorthin zu locken.
Der Stadtrat hatte sich im April endgültig für die Umgestaltung entschieden. Seitdem ist es ruhig geworden, nach dem Geschmack mancher Befürworter zu ruhig, hatten sie doch die leise Hoffnung gehegt, dass noch in diesem Jahr etwas passieren würde. "Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass alles etwas schneller vorangeht. Die Verfechter des Projekts haben sich aber schon in Geduld üben müssen, deshalb ist auch nicht tragisch, wenn es noch etwas dauert, bis mit der Umsetzung begonnen werden kann", sagt der Beigeordnete Dieter Wilhelm, der für die Stadt das Projekt begleitet. "Hauptsache, der neue Kurpark kommt. Er ist wichtig für die Stadt, er wird uns touristisch weiterbringen."
Dass in diesem Jahr nichts mehr passieren wird, erwartet auch einer der maßgeblichen Unterstützer, der Dauner Verbandsgemeinde-Bürgermeister Werner Klöckner (CDU): "Ich gehe davon aus, dass ein Maßnahmebeginn in diesem Jahr nicht mehr zu gewährleisten ist."
Ein wichtiger Schritt ist nun gemacht: Der Antrag auf Förderung durch das Land ist vergangene Woche gestellt worden und liegt der Kommunalaufsicht des Kreises vor. Diese hatte der ursprünglichen Planung von 2010, die Netto-Kosten von 504 000 Euro vorsah, ihre Zustimmung verweigert. In dem modifizierten Antrag, der im April beschlossen wurde, waren die Kosten auf 420 000 Euro reduziert worden, mit einem Eigenanteil von etwa 40 000 Euro für die Stadt.
Klöckner ist optimistisch, dass es nun eine positive Stellungnahme geben wird, denn seiner Darstellung nach "sieht die Kommunalaufsicht ihre bisherigen Bedenken als ausgeräumt an." Ein positiver Bescheid ist wichtig, denn er ist Voraussetzung dafür, dass sich das Land überhaupt mit dem Antrag beschäftigt.
Die Kosten
80 Prozent der Kosten soll das Land übernehmen, jeweils zehn Prozent steuern Verbandsgemeinde und die Stadt Daun bei.
Das weitere Verfahren
Der Förderantrag liegt bei der Kommunalaufsicht, wann dort entschieden wird, ist noch offen. "Der Antrag wird in Kürze mit einer Stellungnahme versehen nach Mainz weitergeleitet", teilt die Kreisverwaltung mit. Ob das Projekt gefördert wird, entscheidet das Wirtschaftsministerium.
Und was wird mit den Enten, die schon lange zum Kurpark gehören? Dieter Wilhelm: "Für sie wird eine neue Heimat gesucht." Hintergrund: Die Enten haben über die Jahre ihren "Beitrag" geleistet, dass die Wasserqualität im Teich sehr schlecht ist. "Künftig soll sich im Teich dauerhaft sauberes Wasser befinden, was leider nur ohne die Enten möglich ist", erklärt Klöckner.
Liebe Leser, Ihre Meinung ist gefragt: ein Kurpark ohne Enten? Was halten Sie davon? Mailen Sie uns Ihre Meinung in wenigen Sätzen an eifel-echo@volksfreund.de (Name und Wohnort nicht vergessen).
Extra

Der gut 30 Jahre alte Kurpark soll mit der Umgestaltung zu einem wichtigen Element des Gesundlands Vulkaneifel werden. Das Gesundland ist eine Kooperation der Verbandsgemeinden Daun, Ulmen und Manderscheid mit dem Ziel, den Gesundheitstourismus zu fördern. Das Konzept für den Kurpark ruht auf den fünf Säulen der Philosophie von Sebastian Kneipp: Wasser, Kräuter, Bewegung, Ernährung und Balance. Die grobe Planung steht, aber im Detail ist laut Bürgermeister Klöckner noch einiges zu klären. sts