Entwicklung Wahl des Kreistags Vulkaneifel

Kommunalwahl : CDU mit großem Abstand vorn

Tendenz: Christdemokraten vergrößern Abstand zu der SPD

Manch einer wird am Sonntag schon um 18 Uhr auf die Internetseiten der Kreisverwaltung Vulkaneifel gemacht haben – in der Hoffnung, so schnell wie möglich an erste Ergebnisse der Kreistagswahl zu kommen. Aber es gilt, sich zu gedulden, denn was die Auszählungshierarchie angeht, steht das höchste Gremium des Gremiums erst an dritter Stelle. Zunächst sind Europawahl und Bürgermeisterwahlen an der Reihe, dann erst werden die Stimmzettel zum Kreistag ausgewertet. Die Ergebnisse kommen aus den 159 Stimmbezirken gebündelt in die Kreisverwaltung in Daun, und was  eingeht, wird gleich auf eine Großleinwand in dem Saal, in dem der Kreistag seine Sitzungen hat, geworfen.

Bewegte Jahre hat der „alte“ Kreistag erlebt. Was wurde in dieser Zeit (und auch schon zuvor) nicht alles über mögliche neue VG-Zuschnitte diskutiert und beraten. Rausgekommen war zunächst: Teile der Verbandsgemeinde (VG) Obere Kyll wollten zur VG Prüm im Nachbarkreis Bitburg-Prüm, und die Verbandsgemeinden Gerolstein und Hillesheim wollten fusionieren. Aber der Kreistag wollte ein Abwandern der Dörfer vermeiden, Anfang 2015 wurde ein von ihm in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten zur geplanten Kommunalreform vorgestellt. Tenor der Expertise: Eine neue Verbandsgemeinde, zusammengesetzt aus den Verbandsgemeinden Obere Kyll und Prüm, ist nicht verfassungskonform.

Den Entwurf des Landesgesetzes, in dem der Abgang der Obere-Kyll-Orte geregelt wurde, lehnte der Kreistag bei Enthaltung der SPD ab, eine Verfassungsklage wurde angedroht. Mitte 2017 dann der Plan: Obere Kyll, Hillesheim und Gerolstein sollen noch einmal die Großfusion versuchen. Was am Ende dann ja auch geklappt hat: Am 1. Januar 2019 ist das neue Gebilde an den Start gegangen.

Alle Orte weiter unter einem Kreis-Dach — aber wie geht es mit dem Kreis selbst weiter? Denn Ende 2018 ist in Mainz ein Gutachten vorgestellt worden, in dem empfohlen wird, dass der Eifelkreis Bitburg-Prüm und der Vulkaneifelkreis zusammengehen sollen.

Aber in welcher Konstellation wird sich der nächste Kreistag womöglich mit diesem Thema befassen? 220 Männer und Frauen haben sich um die 38 Sitze im Kreistag beworben.

In den vergangenen fünf Jahren war die CDU stärkste Fraktion, gefolgt von der SPD und der FWG. Zwei Sitze holte 2014 die Bürgerunion Vulkaneifel, die sich aber mittlerweile von der kommunalpolitischen Ebene verabschiedet hat und nicht mehr zur Kreistagswahl angetreten ist. Dafür gibt es neue kommunalpolitische Mitspieler: die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) Kylltal und die AfD.

Nachdem die ersten Ergebnisse aus der VG Kelberg eintrudeln, ist kurz vor 20 Uhr – wenig überraschend – die CDU weit vorn. Bei der SPD scheint sich der für sie allgemein negative Trend auch im Kreis Vulkaneifel niederzuschlagen: Sie steht unter 20 Prozent. Die UWG hat erst ganz wenige Stimmen, was aber nicht verwunderlich ist, denn ihr Spitzenpersonal ist vor allem im Gerolsteiner Land bekannt.

Diese Damen wissen in der regel gut Bescheid: Aber auch sie müssen aufs endgültige Ergebnis warten. Foto: TV/Stephan Sartoris
Impressionen Kommunalwahl 2019 im Kreis Vulkaneifel. Foto: TV/Stephan Sartoris
Viel zu tun in den Wahllokalen. Foto: TV/Stephan Sartoris

Kurz vor 21.30 Uhr ist eine Tendenz erkennbar: Die CDU wird stärkste politische Kraft im Kreis bleiben. Grüne und FWG rücken näher an die SPD, die unter 20 Prozent bleibt. Linke, UWG und AfD bewegen sich um die drei Prozent, die FDP liegt bei etwas mehr als sieben Prozent. Der Kreistag wird bunter, da wird wohl noch mehr Geschick des Landrats gefragt sein, möglichst viele unter einen Hut zu kriegen, wenn wichtige Entscheidungen anstehen – vor allem, wenn es um den Erhalt des Kreises geht (eine Aktualisierung erfolgt auf Basis des vorläufigen Endergebnisses) .

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