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Er will die CDU-Bastion weiter verteidigen

Er will die CDU-Bastion weiter verteidigen

Mit ihrer Erststimme können die Bürger einen Kandidaten direkt in den Landtag wählen. Hoffnung darauf macht sich Gordon Schnieder. Der CDU-Kreisvorsitzende und Ortsbürgermeister von Birresborn will erstmals den Sprung nach Mainz schaffen.

Er ist alles andere als ein Überraschungskandidat: Gordon Schnieder hat schon vor sechs Jahren bekundet, dass er für die CDU in den Landtag einziehen will. Nachdem klar war, dass Herbert Schneiders, der 25 Jahre im Parlament in Mainz war, nicht mehr antreten werde, warf Schnieder endgültig den Hut in den Ring.Landtagswahl 2016


Allerdings bekam er - etwas überraschend - einen Konkurrenten. Doch Unternehmer Wolfgang Roden zog beim Nominierungsparteitag im Frühjahr 2015 den Kürzeren gegen den Kreisparteivorsitzenden Schnieder. Schon in der Schulzeit war die CDU seine politische Heimat. "Liegt wohl in der Familie", sagt er mit Blick darauf, dass sein Vater bereits für die Christdemokraten politisch aktiv war und Bruder Patrick Karriere in der Partei macht. Er ist Bundestagsabgeordneter und Generalsekretär der rheinland-pfälzischen CDU. Treffen sich die Brüder bald in Mainz, Patrick als Minister und Gordon als Abgeordneter? "Keine Spekulationen! Es kann noch sehr viel passieren bis zum 13. März", sagt der 40-Jährige. Von einem Selbstläufer für die CDU, die seit jeher das Direktmandat erobert hat, will er nichts wissen. Wohl auch, weil seine politische Laufbahn nicht nur Höhen aufzuweisen hat. 2007 scheiterte er gegen den damaligen Amtsinhaber Heinz Onnertz (parteilos) im Duell um den Posten des Landrats. 2008 befürwortete er als Vorsitzender der Kreistagsfraktion die Fusion der Kreissparkasse Vulkaneifel mit der Kreissparkasse Bitburg-Prüm, steckte dafür viel Kritik ein und trat von seinem Amt zurück. Aber längst ist er wieder unangefochten als Vorsitzender der Kreispartei und der Kreistagsfraktion.

Seine Eifel: Zwar stammte sein Vater aus Oberhausen und wenn er auch des Dialekts nicht fließend mächtig ist, ist die Eifel seine Heimat, wie er betont. "Hier lebt der Großteil meiner Familie, hier können meine Kinder hoffentlich genauso unbeschwert aufwachsen, wie ich, hier sind meine Wurzeln."

Seine Themen:
Innere Sicherheit
: "Mehr Polizei auch in der Fläche" ist Schnieders Credo. "Ich erfahre in Gesprächen, dass viele Bürger sich nicht mehr sicher fühlen. Dagegen müssen wir etwas tun und die Polizei aufstocken."
Infrastruktur: "Dazu gehört ein vernünftiges Straßennetz und besonders der A-1-Lückenschluss, aber auch schnelles Internet für die Bürger und die Unternehmen.
Wir stehen im Wettbewerb mit anderen Regionen, in dem wir nur bestehen können, wenn wir eine vernünftige Breitbandversorgung anbieten können." Zur Infrastruktur gehört für ihn auch der Erhalt einer medizinischen Grundversorgung für den ländlichen Raum und auch die Aufrechterhaltung der Notarztversorgung: "Da muss unbedingt etwas passieren."
Kommunalreform: "Die ist nötig, darf sich aber nicht darin erschöpfen, über neue Zuschnitte beispielsweise der Kreise zu diskutieren.
Alle Stufen müssen beleuchtet werden, und ich glaube, dass am Ende einer vernünftigen Aufgabenkritik die bestehenden Ebenen - sprich Kreise, Verbands- und Ortsgemeinden - nicht zur Disposition stehen."

Flüchtlinge: "Ich wünsche mir eine ehrliche und keine populistische Diskussion. Es muss ganz klar differenziert werden: Den Menschen, die vor Krieg und politischer Verfolgung zu uns kommen, dürfen wir die Tür nicht zuschlagen.
Aber denen, die aus wirtschaftlichen Gründen kommen, müssen wir sagen: Ihr habt keine Bleibeperspektive. Ich hoffe, dass die Politik es schnell schafft, dass die Bürger ihr in dieser Frage wieder vertrauen. Dieses Vertrauen ist nämlich leider, so habe ich es in den vergangenen Wochen erfahren, angeknackst."Extra

Gordon Schnieder ist studierter Finanzwirt und Leiter der Kommunalaufsicht des Eifelkreises Bitburg-Prüm. Der 40-Jährige ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Birresborn, wo er seit 2014 auch ehrenamtlicher Ortsbürgermeister ist. Zudem ist er Vorsitzender des örtlichen Musikvereins und singt seit 25 Jahren im Kirchenchor. sts