Ereignisreiche und turbulente Zeit

Ereignisreiche und turbulente Zeit

Eine Ära ist zu Ende: Dr. Herbert Hagen ist nach mehr als 30 Jahren als Fach- und Chefarzt für Orthopädie in Daun gemeinsam mit seiner Ehefrau Dr. Sabine Hagen im Rahmen eines Symposiums im Forum in den Ruhestand verabschiedet worden. Seine Nachfolge haben als Chefärzte im Kollegialsystem die Orthopäden Dr. Sebastian Fürderer und Dr. Pierre Göbel angetreten.

Daun. Mit "Machen Sie's gut!" und "Ade!" wandte sich Herbert Hagen (67) zum letzten Mal an Kollegen, Mitarbeiter und die Mitglieder der Geschäftsführung des Maria-Hilf-Krankenhauses sowie an die niedergelassenen Ärzte, Kooperationspartner und Gäste. Unter ihrem Beifall verließ er die Bühne. Und damit - nach mehr als drei Jahrzehnten - auch die Stadt und das Krankenhaus Daun.
Im Namen der Belegschaft des Krankenhauses überreichte der Geschäftsführer Franz-Josef Jax einen Bronze-Engel und erklärte: "Sie haben Ihre Arme wie die Flügel eines Engels immer schützend über uns gehalten."
Mit Herbert Hagen gehe ein Mediziner in den Ruhestand, der sich - so brachte es der Trierer Orthopäde Bernhard Schmitz in seiner Laudatio auf den Punkt - statt für das eine (die Praxis) oder das andere (die Klinik) für beides in einem entschieden habe. So gelte für den Patienten der Idealfall, vom ersten Kontakt in der Sprechstunde über Therapie, Operation und stationäre Behandlung bis zur Nachsorge nur eine einzige Abteilung in Anspruch nehmen zu müssen.
1985 hatte Hagen eine Praxis für Orthopädie in Daun gegründet und diese zunächst allein, dann in Gemeinschaft mit seiner Frau Sabine Hagen und mit Robert Herzog geführt.
Vier Jahre später wurde unter seiner Leitung eine Belegabteilung mit elf Betten im Dauner Krankenhaus eingerichtet und in den 15 Jahren darauf stetig erweitert. "Er war immer schon ein Visionär und setzte Ideen um, wenn andere es noch nicht wagten, darüber nachzudenken", sagte bei der Verabschiedung Geschäftsführer Jax besonders mit Blick auf das "Epochenjahr" 2004. Damals überführte Herbert Hagen die Belegabteilung in eine Hauptabteilung (mit heute 40 Betten), er wurde Chefarzt, er gründete das erste Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) in Rheinland-Pfalz. Von 2009 bis 2015 war er Ärztlicher Direktor des Maria-Hilf-Krankenhauses und Ärztlicher Leiter des MVZ.
Erfolgreiche Zertifizierung


Er etablierte die Wirbelsäulenchirurgie als neuen Leistungsbereich und war maßgeblich an der erfolgreichen Zertifizierung der Orthopädieabteilung zum Endoprothetikzentrum beteiligt (der Trierische Volksfreund berichtete). "Ihre Zeit als Arzt in Daun war gleichermaßen ereignisreich und turbulent, denn die Bedingungen im Gesundheitswesen ändern sich von Jahr zu Jahr", resümierte Franz-Josef Jax.
Nun leiten zwei Chefärzte die Abteilung für Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie am Dauner Krankenhaus: Privatdozent Dr. Sebastian Fürderer (47) als Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Rheumatologie, zuvor Orthopäde und Belegarzt am Klinikum Mutterhaus der Borromäerinnen (Trier) sowie Dr. Pierre Göbel (41) als Leiter der Endoprothetik und Gelenkchirurgie, zuvor Oberarzt an der Universitätsklinik Bonn.

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