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Erfolg mit Beobachtungen am Eifelhimmel

Erfolg mit Beobachtungen am Eifelhimmel

Eine internationale Anerkennung seiner Arbeit mit Grundschulkindern hat der am Observatorium Hohen List tätige Astronom Dr. Michael Geffert von der Leitung des Universe Awarness-Programms - einem Programm, das Kindern weltweit die Astronomie näherbringen soll - bekommen. Dabei sind Beobachtungen astronomischer Objekte, die am Observatorium Hoher List gewonnen wurden ein wesentlicher Bestandteil des Grundschulprogramms.

 Dieses Bild des Kometen 81P/Wild hat Geffert am 10. März aufgenommen. Foto: privat
Dieses Bild des Kometen 81P/Wild hat Geffert am 10. März aufgenommen. Foto: privat

Schalkenmehren/Bonn. (red) "Ohne diese Aufnahmen wäre der Erfolg des Projekts niemals so durchschlagend gewesen", sagt Michael Geffert. Damit meint er die Aufnahmen am Observatorium Hoher List bei Schalkenmehren, die er seit 1976 macht. Zudem gestaltet Geffert seit etwa 20 Jahren regelmäßig Astronomieeinheiten in Grundschulen. Deswegen ist der aus Bonn stammende Astronom mit dem Zertifikat des Universe Awarness-Programms ausgezeichnet worden.

Das Zertifikat würdigt die Verdienste Gefferts bei der Vermittlung der Astronomie an Kinder in Deutschland. "Das Zertifikat wurde auch vom Vizepräsidenten der Internationalen Astronomen (IAU), Professor George Miley, unterschrieben", wie er berichtet. Und deswegen ist er in der Eifel ständig auf Jagd nach geeigneten Beobachtungsobjekten.

In diesen Tagen versucht er gerade eine Serie von Aufnahmen des Kometen 81P/Wild zu erlangen. Die Bilder sollen zunächst mit Schülerpraktikanten ausgewertet und aufgearbeitet werden. Danach können die besten Aufnahmen in den Schulunterricht eingebaut werden. Kometen sind eisige Schmutzbälle aus Staub, Stein und Eis, die bei Annäherung an die Sonne Material - meist kleine Staubteilchen - verlieren, das hinter dem Kometen herfliegt. Wenn die Sonne dieses Material anleuchtet, entstehen für einen Beobachter auf der Erde manchmal gewaltige Schweif- Erscheinungen.

Als vor 30 Jahren der Schweizer Astronom Paul Wild einen Kometen entdeckte, hätte er sich sicher nicht träumen lassen, dass die Aufnahmen "seines" Kometen einmal in Grundschulen und Kindergärten verwendet würden, um der Jugend die Astronomie näherzubringen.

Schon damals halfen erste Beobachtungen am Eifelobservatorium, die Bahn des Kometen, der sich alle 6,4 Jahre um die Sonne bewegt, zu bestimmen.

"Heute kommt es für den Schulunterricht vor allem darauf an, über längere Serien möglichst viele Details des Kometen sichtbar zu machen", berichtet Geffert. Deswegen könne auch erst eine umfangreiche Nacharbeit die Aufnahmen zu attraktivem Anschauungsmaterial machen. "Kometen sind didaktisch geeignete Objekte, weil sie einerseits die Kinder faszinieren, andererseits aber auch der Wissenschaft wichtige Aufschlüsse über die Entstehung unseres Sonnensystems liefern", sagt er.