Erfolgreich gekämpft im Förder-Dschungel

Erfolgreich gekämpft im Förder-Dschungel

Erweiterung der touristischen Infrastruktur der Gemeinde: Mit einem Investitionsvolumen von 135 000 Euro entsteht in Wallenborn der so genannte "Brubbelpfad", der zwölf Stationen umfassen wird.

Wallenborn. Die Idee, ausgehend vom Wahrzeichen der Gemeinde, dem "Wallenden Born", eine Mineralquellen-Route rund ums 500-Einwohner-Dorf anzulegen, entstand bereits im Jahr 2000 als Bestandteil der Konzeption zur Sanierung des Borns, war aber zunächst "etwas eingeschlafen", erläutert die seit 2004 amtierende Ortsbürgermeisterin Madlene Steffes die Vorgeschichte des Projekts, dessen Finanzierung nun endlich unter Dach und Fach ist. Der "Wallende Born", landläufig auch "Brubbel" genannt, zieht jährlich rund 60 000 Gäste. Er ist einer von nur ganz wenigen Kaltwassergeysiren bundesweit und fasziniert die Besucher in regelmäßigen Abständen mit einer aus der Erde schießenden Wasserfontäne. 2005 wurde das Projekt Mineralquellen-Wanderweg wieder aufgegriffen, als Ergänzung zum Brubbel. Allerdings war damals klar: Ohne große finanzielle Unterstützung wird es keine Realisierung geben, denn Wallenborn gehört zu den finanzschwächsten Gemeinden im Landkreis Vulkaneifel. Im "Dschungel" nationaler und internationaler Fördertöpfe tat sich eine Möglichkeit auf: Unter dem Titel "Wasserland Eifel-Ardennen" hatte die Verbandsgemeinde (VG) Daun zahlreiche Fremdenverkehrs-Projekte zur Bezuschussung durch das europäische Förderprogramm "Interreg IIIa Euregio Maas-Rhein" angemeldet. Zur "Euregio" gehören die Region Aachen, die Provinz Lüttich und die Deutschsprachige Gemeinschaft Ostbelgiens. Über diese hatte die Verbandsgemeinde mehrere Vorhaben - darunter eben Wallenborn - mitbeantragen können, obwohl der Kreis nicht zum Fördergebiet gehört. "Es geht etwas, wenn man an einem Strang zieht"

Aber die Deutschsprachige Gemeinschaft erklärte sich bereit, die Projekte mit aufzunehmen. Mitte vergangenen Jahres kam die Nachricht, dass der Brubbelpfad (der nun endgültige Namen) bezuschusst wird. Bis aber alle bürokratischen Hürden genommen wurden, dauerte es noch einige Monate, aber nun steht die Finanzierung endgültig. 135 000 Euro wird das Vorhaben kosten. 80 Prozent davon steuern Europäische Union und das Land bei, finanziell beteiligen werden sich auch die Verbandsgemeinde und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises, so dass die Gemeinde einen Eigenanteil von 10 800 Euro zu schultern hat. "Diese Investition ist aus unserer Sicht zu vertreten, trotz der schlechten Finanzlage", macht die Ortsbürgermeisterin den Standpunkt der Gemeinde klar. "Dass es letztendlich geklappt hat, ist ein schönes Beispiel dafür, dass etwas geht, wenn alle an einem Strang ziehen." Der Pfad soll auf bestehenden Wegen etwa 3,5 Kilometer rund ums Dorf führen und zwölf Stationen umfassen. Die vorgeschriebene Ausschreibung der Arbeiten soll im Herbst erfolgen, und im Frühjahr 2008 soll es mit dem Bau losgehen. "Ideal wäre natürlich, wenn mit Beginn der Fremdenverkehrssaison Ende Mai, Anfang Juni alles fertig wäre", hofft Madlene Steffes auf eine reibungslose Umsetzung des für die Gemeinde wichtigen Vorhabens.