Erst Flop, dann top

Die Freibadsaison im Vulkaneifelkreis ist so gut wie vorüber. Trotz des verregneten Juli sind in diesem Jahr mehr Besucher in die Bäder des Kreises gekommen als im Vorjahr. Insgesamt waren es rund 74 000 Besucher; 2011 waren es nur 49 000. Das Waldfreibad in Stadtkyll verzeichnet die meisten Besucher, dennoch droht dort die endgültige Schließung.

Daun/Gerolstein/Kelberg/Stadtkyll/Jünkerath. Zum Teil haben die sechs Freibäder im Vulkaneifelkreis noch bis Sonntag geöffnet, etwa das Bad in Kelberg. Daher waren endgültige Besucherzahlen von den zuständigen Betreibern auch noch nicht zu bekommen. Tendenziell lässt sich sagen, dass in dieser Badesaison alle Besucherzahlen deutlich über den Zahlen des Vorjahres liegen.

Stadtkyll:
Die meisten Besucher im Vulkaneifelkreis hat das Waldfreibad in Stadtkyll mit rund 27 000 Schwimmern gezählt, etwa 11 000 mehr als in der vorigen Freibadsaison (2011: 16 000 Badegäste). Die Steigerung sei allerdings nicht nur wetterbedingt, erklärt Marina Caspers, die bei der Verbandsgemeinde Obere Kyll für das Bad zuständige Mitarbeiterin.
Vielmehr sei ein weiterer Grund der Abschluss eines Nutzungsvertrags mit dem Landal-Ferienpark in Stadtkyll. "Ferienparkgäste können das Waldfreibad kostenlos nutzen", sagt Caspers.
Trotz dieser Zahlen steht das Waldfreibad vor dem Aus: Die Verbandsgemeinde Obere Kyll kann sich die jährlichen Verluste von rund 180 000 Euro nicht leisten. Und kein privater Investor ist bereit, dieses Minus auszugleichen. Zumal das 1970 eröffnete Bad dringend saniert werden müsste - für mindestens 3,5 Millionen Euro (der TV berichtete).
Von einer Schließung sind die übrigen Bäder im Kreis nicht bedroht.

Schalkenmehrener und Gemündener Maar sowie Pulvermaar:
Gut 13 000 Schwimmer wurden in den Bädern an den drei Maaren gezählt. Das sind 3000 mehr als 2011, da waren es 10 000. Der Dauner Stadtbürgermeister Wolfgang Jenssen, in dessen Zuständigkeit die Maarbäder fallen, ist mit der Steigerung der Gästezahlen um rund 35 Prozent zufrieden.
Dank der Monate August und September seien die Vorjahreszahlen doch noch übertroffen worden, sagt Jenssen. "Wäre das Wetter in der gesamten Saison so gewesen, hätten wir die 20 000-Marke durchbrechen können."

Gerolstein:
Etwa 22 000 Badegäste sind in diesem Sommer ins Gerolsteiner Freibad gekommen. Das waren 9000 mehr als im Vorjahr (2011: 13 000). "Die Sonne im August hat die Badesaison gerettet", sagt Elfriede Grewe, Geschäftsführerin des Cascade-Erlebnisbads in Bitburg, die auch das Hallen- und Freibad Gerolstein betreut. Mit den diesjährigen Zahlen ist Grewe "einigermaßen zufrieden".
Auch sie glaubt, dass das Ergebnis deutlich besser ausgefallen wäre, wenn das Wetter im Juli besser gewesen wäre.

Kelberg:
Ins Freibad Kelberg sind diesen Sommer rund 12 000 Badegäste, und damit etwa 2000 mehr als im Vorjahr (2011: 10 000), gekommen. Auch Hedwig Saxler, bei der Verbandsgemeinde Kelberg für das Freibad zuständig, ist zufrieden, dass dank des Monats August die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr gesteigert wurden.
Extra

Im Waldfreibad in Stadtkyll endet die Badesaison heute, Samstag, 15. September. Das Freibad in Kelberg hat noch bis morgen, Sonntag, 16. September, geöffnet. In Gerolstein endete die Freibadsaison bereits Donnerstag. Das Naturbad am Schalkenmehrener Maar hat je nach Witterung noch bis Mitte Oktober geöffnet. Je nach Wetter wird im Naturfreibad Gemündener Maar entschieden, wie lange es noch seine Tore öffnet. itz