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Erst im Bürostuhl, dann im Sattel schwitzen

Erst im Bürostuhl, dann im Sattel schwitzen

GEROLSTEIN. Nur noch eine Woche bis zum größten Radsportspektakel, das jemals in Gerolstein und der Region veranstaltet wurde: Zum ersten Gerolsteiner Tour-Festival werden 2000 Radsportler sowie 10 000 Gäste erwartet.

Auf dem Weg zum Ziel, zu einer bedeutenden Radsportregion in Deutschland zu werden, vielleicht sogar der bedeutendsten, hat das Gerolsteiner Land bereits einige Schritte getan: allen voran die Kooperation mit dem Profi-Radsporteam Gerolsteiner und die damit verbundenen Auftritte und Veranstaltungen. Mit dem ersten Gerolsteiner Tour-Festival vom 19. bis 21. Mai werden erstmals auch Radrennen (siehe Hintergrund) im Gerolsteiner Land und darüber hinaus ausgetragen. Veranstaltet wird das Spektakel vom Delius-Verlag, der unter anderem die beiden Radsportmagazine Tour (mit Schwerpunkt Rennrad) und Bike (Mountainbike) herausgibt, der Ferienregion Gerolsteiner Land und dem Sponsor Gerolsteiner Brunnen. Letzterer fährt gleich eine Reihe von Radsport-Promis auf wie die beiden Ex-Profifahrer Uwe Peschel und Udo Bölts sowie die sportlichen Leiter des Teams, Christian Wegmann und Chef Hans Michael Holczer. Auch Ex-Profi und ARD-Radsportexperte Marcel Wüst ist dabei. Fragen rund um die Ausrüstung werden auf der Freiluft-Radsportmesse an der Kyll beantwortet, wo sich 75 Aussteller auf rund 5000 Quadratmetern präsentieren. Die Vorbereitung sind laut Hans-Peter Böffgen, Geschäftsführer der Tourismus- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (TW) Gerolsteiner Land, "im grünen Bereich". Dennoch gibt er unumwunden zu, dass die Organisation letztlich "mehr Aufwand als gedacht" machte. Allen voran die "Umsetzung des Rennkonzepts" habe die Verantwortlichen vor eine Fülle von Problemen gestellt, "schließlich müssen allein für den Radmarathon am Samstag in einem großen Gebiet für mehrere Stunden zahlreiche Straßen gesperrt werden." Die dafür notwendige Kooperation mit den vielen Betroffenen (von Firmen bis zu Privatleuten) habe unzählige Gespräche und "Hunderte von Einzellösungen" notwedig gemacht. In dieser Dimension für Böffgen & Co. bislang Neuland. Der TW-Chef nennt Beispiele: So seien für die Radrennen mehr als 500 Helfer - von Polizei über Sanitäter bis hin zu Strecken- und Verpflegungsposten - im Einsatz, und allein für den Marathon würden 30 Tonnen Absperrmaterial wie Baken, Schilder, Strohballen und Flatterband benötigt. "Und das muss alles am Freitag auf- und am Samstag nach dem Rennen wieder abgebaut werden." Vor dem Hintergrund dieses Aufwands und der daraus gewonnenen Erfahrung sagt Böffgen im Hinblick auf das ganz große Ziel: "Im nächsten Jahr haben wir alles besser, im Jahr drauf hundertprozentig im Griff. Dann sollten wir uns an die Deutschland-Tour machen und erst dann die Herausforderung ,Etappenort der Tour de France' annehmen. Denn das wird um ein Vielfaches aufwändiger." Darüber im Klaren, dass es noch ein weiter Weg zum Ziel ist, bleibt Böffgen dabei: "Wir wollen die führende Radsportregion in Deutschland werden." Das Tour-Festival sei ein wichtiger Schritt dahin, "denn wir erreichen damit ein junges Zielpublikum, das normalerweise nicht zu unseren Stammgästen zählt, und wir haben aus unserem Zielgebiet Deutschland und den Benelux-Staaten schon sehr viele Anmeldungen. Die wollen wir langfristig für unsere Region begeistern."