Erst schuften, dann feiern

Erst schuften, dann feiern

ROCKESKYLL. Sichtbarer Fortschritt: "Wir kriegen eine richtige Dorfmitte", freut sich Rockeskylls Ortsbürgermeister Peter Bartlick. Er spielt damit auf das neue Vereins- und Jugendhaus an, das ab Mai fertig gestellt sein soll sowie die auch als Festplatz nutzbare Buswendeanlage und den benachbarten Spielplatz, der ebenfalls neu gestaltet wird.

"Wir stehen unter wahnsinnigem Zeitdruck", klagt Rockeskylls Ortsbürgermeister Peter Bartlick einerseits, "denn bis August müssen wir wegen der Landes- und EU-Zuschüsse alle Projekte fertig gestellt und abgerechnet haben". Andererseits gewinnt er der notwendigen Eile auch Positives ab. Denn ab nächstem Jahr wird die Mehrwertsteuer erhöht, und auch die Verbandsgemeindeumlage wird nach den derzeitigen Prognosen erheblich steigen. "Dann wäre für uns ohnehin Ende", kommentiert Bartlick die Investitionsfähigkeit der Ortsgemeinde.Jobs erhalten und Steuerkraft erhöhen

Mit Rückblick auf die vielen Projekte in der jüngsten Vergangenheit (Neubaugebiet, Jugend- und Vereinshaus, Dorfmittelpunktgestaltung, Sportheimbau sowie die Friedhofsanierung) zieht er trotz der hohen Ausgaben und dem damit verbundenen Aufzehren der Rücklagen ein positives Fazit. "Ich habe zwar viel Kritik einstecken müssen, da viele Ältere im Dorf mir vorwerfen, das wäre alles zu viel, zu teuer und gehe zu schnell, aber ich stehe dazu: Es hat sich unheimlich viel getan und die 1,3 Millionen Euro, die wir investiert haben, werden das Dorf voranbringen." Zudem sei das Geld in die Region geflossen und habe somit dazu beigetragen, Jobs zu erhalten und die Steuerkraft zu erhöhen. "Das finde ich besser, als Hunderttausende Euro in eine Stiftung zum eigenem Zweck zu packen", spielt Bartlick auf das Vorgehen des Walsdorfer Ortsgemeinderats an (der TV berichtete). Im 2006er-Etat von Rockeskyll, der ausgeglichen ist, sind Investitionsausgaben von etwas mehr als einer halben Million Euro vorgesehen. Rund 300 000 Euro davon entfallen auf die Gestaltung des Ortsmittelpunktes (knapp 180 000 Euro) sowie die Buswendeanlage (120 000 Euro). Es wird mit 160 000 Euro an Zuschüssen gerechnet. Zudem werden im Rahmen von erkehrsberuhigenden Maßnahmen die Gehwege in Rockeskyll streckenweise ausgebaut. Damit soll die Sicherheit der Fußgänger entlang der viel befahrenen Durchgangsstraße erhöht, die Auto- und Lkw-Fahrer zu vorsichtigerer Fahrweise animiert werden (ausführlicher Bericht folgt). Um die in diesem Jahr geplanten Investitionen stemmen zu können, müssen 65 000 Euro an Krediten aufgenommen werden, der Schuldenstand der Ortsgemeinde wird Ende des Jahres bei voraussichtlich 90 000 Euro liegen. Bartlick geht aber von einer weiteren Schuldenreduzierung aus. Eigene Rücklagen hat die Gemeinde keine mehr, die Jagdgenossenschaft aber hat noch 77 000 Euro auf der hohen Kante. Beim größten Vorhaben, dem Bau des mit rund 400 000 Euro teuren Jugend- und Vereinshauses, sind laut Bartlick "bereits zwei Drittel verbaut". 134 000 Euro steuert das Land bei, ein Aufstockungsantrag soll weitere 12 000 Euro bringen. Offizielle Einweihungsfeier für den Neubau, den Spielplatz, die gesamte Ortsmitte wird am 10. September sein, eine Woche vor dem traditionellen Erntedankumzug mit -fest in Rockeskyll. "Vorher war es wegen der vielen fest stehenden Termine nicht möglich, es sollten aber alle dabei sein, und am Erntedankfest wäre im allgemeinen Trubel alles untergegangen, was wir präsentieren möchten." Gut möglich, dass den Rockeskyllern ein anstrengender Spätsommer bevorsteht.

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