Erster Beigeordnete Bernhard Jüngling ist Ersatzbürgermeister für die Verbandsgemeinde Hillesheim.

Kommunalpolitik : Jüngling kümmert sich um Hillesheim

Heute wird der Erste Beigeordnete offiziell zum Ersatzbürgermeister für die Verbandsgemeinde ernannt.

Manchmal dauert es eben etwas länger: Während Matthias Pauly bereits zum Ende vergangenen Jahres zum Beauftragten der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein während der Fusionsphase der Verbandsgemeinden Gerolstein, Hillesheim, Obere Kyll im Jahr 2018 ernannt wurde, erfolgte der gleiche förmliche Akt an der Oberen Kyll Anfang Februar. Landrat Heinz-Peter Thiel ernannte den dortigen Büroleiter Arno Fasen.

Nur in der VG Hillesheim dauerte es deutlich länger, wird aber am heutigen Donnerstag ebenfalls zum Abschluss gebracht. Dann wird Thiel in der Sitzung des Hillesheimer VG-Rats den Ersten Beigeordneten Bernhard Jüngling (52/CDU) zum Beauftragten für die Verbandsgemeinde Hillesheim ernennen. Wie Jüngling, der den Job gerne machen will, berichtet, gab es mehrere  Vorgespräche – zuletzt mit den Beigeordneten der VG und den Fraktionsvorsitzenden des VG-Rats. „Die waren einverstanden“, berichtet Jüngling. Daher ist am Donnerstag von einer Zustimmung des VG-Rats für den Vorschlag auszugehen.

Etwas schwieriger habe  sich – und das war der eigentliche Grund der Verzögerung – die Einigung mit seinem Chef, dem Bürgermeister der VG Adenau, Guido Nisius, dargestellt. Jüngling berichtet: „Mein Dienstherr war nicht so ganz froh mit meinem Wunsch, schließlich mussten meine Aufgaben in der Verbandsgemeindeverwaltung Adenau auf andere Schultern verteilt werden.“ Im Rathaus in Adenau ist Jüngling nicht nur Büroleiter und somit auch für die Personalangelegenheiten zuständig, sondern auch noch Leiter der Leader-Geschäftsstelle. Die kümmerst sich um das wichtige Thema der EU-Zuschüsse für die vielfaltigen Programme des landlichen Raums. Und er ist Leiter der Sozialstation und als solcher zwar nicht im Tagesgeschäft tätig, aber eben für Organisatorisches. Nach, wie der 52-Jährige sagt, mehreren Gesprächen zwischen seinem Dienstherrn, Vertretern des Innenministeriums und des Landrats sei dann aber eine Lösung gefunden worden, mit der alle leben könnten: eine Teilzeitlösung. Jüngling konkretisiert: „Ich werde die Arbeit zwischen Hillesheim und Adenau fifty-fifty aufteilen und zu jeweils festen Zeiten hüben wie drüben anwesend sein.“ In Adenau würde seine bisherige Arbeit  auf mehrere Schultern verteilt, in Hillesheim würden die Beigeordneten Jakob Blum (CDU) und Dieter Demoulin (SPD) ihn unterstützen. Und außerdem gelte die Regelung ja „nur“ wie er sagt, bis zum 31.12. dieses Jahres. Auf die Frage, ob er darüber hinaus in der neuen VG Gerolstein Ambitionen habe und als Bürgermeister-Kandidat antreten werde, sagte der CDU-Mann: „Darüber habe ich mir noch überhaupt keine Gedanken gemacht.“ Richtig sei aber schon, „dass ich hier natürlich schon gerne seit 2004 gesessen hätte“, meinte er auf TV-Frage im Hillesheimer Bürgermeisterbüro. Damals hatte er als CDU-Mann und somit Favorit die Urwahl um den Bürgermeisterposten in der VG Hillesheim gegen die parteilose Heike Bohn verloren – und eine Zeitlang daran zu knabbern gehabt.

Dass er den Job des Beauftragten übernehmen wird, hält er schlichtweg für die beste Lösung. „Ich bin in den Themen drin, war an den Fusionsverhandlungen beteiligt, weiß, was ansteht. Jemand von außen hätte erst mühsam eingearbeitet werden müssen, wofür aber eigentlich gar keine Zeit mehr ist, schließlich ist schon fast Ostern“, sagt Jüngling. Seine wichtigste Aufgabe sieht er darin, „die VG Hillesheim vernünftig in die neue VG zu überführen“ und dabei die Belastung der Mitarbeiter in Grenzen zu halten. Denn, „die Mehrarbeit ist schon immens, schließlich muss das laufende Geschäft ja auch erledigt werden“, sagt  Jüngling.

 Neue Großprojekte würden 2018 auch nicht angestoßen, denn das sei Sache des Rats der neuen VG. Doch mit den Planungen der neuen Schulturnhalle, dem Projekt blau plus in Hilleshem und der Sanierung der Realschule, die bereits auf den Weg gebracht wurden, „haben wir dieses Jahr noch genug zu tun“, meint der der designierte Ersatz-Bürgermeister, der bereits seit Jahresbeginn die Geschäfte im Hillesheimer Rathaus führt. Denn die damalige Bürgermeisterin Heike Bohn hatte zum Jahresende erklärt, für eine Beauftragung ab 1. Januar 2018 nicht zur Verfügung zu stehen.

Nun sitzt Jüngling im Bürgermeisterbüro, großartig eigene Akzente hat er, was die Einrichtung betrifft, aber nicht gesetzt. „Ich habe hier ein Bild aufhängen lassen, das wir noch im Fundus des Rathauses hatten, und die Landkarte des Hillesheimer Landes habe ich übernommen.“, sagt er. Persönliche Dinge? Fehlanzeige. Und das wird vermutlich auch so bleiben, denn er sagt: „Ich halte mein Büro, wie in Adenau, eher funktional.“