Erster Wettkampf ist mit Stäbchen

Erster Wettkampf ist mit Stäbchen

NAGANO/GEROLSTEIN/BITBURG. Japan ist das Gastgeberland für die weltgrößte Sportveranstaltung des Jahres 2005. Zu den "Special Olympics World Winter Games" in Nagano sind auch fünf Teilnehmer der Westeifel-Werke Gerolstein aufgebrochen, um zunächst beim "Host-Town-Programm" Land und Leute kennen zu lernen.

Ein fremdes Land, eine fremde Kultur und vor allem fremde Sitten haben die Sportler aus der Eifel angetroffen - und alle sind vollauf begeistert. "Die Menschen hier sind besonders freundlich und nett zu uns", sagt Daniel Reinhard aus Oberstadtfeld und ist überrascht, dass sich viele Leute oft vor ihm verbeugen, um Danke zu sagen. Die einzige Schwierigkeit von Reinhard ist das japanische Essen. "Gott sei Dank kann ich mir auch eine Gabel bestellen, denn mit den Stäbchen komme ich gar nicht klar", sagt der Eifeler und probiert die meist unbekannten Gerichte nur häppchenweise. Vor Beginn der Wettkämpfe an diesem Samstag war die deutsche Delegation zu Gast in Minimanaki, einer kleinen Stadt mit 3500 Einwohnern, 1300 Meter hoch in den Bergen gelegen. Mehr als 100 freiwillige Helfer hatten ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet, das bedingt durch die lange Anreise nur über zwei Tage ging. Dennoch waren die Athleten aus der Eifel begeistert. "Fasziniert haben mich die hohen Berge und besonders eine Zugfahrt zu dem auf 1453 Meter höchst gelegenen Bahnhof Japans", berichtet Marco Bergert aus Bitburg, einer der Floorhockeyspieler aus den Westeifel Werken.Eröffnungsfeier längst auverkauft

Besuche in Schulen, Theateraufführungen, Drachenbau und das Vorführen von japanischen Traditionen wie Reiskuchenschlagen bildeten weitere Programm-Höhepunkte. Neben diesen außergewöhnlichen Erlebnissen war eines für die Sportler aus der Eifel noch wichtiger: der Kontakt zur japanischen Bevölkerung und zu den "Volunteers", den freiwilligen Helfern. Einer von ihnen ist Takahiro Bada, ein 25-jähriger Germanistik-Student aus Tokio. Er hatte von seinem Professor von den Special Olympics erfahren und daraufhin spontan seine Mithilfe zugesagt. Obwohl er noch nie mit geistig behinderten Menschen zu tun hatte, verflogen seine anfänglichen Berührungsängste schon beim traditionellen "Fähnchenwinken" zum Empfang. "Es war sogar schon jemand bei mir, um nach Rat zu fragen, weil er wohl Liebeskummer hat", berichtet der sehr gut deutsch sprechende Student. Gerne wäre er auch als "Volunteer" mit nach Nagano gefahren, doch dafür fehlte ihm die Zeit. Eröffnet werden die achten Welt-Winterspiele im "M-Wave", der größten Arena in der Olympiastadt. Zur längst ausverkauften Eröffnungsfeier werden zahlreiche Prominente aus Show und Sport erwartet - und ein Vertreter der japanischen Kaiserfamilie. An den Special Olympics-Winterspielen nehmen 2500 Athleten mit geistiger Behinderung aus 86 Ländern der Erde teil. Um olympisches Edelmetall geht es in sieben Sportarten: Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Floorhockey, Ski Alpin, Skilanglauf, Snowboard und Schneeschuhlaufen. Lasst uns gemeinsam feiern ("Let's celebrate together”) - unter diesem Motto stehen die Spiele, die erstmals in der Geschichte in Asien ausgetragen werden. Und bei denen hat schon das Vorprogramm Erinnerungen an feierliche Augenblicke hinterlassen. Von Hermann Dahm SHERMANN DAHM ist Prokurist der Westeifel-Werke Gerolstein und begleitet zurzeit die deutsche Floorhockey-Olympia-Mannschaft in Japan.