"Es geht weder vor noch zurück"

"Es geht weder vor noch zurück"

Hillesheims Stadtbürgermeister Matthias Stein (CDU) setzt sich dafür ein, dass der Schwerlastverkehr aus der Innenstadt verschwindet. Einfach wird das allerdings nicht.

Die Belastung der Aachener Straße in Hillesheim durch den Schwerlastverkehr ist nicht mehr zu ertragen: Das ist zumindest die Überzeugung von Stadtbürgermeister Matthias Stein (der TV berichtete), der mit dieser Meinung aber nicht allein steht. Deshalb bereitet er einen Antrag an die Kreisverwaltung vor. Ziel: Alle Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 7,5 Tonnen sollen aus der Stadt verschwinden und umgeleitet werden.

Das bislang jüngste Malheur geschah vor gut zwei Wochen: Zwei Sattelschlepper begegneten sich in der Hillesheimer Stadtmitte, und zwar in der Kurve vor dem Krimihotel (ehemals Hotel Fasen). Beim Versuch, aneinander vorbeizurangieren, riss der Auflieger eines LKW einen Sandstein-Erker ab, das Gemäuer krachte auf den Gehweg. "Wenn da jemand unten vorbeigegangen wäre", sagt Matthias Stein, "der wäre mausetot gewesen."

Unterstützt wird Stein in seinem Anliegen von Christoph Böhnke, dem Direktor des Krimihotels und des "Augustiner-Klosters" nebenan. "Auf jeden Fall. Jetzt, bei diesem Wetter, geht es ja schon wieder los: ein Langholzlaster nach dem anderen. Die sind im Winter das Schlimmste, was wir hier haben. Und sind durch den Überstand ja noch länger als andere LKW."

Abgesehen davon habe man unter der Woche wegen des Lärms und der Erschütterungen "sehr große Probleme", eines der vorderen Zimmer zu vermieten. Nur am Wochenende sei das problemlos möglich.

Die Bruchstücke des abgerissenen Erkers hat Böhnke vor dem Hotel abgestellt. Auch er ist überzeugt: "Die hätten jemanden erschlagen, wenn er darunter gestanden hätte."

Auch Werner Schröder, Leiter der Abteilung Planen-Bauen-Umwelt bei der Verbandsgemeinde, sieht das Problem mit den LKW: "Das ist tatsächlich so. Wenn sich da zwei begegnen, geht nichts mehr."

Dem Bürgermeister schwebt nun vor, alle Schwerlaster um die Stadt herum zu leiten: Aus Richtung Jünkerath sollen sie von der B 421 in Höhe von "Crumps Mühle" auf die Kreisstraße 47 in Richtung Oberbettingen abzweigen, aus der Gegenrichtung würden sie in Walsdorf abgeleitet. Von beiden Seiten soll der Verkehr dann über Dohm-Lammersdorf verlaufen.

Die K 47 ist für diesen Verkehr nicht ausgelegt



Der Antrag an die Verwaltung des Vulkaneifelkreises soll in Kürze verfasst und versendet werden. Bei der Verwaltung in Daun kann man aber noch nicht sagen, ob die Hillesheimer damit Erfolg haben werden. "Solange kein konkreter Antrag vorliegt, ist alles nur Mutmaßung", sagt Pressesprecherin Verena Bernardy.

Fest stehe allerdings: "Die K 47 ist für diesen Verkehr nicht ausgelegt." Insofern sei auch die Verkehrsführung nicht ohne Weiteres zu ändern. ExtraImmer dichter: Laut einer Prognose des Landesbetriebs Mobilität (LBM) soll der ohnehin bereits stark angestiegene Verkehr in Hillesheim noch zunehmen (TV vom 23. November): Im Jahr 2030 sollen es täglich nahezu 12 000 Fahrzeuge sein. Der Stadtrat befürwortet deshalb eine Umgehung - unabhängig davon, ob der nun beabsichtigte Antrag auf Umleitung des Schwerlastverkehrs Erfolg haben wird. Die Planungen dazu sind allerdings noch im Anfangsstadium. (fpl)