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"Es kann nur in kleinen Schritten weitergehen"

"Es kann nur in kleinen Schritten weitergehen"

DAUN/NERDLEN/KRADENBACH. Seit etwas mehr als einem Jahr ist Manfred Hein Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ) Daun. Im Gespräch mit dem TV erzählt er, wie er in dieser Zeit das TGZ erlebt hat und ob sich in in der Darstellung des TGZ nach außen etwas geändert hat.

Dass es kein leichter Job wird, das war auch Manfred Hein vor seiner Ernennung zum Geschäftsführer des Technologie- und Gründerzentrums (TGZ) Daun klar. "Ich war mir bewusst, dass es nicht einfach wird. Meine Aufgabe ist es, das TGZ marketingmäßig zu verkaufen. Dass dabei nicht alles zum Erfolg führt, war mir von vornherein klar." Trotzdem - den Job als Geschäftsführer des TGZ Daun würde der Verwaltungswirt immer wieder machen, wie er erklärt. "Das ist ehrlich gemeint. Denn es ist gleichzeitig eine schöne und schwierige Arbeit. Schön, weil ich frei agieren kann und Erfolge schnell und transparent sichtbar werden. Schwer ist sie, weil man viele Ansätze braucht, um etwas zu bewirken." Viele Unternehmen mieten nur ein Büro

Vor rund sieben Jahren eröffnet, ist es heute für die Verbandsgemeinde Daun nicht leicht, Mieter für das TGZ zu finden. Denn die allgemeine wirtschaftlich schwere Lage im Land hat auch vor dem TGZ und der gesamten Region nicht halt gemacht. Die Folge: Einigen Unternehmen im TGZ geht es nicht so gut, was dazu führte, dass sie ihre Büros geschlossen haben oder darüber nachdenken. Hinzu kommt, dass es für Existenzgründer immer schwieriger wird, ins Geschäft zu kommen. Für eine Einmietung ins Gründerzentrum, das grundsätzlich gute Voraussetzungen für einen Unternehmerstart bietet, sind oft keine finanziellen Mittel vorhanden. Trotz der widrigen Umstände ist die Anzahl der Firmen im TGZ mit 14 gegenüber 2004 gleich geblieben, weil sich neue Firmen eingemietet haben. Die Auslastung ist aber gesunken und das hat einen einfachen Grund. Manfred Hein erklärt: "Im Gegensatz zu früher, wo Firmen vier bis fünf Büros angemietet hatten, sind jetzt Unternehmen hier, die nur noch ein Büro haben. Wenn, wie im vergangenen Jahr geschehen, eine Firma wegzieht, die 250 Quadratmeter gemietet hatte, muss ich dafür jetzt zehn andere Firmen finden, um das zu kompensieren, und das ist sehr schwer." Doch wie kann man das TGZ attraktiv für Firmen machen, als Veranstaltungsort für Seminare oder Messen positionieren, was spricht für das TGZ und welche Pläne hat man für das nächste Jahr? "Darüber denke ich ständig nach", sagt Manfred Hein. "Für das laufende Jahr überlegen wir, eine Art Bildungsmesse zu veranstalten, worüber schon Gespräche geführt werden. Und dann versuchen wir natürlich, die Räumlichkeiten weiter zu vermieten." Gedacht wird hierbei an die Möglichkeit, bestehende kleine Unternehmen anzusprechen, die schon einige Jahre auf dem Markt sind und deren Geschäftsräume zu klein geworden sind. Hein: "Die Konditionen im TGZ sind sehr gut, pro Quadratmeter bezahlt der Mieter nur 4,10 Euro Kaltmiete." Hoffen auf den Weiterbau der A 1

Bei seinem Amtsantritt am 1. Dezember 2004 hatte der neue Geschäftsführer es sich zur Aufgabe gemacht, den Bekanntheitsgrad des TGZ zu verbessern. Ist ihm das denn gelungen? "Das müssen andere entscheiden", sagt Hein, "mein Eindruck ist, dass es ein Stück weit gelungen ist. Es wurden viele Veranstaltungen angeboten. Durch persönliche Kontakte gelang es, einige Schulungsräume zu vermarkten, so dass sie jetzt regelmäßig genutzt werden. Das TGZ ist nach meiner Meinung heute mehr Menschen ein Begriff als noch vor einem Jahr." Dass aber noch nicht alles perfekt läuft, weiß auch Hein. "Alles ist noch steigerungsfähig, aber es kann nur in kleinen Schritten gehen." Auch den Weiterbau der A 1 sieht Manfred Hein positiv für das TGZ. "Jedes kleine Stück, das weiter gebaut wird, ist gut für das Gewerbegebiet und das TGZ." Die Firma Eifelwerk hat im Gewerbegebiet neben ihrer momentan leer stehenden Halle ein zusätzliches Grundstück erworben und will 2007 wieder eine Produktion hier aufnehmen, so Manfred Hein. Auch für andere noch nicht genutzte Flächen im Industrie- und Gewerbepark ist die Verbandsgemeinde Daun im Gespräch mit Unternehmen, wobei eine Firma bereits konkretes Interesse gezeigt hat, sich hier niederzulassen.