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"Es steht eine Menge auf dem Spiel"

"Es steht eine Menge auf dem Spiel"

ELLSCHEID. Seit einer Woche dürfen Hühner, Enten, Gänse und andere Vögel als Schutz vor der Vogelgrippe nicht mehr im Freien gehalten werden. Im Kreis Daun sind rund 800 Betriebe und private Halter von der bis 15. Dezember geltenden Regelung betroffen, darunter auch der Geflügelhof Janshen in Ellscheid.

Während mancher sich nur um eine Behausung für einige wenige Tiere kümmern musste, spielt der Geflügelhof Janshen in Ellscheid in einer "anderen Liga". Die Geflügelhaltung und die Vermarktung der Produkte sind die Existenzgrundlage des Familienbetriebs. Das seit gut 50 Jahren bestehende Traditionsunternehmen hat 10 000 Hühner und 250 Gänse. 2500 der Hühner werden normalerweise draußen gehalten, aber auch sie sind schon seit geraumer Zeit im Stall. "Als die Diskussion um die Vogelgrippe losging, haben wir, auch im eigenen Interesse, schon vor gut drei Wochen beschlossen, die Tiere im Stall zu lassen", berichtet der Juniorchef des Geflügelhofs, Mario Janshen. Grundsätzlich bleiben die Freiland-Hühner ohnehin von November bis März im Stall, in diesem Jahr nun eben aus gegebenem Anlass etwas früher. Seit die Tiere im Stall sind, werden die Eier - obwohl das zulässig wäre - nicht mehr als "Freiland-Eier" verkauft. "Wir haben uns von vornherein zu einer klarer Kennzeichnung entschlossen", erklärt Janshen. Das Thema "Vogelgrippe" hat den Alltag des Geflügelhofs noch wenig beeinflusst. Als allerdings von den in Neuwied gefundenen toten Zugvögeln berichtet wurde, war es auch für Mario Janshen ein gehöriger Schreck. "Mein erster Gedanke: Ist die Grippe jetzt schon so nah bei uns? Und gleich danach überlegst du, welche Konsequenzen es haben würde, wenn sich ein solcher Verdacht bestätigen würde. Es steht ja für uns als Familienbetrieb eine ganze Menge auf dem Spiel." "Wir halten uns an die Vorschriften"

Umso größer war seine Erleichterung, als der Verdacht sich nicht bestätigte. Bislang hat die Diskussion um die Vogelgrippe für die Familie Janshen, die ihre Produkte auf Märkten sowie in Läden in Ellscheid und in Daun direkt vermarktet, keine wirtschaftliche Einbußen mit sich bringen. Aber: "Die Kunden sind beunruhigt, sie stellen viel mehr Fragen an die Verkäuferinnen als sonst", sagt Mario Janshen. Er bleibt so gelassen, wie es in der derzeitigen Situation möglich ist: "Wir halten uns streng an die Vorschriften und tun damit das, was in unseren Möglichkeiten liegt. Auf alles andere haben wir keinen Einfluss."