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Es wird prozessiert statt repariert

Es wird prozessiert statt repariert

Die Geschichte der drei Windkraftanlagen auf einer Anhöhe bei Zilsdorf steht unter keinem guten Stern. Vor ihrer Aufstellung vor elf Jahren gab es im Dorf und der gesamten Verbandsgemeinde einen Riesenkrach zwischen Gegnern und Befürwortern. Seit zehn Jahren läuft nun zwischen dem Betreiber der Anlagen und dem Hersteller eine juristische Auseinandersetzung.

Walsdorf-Zilsdorf. Ganz ruhig ist es seit langem an den Windkraftanlagen bei Zilsdorf. Die gehören der Temme AG aus Trier und sind seit 2003 in Betrieb. Zuvor hat die Aufstellung der Anlagen für einen großen Streit im Dorf und der gesamten VG Hillesheim gesorgt.
Unternehmer Jörg Temme hat die Flächen gekauft, an die Gemeinde Walsdorf muss er aber eine Pacht wegen der Wegenutzung bezahlen. Und die ist nach Auskunft des gerade wiedergewählten Ortsbürgermeisters Horst Kolitsch regelmäßig bezahlt worden - auch schon für 2014.
Und das, obwohl seit 2012 der Rotor an einer der Windkraftanlagen abmontiert ist und auf dem Boden liegt.
Was war passiert? Das Hauptlager an der Anlage ist defekt und muss ausgetauscht werden. Deshalb wurde der Rotor vor zwei Jahren abgebaut. Doch eine Reparatur ist nicht in Sicht, denn Jörg Temme prozessiert schon seit 2004 gegen den Hersteller der Windkraftanlagen, der Nordex AG aus Hamburg. "Wir liegen beim Landgericht Trier in einem Rechtsstreit mit dem Hersteller, weil er ein wesentliches Bauteil in die Anlagen nicht eingebaut hat. Es handelt sich dabei um ein Zustandsüberwachungssystem. Uns wurde die ganzen Jahre suggeriert, dass es eingebaut war. Wir haben dafür bezahlt, man hat uns Berichte über den Zustand der Anlagen von einem angeblichen Condition Monitoring System geliefert, aber das System gab es gar nicht in den Anlagen", erklärt Jörg Temme im Gespräch mit dem TV. Die Folge dieses Prüfberichtes der Nordex: Das Hauptlager an einer der Anlagen ist kaputt, da kein System auf den Schaden aufmerksam machte. Dieses muss nun ausgetauscht werden, was aber nicht ganz billig ist.
Wegen der nicht vorhandenen Überwachungsanlage sind auch die beiden anderen Windkraftanlagen 2012 abgeschaltet worden. Am 18. Juni standen sich die Prozessgegner in einer öffentlichen Sitzung der Zivilkammer des Landgerichts wieder gegenüber, zudem wurden Zeugen vernommen.
Zu einem Urteil kam es aber nicht, der Termin zur Verkündung einer Entscheidung wurde auf den 31. Juli vertagt. "Tatsache ist, dass die Lügen vor dem Landgericht Trier bei Gerichten in Kiel und Schleswig aufgedeckt wurden. Nordex hat über Jahre hinweg in mehreren Verfahren vor mehren Gerichten schlicht unwahre Tatsachen vorgetragen", sagt Geschäftsführer Jörg Temme von der Enerfarm GmbH Zilsdorf.