"Etwas Giftiges ist es nicht"

"Etwas Giftiges ist es nicht"

Am 3. Mai trifft sich ein Großaufgebot mit Vertretern aller Behörden in der Lavagrube Dockweiler. Dann wird die Sanierung der illegalen Halde, die aus Erdaushub und geschreddertem Müll besteht, konkret geplant.

Dockweiler. Aufgescheucht von den TV-Berichterstattungen am 7. und 14. April kursieren in der Bevölkerung und anderen Medien viele Gerüchte. Es wurden sogar Mengen von bis zu 60 000 Kubikmetern genannt, die illegal in die Lavagrube Dockweiler eingebracht worden sein sollen."Es handelt sich definitiv um rund 7500 Tonnen Gemisch aus Erde und geschreddertem Müll", versichert Matthias Schubert vom Landesamt für Bergbau (LAB) in Mainz und bestätigt damit die Berichte des TV. Bergamtsrat Schubert erklärt, dass demnächst sicherheitshalber rund 20 000 Kubikmeter aus der Lavagrube entfernt werden.Betreiberin beteuert, nichts gewusst zu haben

Hintergrund: Zwischen die rund 260 Ladungen des Erde-Müll-Gemischs, die zur Renaturierung des Abbaugebiets eingebracht wurden, wurden Fuhren mit normalem Erdabraum gekippt. Schubert meint mit Blick auf die Betreiberin der Grube, die bisher jegliche Beteiligung an der illegalen Müllentsorgung abstreitet: "Es ist davon auszugehen, dass mit Absicht die reinen Erdschichten zur Verschleierung eingebracht wurden." Horst Roos, Leitender Oberstaatsanwalt in Trier, bestätigt, dass die Ermittler weiterhin die Betreiber im Visier haben. Im TV-Gespräch beteuert Betreiberin Annemarie Grommes weiterhin, "nichts von der Sache gewusst zu haben und gelinkt worden zu sein". Den Zulieferer aus Gremberghoven haben die Ermittler der Kölner Staatsanwaltschaft in der Zange.Das Problem ist der Biomüll

Bis zum vergangenen Freitag musste Grommes ein Sanierungskonzept vorlegen. Es lag schon Donnerstagabend vor, und am Freitag hat das LAB Einladungen an alle Vertreter der zuständigen Wasser-, Abfall- und Naturschutzbehörden zu einem gemeinsamen Ortstermin verschickt, der für den 3. Mai geplant ist. Michael Klein von der Firma TOC-Consult aus Aachen, der die Analysen gemacht hat, erklärt: "Es hat sich gezeigt, dass Schwermetalle und Kunststoffe nicht die Probleme sind. Vielmehr ist irgendeine Art Biomüll in der Halde, über dessen Verrottung eine zu hohe Belastung von vier speziellen Werten ins Grundwasser gelangen kann.""Etwas Giftiges ist es nicht", beruhigt Schubert vom LAB. Für die Analyse wurden an zwölf Stellen der Halde 85 Tonnen ausgeschürft und erneut gemischt. Fünf Tonnen dieser Mixtur wurden untersucht. Dabei hat sich auch gezeigt, dass es schwierig ist, diese "Art Biomüll" vom Erdaushub zu trennen. Bergamtsrat Schubert erklärt: "Wir müssen am 3. Mai gemeinsam klären, wie das Gemisch zu separieren ist und wohin es entsorgt werden kann." Kein leichtes Unterfangen. Friedrich Häfner, LAB-Vize-Chef, meint: "Wir arbeiten in der Grube ja nicht mit dem Skalpell, sondern mit Baggern." Nach seiner Meinung könne schon heute prognostiziert werden, dass sich die Sanierung über Monate hinziehen werde. Für den Bergbau-Experten Schubert handelt es sich in Dockweiler um einen Einzelfall. Er sagt: "Es ist eine vorsätzliche Straftat und nicht geeignet, eine ganze Branche in Verruf zu bringen."