Evangelische Kirchengemeinde Adenau, zu der auch Teile der VG Kelberg gehören, hat neue Pfarrerin.

Kirche : „Ich möchte der Motor meiner Gemeinde sein“

Mit Claudia Rössling-Marenbach hat die Evangelische Kirchengemeinde Adenau, zu der auch Teile der Verbandsgemeinde Kelberg gehören, eine neue Pfarrerin. „Sehr neu und sehr anders“ – so bringt sie die ersten zehn Wochen auf den Punkt.

„Mitte des Lebens“ nennt die prominente evangelische Theologin Margot Käßmann die Zeit um den 50. Geburtstag. „Es war für mich der Zeitpunkt, mir beruflich die Frage zu stellen: Bleiben oder zu neuen Ufern aufbrechen?“, erzählt Claudia Rössling-Marenbach. Bleiben – in der Kirchengemeinde Seibersbach mit vier umliegenden Orten im Hunsrück, wo sie in „sehr freundschaftlich-familiärer Atmosphäre“ und „sehr gerne“ seit 16 Jahren ihre erste Pfarrstelle inne hatte? Oder doch zu neuen Ufern aufbrechen?

  Die 52-Jährige entschied sich für den Wechsel, bewarb sich auf die Stelle in Adenau - „ländlich und doch was los“, beschreibt die Pfarrerin ihren neuen Lebensmittelpunkt lachend. Am Buß- und Bettag im November 2018 war sie gewählt worden. Seit dem 1. Mai ist sie im Dienst. Und weiß, dass eine Weile vergehen wird, bis sie sich wirklich auskennt. Gehört doch die Evangelische Kirchengemeinde Adenau mit ihren rund 2500 Mitgliedern in fast 140 Orten auf 560 Quadratkilometern zu den flächengrößten in Rheinland-Pfalz.

   Sie sei freundlich aufgenommen worden und freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Menschen im Adenauer, Ahrbrücker, Kelberger und Kempenicher Land. Die ersten Pläne seien bereits geschmiedet: eine vierteljährliche zentrale Seniorengeburtstagsfeier werde es geben und eine neue Form für den Gemeindebrief „Der Ruf“. Zur Jubiläumskonfirmationsfeier ein Mal im Jahr werde sie neben den Silber-, Gold- und Diamantjubiläen ausdrücklich auch die 40-Jahr-Feier in den Blick nehmen. „Das ist meine Generation“, erklärt die Pfarrerin – „und die fehlt leider fast ganz im Gottesdienst und Gemeindeleben.“ Schön wäre es, wenn ein Kinderchor gegründet werden könnte.

  „Ich möchte der Motor meiner Gemeinde sein, möchte etwas bewegen für die Menschen aller Generationen und sie für die Aktualität von Gottes Wort begeistern“, wünscht sie sich. Und: „Ich habe Spaß an meiner Arbeit, und ich hoffe, dass die Menschen das spüren.“

   Claudia Rössling-Marenbach ist 1966 im Westerwald geboren und hatte nach dem Abitur zunächst eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert. Das Studium der evangelischen Theologie (in Wuppertal, Bonn und Heidelberg) sei eine Konsequenz aus einer sehr guten, lebendigen Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Heimatkirchengemeinde gewesen, meint sie. Ihre Vikariats- und Pfarrerin-zur-Anstellungs-Zeit verbrachte sie in Hürth bei Köln. Daraufhin war sie Pfarrerin der oben erwähnten Gemeinde Seibersbach. Mit Claudia Rössling-Marenbach kam ihr Lebensgefährte mit nach Adenau. Und nicht zuletzt den vier Hunden des Paares kommt der ländliche Charakter ihrer neuen Wirkungsstätte sehr entgegen.  

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