Experten diskutieren über Zukunft des Forsts

Klimawandel : Experten diskutieren über Zukunft des Forsts

Förster, Eigentümer und Wissenschaftler tauschen sich in Daun aus, wie im Wald auf den Klimawandel reagiert werden kann.

„Auch der Wald in der Vulkaneifel ist vom Klimawandel und dem daraus resultierenden Borkenkäferbefall stark betroffen. Große Fichtenbestände gehen zugrunde, aber auch Laubbäume stehen unter enormem Stress, sterben ab oder sind stark gefährdet. Den Wald für die Zukunft fit zu machen, ist eine große Herausforderung. Wie kann eine nachhaltige, klimagerechte und bezahlbare Waldwirtschaft der Zukunft aussehen“, fragte die SPD-Landtagsabgeordnete Astrid Schmitt auf der von ihr organisierten Veranstaltung „Waldwirtschaft der Zukunft“ in Daun-Steinborn. Dass neue Wege gegangen werden müssen, hat die Veranstaltung mit vielen Fachleuten und Waldbesitzern deutlich gemacht.

Ein rasanter Temperaturanstieg und abnehmende Bodenwasservorräte machen dem fichtengeprägten Wald in der Vulkaneifel große Probleme. Folgen sind Kahlschläge und käfergeschädigte Bestände, die besonders anfällig für Windwürfe sind. Der Humusboden wird fortgespült, und die Waldbrandgefahr wächst. Die Folgen des Waldsterbens sind aktuell nicht abschätzbar, aber sie werden dramatisch, sagte Horst Womelsdorf, Leiter des Forstamtes Daun. Die Kosten für die Schadensbeseitigung und eine Wiederaufforstung würden viele Waldbesitzer vor existentielle Probleme stellen. Daher sei aus seiner Sicht ein Umbau des Waldes dringend. Der Forst setze auf Naturverjüngung. Hierzu sei auch eine enge Kooperation mit den Jägern nötig.

Christian Mehlhorn, Geschäftsführer der Kommunalen Holzvermarktungsorganisation Eifel, unterstrich, dass das Holz aus der Vulkaneifel im Jahr 2018 zu „einigermaßen vernünftigen Preisen“ verkauft worden sei. Aber es sei damit zu rechnen, dass die Holzmarktpreise auch für Holz aus der Eifel sinken würden.

Wie betroffen die kommunalen und privaten Waldbesitzer sind, machte Gregor Mainzer, Vorsitzender des Waldbauvereins Daun, klar. Schon jetzt sei im Wald kaum noch Kostendeckung zu realisieren. „Die Zeiten, als der Wald noch die Sparkasse der Ortsgemeinden war, sind vorbei“, sagte er. Wichtig sei eine bessere Förderung durch die öffentliche Hand und ein Abbau der Bürokratie. In Relation zum Schaden sei die vom Land angebotene Förderung zu niedrig.

Michael Schimper und Johannes Pinn, Leiter der Forstämter in Gerolstein und Hillesheim, sagen: „Klimawandel heißt Waldwandel, heißt Waldwirtschaftswandel.“ Schimper hob hervor, dass Waldbesitzer einnen wichtigen ökologischen Beitrag für die Gesellschaft leisten.

Dass der Wandel dringend notwendig ist, hatte zuvor Georg Josef Wilhelm, Referent für Waldentwicklung, Naturschutz und Schutzgebiete im Wald des Forstministeriums vorgetragen. Sein Fazit: Nur eine natürliche Arten- und Genvielfalt bietet höchste Anpassungsfähigkeit. Die Wälder als Ökosystem müssen aus seiner Sicht gestärkt werden.

„Wir müssen neue Wege gehen, damit in Zeiten des Klimawandels die Waldwirtschaft für kommunale und private Waldbesitzer auskömmlich sein wird und der Wald als lebensnotwendiges Ökosystem erhalten bleibt. Eine Aufgabe, die die  Zusammenarbeit aller Beteiligten auf allen Ebenen notwendig macht“, resümierte Astrid Schmitt nach der Veranstaltung. Sie appelliert an alle, sich besser zu vernetzen.