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Fabian Scory hat seine Ausbildung als Technischer Produktdesigner bei der Vulkan Technik GmbH in Wiesbaum absolviert.

Wirtschaft : 2473 Azubis hat er hinter sich gelassen

Fabian Scory hat Technischer Produktdesigner bei der Vulkan Technik GmbH in Wiesbaum gelernt. Und das mit großem Erfolg: Er ist Bester seines Fachs in Deutschland.

Es gilt als normal, dass rheinland-pfälzische Eifeler tagtäglich zur Arbeit nach Nordrhein-Westfalen pendeln. Aber es geht auch umgekehrt: Der 23-jährige Fabian Scory lebt mit seiner Familie in Frohnrath bei Kall und fährt zum Job nach Wiesbaum. „Das ist keine große Sache, nur eine halbe Stunde“, meint er. Aufmerksam wurde er auf seinen Ausbildungsbetrieb und jetzigen Arbeitgeber, die Vulkan Technik GmbH, durch eine ganz klassische Zeitungsannonce, obwohl er auch im Internet gesucht hatte. „Mich hat sofort die Branche Automobilzulieferer angesprochen“, erläutert er den ersten Beweggrund, sich nach drei Semestern Maschinenbaustudium jenseits der Landesgrenze zu bewerben.

Das Studium musste er wegen Krankheit ad acta legen, doch die Entscheidung für eine auf zweieinhalb Jahre verkürzte Ausbildung zum Technischen Produktdesigner hat er nicht bereut. „Es ist viel praxisorientierter als das Studium, und gerade diese Kreativität macht mir am meisten Spaß.“ So ganz hat er die akademische Laufbahn nicht aus den Augen verloren, denn nun will er in Schleiden an einem Ableger der Rheinischen Fachhochschule Köln das Fach Produktionstechnik weiterstudieren.

„Das geht berufsbegleitend. Darüber bin ich sehr froh, denn die Firma in Wiesbaum ist für mich so attraktiv, dass ich dort natürlich gern bleibe“, freut sich Scory. Die Heimatnähe ist für ihn ein gutes Argument, und so ist er eine jener Nachwuchskräfte, auf die Wirtschaftsförderer der Region abzielen: gut ausgebildet und motiviert, zugleich verbunden mit der Eifel und nicht unbedingt jemand, den es sofort wieder wegzieht.

Fabian Scory hat sich für einen Beruf entschieden, bei dem es neben der Kreativität sehr auf höchste Präzision ankommt. Früher wurde er Technischer Zeichner genannt, doch nicht nur Zeichnen und Entwerfen gehört zum Leistungsspektrum, auch die Dokumentation, die Umsetzung und die Materialkenntnis. Immer mitberücksichtigt werden Kriterien wie Ressourceneffizienz oder Recyclingfähigkeit der verwendeten Materialien: „Da ist Ökologie auch ein handfester ökonomischer Faktor.“

Mathematik, Werkstoffkunde und Wirtschaft zählen zur theoretischen Prüfung, die praktische besteht aus einem eigenen Projekt, welches er vom Erstentwurf bis zur Präsentation inklusive eines 3D-Modells am Computer erstellte.

„Da muss man auch überzeugen, erklären und argumentieren können“, schildert er die Anforderungen, für deren Erfüllung er viel trainierte. „Ich war schon aufgeregt. Aber zugleich wusste ich genau, was ich zu tun hatte, und das gab mir Sicherheit.“ Zudem liegen ihm die Genauigkeit und das technische Verständnis, die für einen Erfolg als Produktdesigner benötigt werden, schon seit jeher.

Ein Live-Wettbewerb mit Lampenfieber steht jedoch nicht hinter seiner Auszeichnung als bester Ausbildungsabsolvent seines Berufes. „Dafür wurden nur deutschlandweit alle Ergebnisse verglichen.“ Und seine waren, wie er mit einer Mischung aus Stolz und Bescheidenheit zugleich verrät, dann in jedem Bereich 1a. Nun hat er in seiner Freizeit wieder mehr Freiraum für sein Hobby: Er ist im Motorsportclub Wißkirchen begeisterter Motocross-Fahrer. „Da kann ich mich austoben, das ist ein echter Ausgleich zum Job im Büro.“ Vor ihm liegt nach dem weiteren Studium auch die Möglichkeit einer beruflichen Führungsposition.