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Fährt die Eifelquerbahn bald wieder zwischen Gerolstein und Kaisersesch?

Kostenpflichtiger Inhalt: Reaktivierung wieder ein Thema : Fährt die Eifelquerbahn bald wieder zwischen Gerolstein und Kaisersesch?

Eine Reaktivierung des Eifelquerbahn-Teilstücks Gerolstein-Kaisersesch ist wegen des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung wieder ein Thema. Nun sollen die Chancen einer Wiederinbetriebnahme geprüft werden.

Totgesagte leben länger - das könnte möglicherweise auch auf die Eifelquerbahn zwischen Gerolstein und Kaisersesch zutreffen. Denn lange dümpelte die Diskussion über die Zukunft der Strecke so vor sich hin, erst 2019 kam wieder Bewegung rein, als die etwas mehr als 50 Kilometer lange Strecke für gut 1,5 Millionen Euro zum Verkauf ausgeschrieben wurde.

Zwei Interessenten gibt es: die Brohltal-Schmalspureisenbahn-Betriebs-GmbH aus Brohl-Lützing (Kreis Ahrweiler), die mit dem Vulkan-Express seit mehr als 40 Jahren eine Schmalspurbahn zwischen Brohl am Rhein und Engeln in der Eifel betreibt, sowie die Eifelbahn Verkehrs GmbH aus Linz (Kreis Neuwied). Das Unternehmen mit Sitz in der Stadt am Rhein strebt aber keine touristische Nutzung an, sondern hat sich für eine Reaktivierung der Strecke für den Schienenpersonen-Nahverkehr (SPNV) ausgesprochen.

Vertreter der Kaufinteressenten und des SPNV Nord, Landtagsabgeordnete, der Vorsitzende des Vereins Eifelquerbahn, Jens Wießner, und weitere Beteiligte waren vor Kurzem nach Kaisersesch eingeladen worden, wo eine Sitzung des kommunalen Arbeitskreises (AK) Eifelquerbahn anberaumt worden war.

Mitglieder sind die Verbandsgemeinden Daun, Gerolstein, Kaisersesch, Kelberg und Ulmen sowie die Landkreise Cochem-Zell und Vulkaneifel. Das Thema der Zusammenkunft: Gibt es für die Eifelquerbahn eine neue Perspektive mit Blick auf die neuen Bundesmittel, mit denen stillgelegte Bahnstrecken gefördert werden können.

„Die Reaktivierung ist durch das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung wieder Thema geworden“, erklärt Heinz-Peter Thiel, Landrat des Kreises Vulkaneifel und AK-Sprecher. Ergebnis der Beratungen in Kaisersesch: Der SPNV Nord soll eine Machbarkeitsuntersuchung zur Wiederbelebung der Strecke in Auftrag geben.

Thiel: „Damit dürfte sich die ‚festgefahrene Weiche‘ auch zur Reaktivierung der seit Jahren brachliegenden Eifelquerbahn von Kaisersesch bis Gerolstein als strukturelle Ost-West-Anbindung von der Eifelstrecke bis Andernach/Koblenz an die Rheinschiene, insbesondere als Anbindung des Mittelzentrums Kreisstadt Daun, wieder bewegen lassen. Mal sehen, was geht.“

Nachdem auch der Bundesrat zugestimmt hat, steht fest, dass es mehr Geld für den Nahverkehr auf der Schiene gibt. Die Länder erhalten somit bereits im laufenden Jahr 150 Millionen mehr zur Verfügung, um den Umstieg auf umweltfreundlichen Verkehr finanzieren zu können.

Bis 2031 erhöhen sich die sogenannten Regionalisierungsmittel dadurch um insgesamt mehr als fünf Milliarden Euro. Rheinland-Pfalz hat aus dem Gesamttopf von gut 8,6 Milliarden Euro einen Anteil von 8,73 Prozent.

Das würde bedeuten, dass das Land von den 150 Millionen Euro in diesem Jahr 13,1 Millionen mehr erhält.