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Fanny, Willy und die Paukerbande

Fanny, Willy und die Paukerbande

HILLESHEIM. Vorhang auf für Fanny und Willy: Mindestens 60 Kinder, außerdem Lehrer, Eltern und ältere Herrschaften aus dem Katharinenstift, stehen heute und Samstag auf der Bühne des Hillesheimer Grundschul-Atriums.

Willy, die Maus, lebt auf der Kippe. Und zwar wörtlich: Sein Heim ist die Müllhalde. Dort lernt der Nagezahn (gespielt von Lena Jakoby) eines Tages Artgenossin Fanny (Kim-Melina Kurth) kennen - und gemeinsam retten die beiden ihre Stadt vor dem fiesen Gift-Gangster Eduard von Rattenschwanz. Wie die beiden klugen Mäuse Hillesheim vor dem Schlimmsten bewahren, das ist am heutigen Freitag und am Samstag ab 19 Uhr im Atrium der Ganztags-Grundschule (GTS) zu erleben. Dabei haben sie ein Ensemble wie am Staatstheater: Rund 80 Akteure machen mit beim Müll-Musical "Fanny und Willy retten die Stadt". Die Geschichte über die Umwelt und wie wir sie verschmutzen, ein Kinderbuch aus dem Verlag von Eifel-Liedermacher Manfred Ulrich, haben sie gemeinsam umgestrickt und bühnenreif gemacht. Seit Sommer laufen die Vorbereitungen. Die Kinder lernten ihre Texte, bauten und bemalten die Kulissen inklusive Stadtmauer, entwarfen Plakate und Eintrittskarten. Aus allen Jahrgangsstufen, aus allen Arbeits- und nachmittäglichen Projektgruppen machen Schüler mit. Für die Schule war es wichtig, dass so viele zusammenwirken und am gemeinsamen Ziel arbeiten - fächer-, projekt- und jahrgangsübergreifend. Und es funktioniert: "Was mir am meisten Spaß macht? Dass wir alle zusammen arbeiten und so ein gutes Team sind", sagt Fanny-Darstellerin Kim-Melina Kurth. Auch das Umwelt-Thema findet sie gut: "Da achte ich auch drauf, auf jeden Fall. Ich schmeiße auch nie einen Kaugummi aus dem Auto, sondern warte immer, bis ich einen Mülleimer sehe." "Allein schon die Generalproben sind eine logistische Meisterleistung", ächzt Konrektor Christian Linden: Neben den schauspielernden Kindern ist zum Beispiel auch ein Chor mit dabei, und die Jungfilmer von den "Videofuzzies" halten alles für die Nachwelt fest. "Das ist für uns eine Premiere in vielerlei Hinsicht", ergänzt Schulleiter Helmut Römer: "Es ist überhaupt das erste Mal an der Schule, dass wir so etwas machen. Die Eltern helfen mit und sind ganz begeistert dabei - und auch die Leute aus dem Altenheim." Das ergibt eine schöne Mischung: "Die jüngste Schauspielerin", erzählt Linden, "ist sechs Jahre alt, die Älteste über 70." Wie Helene Kühn aus dem Katharinenstift: Die 74-Jährige ist nämlich die Vorleserin. Nicht ihr einziger Job: "Ein bisschen Singen im Chor", erzählt sie, gehöre auch dazu. Den Auftakt bestreiten übrigens die Jüngsten: Als "Müllchen" verkleidet liefern vier Erstklässler den Prolog. Alt und Jung gemeinsam machen außerdem ordentlich Rabatz bei einer Müll-Demo. Und eines dürfen wir dann doch noch verraten: Bösewicht Eduards kriminelle Bande wird von acht Lehrern verkörpert. "Finde ich irgendwie gut, dass die Kollegen die Schufte spielen", sagt Konrektor Christian Linden und grinst. "Vielleicht ist das ein Anfang", sinniert Rektor Römer, "dass sich die Schule auch weiterhin noch mehr nach außen präsentiert. Wir haben hier auf jeden Fall die idealen Voraussetzungen dafür." Ein Anfang scheint das Musical auch für Willy-Darstellerin Lena Jakoby zu sein: "Ich wollte eigentlich schon immer mal irgendwo auf der Bühne auftreten", sagt die Neunjährige. "Und wenn ich zehn bin, dann mache ich in Wiesbaum in der Theatergruppe mit." Die heutige Freitag-Aufführung ist ausverkauft. Für Samstag, 17. Dezember, 19 Uhr, sind noch Karten zu haben.