Fast wie ein Familientreffen

Fast wie ein Familientreffen

DAUN-NEUNKIRCHEN/NIEDERSTADTFELD. Über ihre Eindrücke von der gemeinsamen Reise nach Ruanda berichten im TV-Gespräch die Leiterin des Chores "SaM" (Singen am Mittwoch), Cheryl Onnertz, und die Sprecherin des Freundeskreises Ruanda, Carola Willems.

Zwölf Tage waren 23 Frauen und Männer aus dem Kreis Daun - Chormitglieder oder Freundeskreismitglieder (oder beides) - im Oktober 2005 im rheinland-pfälzischen Partnerland Ruanda unterwegs. Dabei widmeten sie dem Distrikt Kibingo besondere Aufmerksamkeit, ist er doch partnerschaftlich mit dem Kreis Daun verbunden.Ein Tanz im Chorraum der Kirche

Von ihren Reiseeindrücken und einem Treffen, das kürzlich in Daun stattfand und dem Aufenthalt gewidmet war ("fast ein Familientreffen"), erzählen Cheryl Onnertz und Carola Willems. In lebhafter Erinnerung schwärmten sie von der Präsentation von Fotos und der Vorführung eines Videofilms, vom Verlesen von Tagebuchskizzen und den Liedbeiträgen des Chores, vom Essen nach Rezepten aus Ruanda und der Ausstellung von Geschenken und Souvenirs. Die Reisegruppe aus der Eifel besuchte die Schulen in Mubumbano, die seit mehr als zwei Jahrzehnten eine Partnerschaft mit der Grund- und Regionalen Schule Kelberg hat, und in Kansi, die Kontakt mit der Hauptschule Daun pflegt. Außerdem fand ein Treffen mit dem Chor der Kathedrale der Hauptstadt Kigali statt. "Ehe wir uns trennten, haben wir im Chorraum der Kirche getanzt", erinnert sich Carola Willems begeistert. An einem anderen Tag besuchten sie das Nationalmuseum in Butare, um sich einen Einblick in die Geschichte Ruandas zu verschaffen. Außerdem wirkten sie musikalisch bei einem Fest des Partnerschaftsbüros Rheinland-Pfalz in Kigali mit, das den Gästen zu Ehren veranstaltet wurde. Die Mitarbeiter dieses Büros hätten die Reise vor Ort organisiert, erklären Cheryl Onnertz und Carola Willems und loben die sehr gute Betreuung durch das Partnerschaftsbüro sowie die ausgezeichnete Unterstützung durch Mitarbeiter des Mainzer Innenministeriums. Sie machten sich kundig über das aktuell vom Kreis Daun unterstützte Projekt: die Wasserversorgung der Sektoren Nyange und Kibirizi im Distrikt Kibingo. Dort leben auf einer Fläche von 18 Quadratkilometern etwa 6500 Menschen. Das Wasserprojekt war noch vor dem Bürgerkrieg 1994 geplant und begonnen worden, doch erst im Jahr 2005 wieder aufgenommen und vollendet worden. Jetzt versorgen sich an acht Wasserzapfstellen entlang einer Straße rund 4000 Menschen mit Wasser. Jeder Benutzer zahlt monatlich umgerechnet 15 Cent; das Geld wird für die Instandhaltung der Anlagen verwendet. Finanziert wurde das Wasserprojekt mit 7000 Euro, die der Freundeskreis 2005 aus Spenden, Konzerterlösen und Lebensläufen von Schulen zweckgebunden nach Ruanda weiter geleitet hat.Beeindruckt von den deutschen Liedern

"Überall, wo wir angekündigt waren, wurden wir mit Gesang, Tanz, Essen und Trinken empfangen", erzählen die beiden Reise-Initiatorinnen. Andererseits habe es auch eine Reihe von spontanen musikalischen Auftritten gegeben, etwa als der Bus an einer Landstraße anhielt, die Reisenden ihr "klappriges Gefährt" verließen und zu singen begannen. "Nach und nach kamen die Leute von den Feldern zu uns und sangen und tanzten schließlich mit uns", sagt Cheryl Onnertz. Besonders beeindruckt seien die Einheimischen von den Liedern gewesen, die die Deutschen in ruandischer Sprache sangen, etwa die Nationalhymne oder ein bekanntes Friedenslied. Was "SaM" und der "Freundeskreis" als nächstes gemeinsam unternehmen? Sich am 1. Juli am Ruandatag in Kelberg beteiligen. Und vielleicht im nächsten Jahr wieder ins afrikanische Partnerland reisen.