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Ferien im Straßenkinderdorf

Ferien im Straßenkinderdorf

Die Studentin Kathrin Kutscheid (25) aus Berenbach (VG Kelberg) verbringt fünf Wochen ihrer Semesterferien in einem Straßenkinderdorf in Brasilien. Den Plan fasste sie während ihrer Auslandssemester im vorigen Jahr.

Berenbach. "Brasilien ist ein unglaublich schönes Land im Aufschwung", resümiert Kathrin Kutscheid ihren Aufenthalt in dem lateinamerikanischen Staat mit Blick auf die Artenvielfalt, den immergrünen tropischen Regenwald, die junge Bevölkerung, die hohe Alphabetisierungsrate. "Aber ich habe auch viel gesehen, was bedrückend und nicht gut war", sagt die 25-Jährige und nennt allem voran die stark ungleiche Verteilung der Vermögen sowie die Kriminalitätsrate, die über dem weltweiten Durchschnitt liegt.
Menschen ganz nah


Ursprünglich hatte sich Kathrin Kutscheid schon während ihrer beiden Auslandssemester in Brasilien im vorigen Jahr auf irgendeine Weise sozial engagieren wollen. Doch das sei neben dem Studium zeitlich unmöglich gewesen, erzählt sie. Nun setzt sie einen Plan in die Tat um, mit dem sie Ende 2012 in ihr Heimatdorf Berenbach und ihre Hochschulstadt Berlin zurückgekehrt war: Fünf Wochen betreut die 25-Jährige nun Straßenkinder in einem nahe der Stadt Fortaleza im Nordosten Brasiliens gelegenen Dorf der Hilfsorganisation "Der kleine Nazareno" und wirbt in diesem Zusammenhang um Spenden für das Projekt (siehe Hintergrund). "Ich möchte von dem vielen Positiven, das ich in Brasilien erlebt habe, etwas zurückgeben", betont sie. "Außerdem freue ich mich auf das Wiedersehen mit meinen Freunden aus dem Studienjahr."
Kutscheid hatte nach dem Realschulabschluss und einer Ausbildung zur Groß- und Außenhandelskauffrau in Daun das Fach abitur in Kaiserslautern gemacht und studiert nun im siebten Semester Internationales Business Management in Berlin. Auf die Frage, warum sie ihre beiden Auslandspflichtsemester ausgerechnet in Brasilien absolvierte, berichtet Kutscheid von den beeindruckenden Begegnungen mit Lateinamerikanern während einer Sprachenreise in England. Und sie erzählt von ihrer Begeisterung für den brasilianischen Kampfsport und von der wachsenden Bedeutung Brasiliens im internationalen Wirtschaftsleben.
Extra

Vor mehr als 20 Jahren gründete der gebürtige Deutsche Bernardo Rosemeyer die Hilfsorganisation "Der kleine Nazareno" für Straßenkinder in Brasilien; heute ist es die größte ihrer Art und unterhält Kinderdörfer in der Millionenmetropole Fortaleza und der Metropole Recife. Dort werden die Straßenkinder nach dem Grundsatz der Freiwilligkeit aufgenommen und erhalten eine Schul- und Berufsausbildung. Nach Möglichkeit werden auch die Familien, aus denen die Straßenkinder stammen, betreut - mit dem Ziel, ihnen zu helfen und die Kinder wieder einzugliedern. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat der Organisation das Spendensiegel für verantwortungsvollen und effizienten Umgang mit Spenden erteilt. Es können auch Patenschaften übernommen werden. Kontakt und Info: www.nazareno.de bb