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Ferienregion mit Potenzial

Ferienregion mit Potenzial

Das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr in Berlin hat im Auftrag der Verbandsgemeinde Daun untersucht, welchen Stellenwert der Tourismus für die Ferienregion rund um die Kreisstadt hat.

Daun. Über die meisten bedeutenden Arbeitgeber in der Verbandsgemeinde (VG) Daun - wie das produzierende Gewerbe, die Verwaltungen, die Bundeswehr sowie Firmen im Bereich Gesundheit und Sozialwesen - gibt es statische Daten, nur im Tourismus fehlte es bislang an grundlegendem Zahlenmaterial. Grund genug für die VG, das Deutsche Wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr (dwfi) mit der Beantwortung der Frage "Wie groß ist der Wirtschaftsfaktor Tourismus in der V G Daun?" zu beauftragen.

Die Ergebnisse präsentierte dwif-Leiter Professor Mathias Feige. Nach grundsätzlichen Ausführungen zur Situation des Tourismus kam er schnell zu den Resultaten für die Ferienregion Daun.

So hat das dwif eine Bettenauslastung von 38 Prozent ermittelt, ein Wert, der aus Sicht des Experten "besser sein könnte, aber nicht dramatisch ist". Die Zahl hat allerdings Hubert Drayer, Chef des Landgasthofs Michels in Schalkenmehren, überrascht: "Diese niedrige Durchschnittsauslastung aller Betriebe war für mich erschreckend, davon könnten wir nicht leben."

Insgesamt werden im Fremdenverkehrs-Segment in der VG Daun 82 Millionen Euro (Feige: "Eine Menge Holz") erwirtschaftet, nach Abzug aller Kosten und Steuern bleiben etwas mehr als 40 Millionen in der Ferienregion hängen.

"Ich war überrascht, dass der Tourismus in der VG Daun einen so hohen Umsatz generiert. Wichtig ist für mich, der Bevölkerung zu sagen, dass die Einnahmen, die die Hotellerie und Gastronomie mit dem Tourismus macht, zu fast 100 Prozent durch deren Einkauf hier im Geldkreislauf der Region bleiben. So ist jeder Umsatz, den wir machen auch ein guter Umsatz für die Region", sagt Drayer.

Das Berliner Fachinstitut hat auch ermittelt, dass 8,9 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung vom Fremdenverkehr beigesteuert werden. Daraus lässt sich ableiten, dass 2090 sogenannte Vollzeit-Einkommen in der VG Daun durch den Tourismus gesichert werden. Dwfi-Chef Feige sagte, die Mischung der einzelnen Wirtschaftszweige in der VG stimme: "8,9 Prozent ist ein guter Wert, der belegt, dass die Mischung der Wirtschaft in der VG stimmt. Gut, dass der Tourismus nicht das ausschließliche Standbein ist wie teilweise in Mecklenburg-Vorpommern."

Von den 82 Millionen Euro Gesamtumsatz tragen die Tagestouristen rund 30 Millionen Euro bei. Also eine wichtige Zielgruppe, die allerdings als nicht sehr ausgabefreudig gilt. Sie lassen durchschnittlich rund 20 Euro pro Tag und Person in der Region.

Fast 52 Millionen Euro Umsatz kommen von den Übernachtungsgästen, eine Summe, von der allerdings der Einzelhandel nur ein kleines Stück abkommt: 14,9 Prozent haben die Tourismusexperten ermittelt. "Von dieser Zahl bin ich echt erschüttert", sagt Hans-Dieter Wilhelm, Vorsitzender des Gewerbe- und Verkehrsvereins Daun. "Damit müssen wir uns ernsthaft beschäftigen, denn es steckt ganz offensichtlich für uns noch eine Menge Potenzial in dieser Zielgruppe."

Auch Bürgermeister Werner Klöckner wertete die für ihn teilweise "überraschenden Ergebnisse" als Beleg dafür, dass es für den Bereich Tourismus in der VG Daun noch viel Luft nach oben gebe.