Ehrenamt „Festival-Firma“ Firmenich – Drei Generationen für den Motorsport
Daun · Nicht mehr lange, dann ist wieder das Eifel Rallye Festival angesagt. Für das Gelingen der Großveranstaltung sind viele ehrenamtliche Hände nötig. Wie die der Familie Firmenich, von der gleich drei Generationen mit anpacken.
Rallyesport beim Motorsportclub Daun ist oft Familiensache und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wer daran zweifelt, der kann sich gerne die Familie Firmenich als Beleg für diese These anschauen. Bei den Firmenichs hat jeder und jede das sprichwörtliche Motorsport-Gen für sich reserviert und hilft. Oft in vorderster Front oder in aller Stille. Aber immer effektiv und wertvoll geht es zu bei der Vorbereitung und Durchführung von Europas größtem historischen Rallye-Festival.
„Das ist bei uns selbstverständlich, da wird nicht viel drüber diskutiert“, sagt Nicole Firmenich. Sie gehört der sogenannten „mittleren Generation“ an. Angeführt von ihr über die Eltern Elisabeth (Verkauf im ADAC-Container), und Peter (Technische Abnahme, „Springer“ für besondere Anlässe), Nicoles Schwester Petra und deren Tochter Lisa (verkaufen an den einzelnen Wertungsprüfungen Tickets und Fan-Unterlagen) legen alle Familienmitglieder Hand an. „Ehrenamt ist für uns alle Ehrensache“, sagt Vater Peter.
Nicole ist als Rallyesekretärin unentbehrlich. Sie organisiert den Personaleinsatz an den Zeitkontrollen. Darüber hinaus ist sie für die Annahme und Bestätigung der vielen Nennungen, die in den Wochen und Monaten vor Beginn des Festivals „eintrudeln“, verantwortlich. Damit aber noch lange nicht genug. Anwohnerinfos, Hotelbuchungen, Merchandising, Organisation des Webshops gehören genau so zu ihrem Aufgabenbereich wie die Dokumentenabnahme oder die Organisation des Fremdverkaufs. Und wenn irgendwo „Not an der Frau“ ist, dann springt Nicole, so sie denn überhaupt noch Zeit hat, auch noch ab und zu mit ein.
„Mein Kontakt zum Motorsport war von Kindesbeinen an da“, erzählt die Mittvierzigerin. Schließlich war der Vater selbst lange Jahre Rallyeleiter. Genauso wie das Dauner Rallye-Urgestein Karl Fries, ein Nachbar der Familie. Fries hatte dieses Amt inne, als die Eifel-Rallye noch zur Deutschen Rallyemeisterschaft zählte. Erst ab 2011 kam der MSC auf den „Trichter“ mit den historischen Fahrzeugen. Mittlerweile kommen die Teilnehmer und Zuschauer von allen fünf Erdteilen in die Vulkaneifel.
Was reizt Nicole Firmenich so besonders an diesem arbeitsintensiven Amt? „Es ist vor allem die Arbeit in einem tollen Team, in dem sich alle im Sinne der Sache verstehen.“ Und natürlich auch die Möglichkeit, viele verschiedene Menschen kennen zu lernen, die aus fremden Ländern in ihre Heimatstadt kommen, um dort ihrer außergewöhnlichen Leidenschaft nachzugehen.
Die Einkäuferin bei der Firma Automotive Wagner weiß aber auch, woran es noch „klemmt“ bei der Organisation einer solch riesigen Unternehmung, das einzigartig auf dem Kontinent ist: „Wir müssen aufpassen, dass uns der Nachwuchs nicht ausgeht. Unser Ziel muss es sein, noch mehr jüngere Leute zum Mitmachen zu motivieren und sie in die Organisation einzubinden.“