Kultur Festlich-heitere Stimmung in der St.-Nikolauskirche
Daun · Kammermusikdirektor Johannes Geffert und sein Ensemble überzeugen beim 30. Adventskonzert des Kulturkreises Daun.
Absolut Recht behalten sollte der selbst musikalisch tätige und mit reichem Fachwissen ausgestattete Kulturkreis-Vorsitzende Roy Coppack mit seinem zu Beginn gegebenen Versprechen eines „besinnlichen Abends mit Top-Leuten und Spitzen-Musik“. Darin bestätigten ihn schließlich die mehr als 200 Konzertbesucher mit ihrem lang anhaltenden Applaus.
Es hat seit 30 Jahren seinen festen Platz im Programm des Kulturkreises: immer am zweiten Advent, immer in der St.-Nikolaus-Kirche in Daun, von der ersten Stunde an mit Professor Johannes Geffert als Organist und musikalischem Leiter (der Volksfreund berichtete). Und wer zu den Stammbesuchern des Konzerts gehört, weiß zudem, dass die freundschaftliche Verbundenheit Gefferts und der jeweiligen Mitglieder des Ensembles (zwei waren es 1989, elf sind es dieses Mal) für eine festlich-heitere Grundstimmung in der Dauner Pfarrkirche sorgt.
Schrilles und Buntes verbietet sich von selbst bei diesem Konzert. Es geht laut Geffert um Stimmungen der Seele und adventliche Sehnsucht, die als ergreifende Höhepunkte freudvoll und wohlklingend zum Ausdruck gebracht werden. Ob gesanglich von Milena Schuster mit der Kantate „Weihnachtsweissagung“ und von Anke Steffens mit den Arien „Bereite dich, Zion“ aus Bachs Weihnachtsoratorium und „Oh du, die Wonne verkündet in Zion“ aus Händels Messias.
Oder instrumental von Alexander Kaul (Oboe), Peter Scheerer (Trompete), Ulrike Friedrich und Beate Huck (Flöte) und den Streicherinnen Elena Drescher, Lisa Henn, Lilia Hägele, Frauke Rochlitzer und Milena Schuster. Sie spielen die langen Melodienbögen von Tomaso Albinoni und untermalen die hellen Oboenklänge in einer Bearbeitung eines Konzerts von Johann Wilhelm Hertel. Sie interpretieren mit Bachs Brandenburgischem Konzert Nummer 4 musikalische Weltkultur und fördern mit drei Sätzen aus einem Konzert von Johann Friedrich Fasch einen selten gehörten Schatz aus der Barockzeit zu Tage.
Johannes Geffert ist selbst ein Meister am Cembalo. Er spielt ein einem Original aus dem Jahr 1675 nachempfundenes Instrument mit drei Registern, bei dem die Klänge angezupft und nicht wie später beim Klavier mit Hämmern geschlagen werden. „Ideal für alte Musik“, erklärt der Professor und Kammermusikdirektor. Geffert hat auch das Konzertprogramm des Abends klug und auf hohem Niveau unterhaltend konzipiert; ein Abend, an dem die Musiker solo oder im Ensemble das Publikum verzaubert haben.