Feuer in der Küche

GEROLSTEIN. (git) Das Alten- und Pflegeheim Sankt Christophorus war Ort der Jahresabschlussübung der freiwilligen Feuerwehr Gerolstein. An einer simulierten Rettung von Menschen und der Brandbekämpfung bei einem Unglücksfall beteiligten sich auch die Feuerwehren Pelm und Lissingen und die schnelle Eingreif-Gruppe des DRK Gerolstein und Hillesheim.

Nach Auslösung des Alarms um 19.15 Uhr rückten mehr als 100 Einsatzkräfte mit neun Feuerwehrfahrzeugen, zwei Rettungswagen und einem Krankenwagen zur Unglücksstelle aus. Simuliert wurde ein Brand, der nach dem Abendessen in der Küche des Pflegeheims ausbricht. Die meisten der 69 Bewohner befanden sich in dem Szenario zu diesem Zeitpunkt in ihren Zimmern, einige hielten sich jedoch im Flur zwischen Küche und Treppenhaus auf. Der Brand breitete sich rasch in der Küche aus, und durch die Türen drang beißender Qualm. Die Bewohner, die sich in den Fluren aufhielten, erlitten Herzanfälle oder verloren das Bewusstsein. Eine Gruppe von mehreren Personen flüchtete, und zwei von ihnen erlitten Brüche an Beinen und Hüften und konnten nicht mehr laufen. Heimleiter Michael Förster und Pflegedienstleiterin Elisabeth Michaelis-Weber bereiteten die Bewohner rechtzeitig auf die Übung vor. Michaelis-Weber: "Bei einem Großteil der Bewohner handelt es sich um Demenz-Kranke. Sie und die meisten unserer Bewohner sind nicht belastbar." Damit die Heiminsassen am Tag der Übung nicht erschraken, hatte die Feuerwehr sie Tage zuvor vorbereitet und sich ihnen mit Atemschutzgerät gezeigt. Um die Heimbewohner zu schonen, simulierten 20 Kinder der Jugendfeuerwehr Gerolstein die Verletzten. Der 13-jährige Sebastian Klaes sah der Sache mit Spannung entgegen: "Ich werde mit der Drehleiter gerettet. Das ist ein mulmiges Gefühl, zumal es draußen stockfinster ist." Auch der 76-jährige Karl Boeker blieb gelassen: "Eine solche Übung lässt Schwachstellen sichtbar werden und gibt den Bewohnern und Mitarbeitern Sicherheit, für den hoffentlich nie eintretenden Ernstfall." Die Übung forderte von den Einsatzkräften einiges: Sie mußten den Brand bekämpfen und Menschen retten. Die "Schwerverletzten" wurden an die Sammelstelle des DRK übergeben, wo sie medizinisch versorgt wurden. Für die Brandbekämpfung und Evakuierung der Bewohner benötigte die Feuerwehr rund 30 Minuten nach Auslösung des Alarms. Und Wehrführer "Ich bin mit der Leistung zufrieden, es ist alles gut gelaufen", resümierte Wehrführer Karl-Heinz Kunze.