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Feuer und Flamme für Vulkane

Feuer und Flamme für Vulkane

Das Vulkanhaus Strohn ist vor zehn Jahren eröffnet worden. Bis Sonntag feiert es dieses Jubiläum mit Fachvorträgen und Führungen zu den Spuren des Vulkanismus. Um das Museum zu renovieren, hat die Gemeinde Strohn 15 000 Euro investiert.

Strohn. Iris Sartoris (56 Jahre) steht vor der großen Lavaspaltenwand und schwärmt. "Diese Spur eines Vulkanausbruchs ist in Europa einmalig", sagt die Leiterin des Vulkanhauses in Strohn. Sie sei dankbar, dass sich die Gemeinde vor 20 Jahren gleich nach dem Fund dieser geologischen Rarität entschlossen habe, das Konzept eines Heimatmuseums zugunsten des Vulkanhauses zu ändern.
Eröffnet wurde es genau vor zehn Jahren. Von heute bis Sonntag sind deshalb viele Vorträge und Veranstaltungen (siehe Extra) geplant.
In den vergangenen Wochen war das Museum von der Gemeinde Strohn für mehr als 15 000 Euro saniert worden. Im Jahr 2011 hat die Gemeinde mehr als 22 000 Euro für den Unterhalt des Hauses gezahlt.
Das sei nötig gewesen, da nach zehn Jahren die 160 000 Besucher viele Spuren hinterlassen hatten und Hinweistafeln teilweise stark angegriffen waren, sagt Sartoris.
Das Vulkanhaus zählt aktuell rund 18 000 Gäste pro Jahr. "Das ist eine bunte Mischung: Wir haben Kita-Gruppen und Universitätsseminare, die Besucher kommen aus der ganzen Welt, oft gezielt wegen des Museums, nach Strohn."
Träger des Museums ist die Ortsgemeinde. In dem Haus arbeiten neben Sartoris als Festangestellter fünf Honorarkräfte, die sich den Museumsdienst untereinander aufteilen. Außerdem gibt es mehrere Führer, die erklären, was bei einem Vulkanausbruch passiert, speziell auch für Kinder und Jugendliche oder auf Niederländisch sowie auf Englisch.
Die gelernte Rechtsanwaltsfachangestellte Sartoris hat sich sofort nach Eröffnung in das Haus verliebt. "Schnell war den Unterstützern des Museums klar, dass die Führung auf professionelle Beine gestellt werden muss", erzählt sie. Sie habe sich dann in die Themen Geologie und Vulkanismus eingearbeitet sowie etliche Seminare besucht.
"Unsere Besucher sollen Vulkanismus mit all ihren Sinnen erleben", erklärt Sartoris. Viele Ausstellungsstücke können die Besucher anfassen, in der Magma-Kammer lässt sich erleben, wie es brodelt.
Auf einem Rüttelbrett spüren die Besucher, wie der Boden unter den Füßen bebt, und mit einem Hammer lässt sich erhören, wie Basalt klingt. Und wenn Schwefelgeruch durch die Räume zieht, kann sich jeder Besucher vorstellen, wie es riecht, wenn ein Vulkan ausbricht.
Neben den regelmäßigen Führungen durch das Museum bietet das Vulkanhaus Touren über den Vulkanerlebnispfad oder durch die Vulkaneifel - oft in nicht zugängliche Steinbrüche - an. "Mit dem Geopark, den Maaren und natürlich der 120 Tonnen schweren Lavabombe hat diese Landschaft für Vulkanfans ungeheuer viel zu bieten", sagt Sartoris.Extra

Heute, Donnerstag, 7. Juni: ab 10 Uhr Familienwanderung auf dem Vulkanerlebnispfad; um 11 und 15 Uhr, offene Führungen durch das Museum; 19.30 Uhr, Vortrag von Volker Lorenz zum Thema "Der Vulkanismus der Eifel", Bürgerhaus. Freitag, 8. Juni: ab 18 Uhr Sternwanderung rund um Strohn mit dem Ziel Schutzhütte in der Strohner Schweiz; dort liest Krimiautor Klaus Stickelbroeck. Samstag, 9. Juni: 12 Uhr, vierstündige Führung zum Wartgesberg-Vulkan; 16 Uhr, Führung auf Niederländisch. Sonntag, 10. Juni: 10 Uhr, Kräuterwanderung; 13 Uhr, offene Führung. Am Freitag, Samstag und Sonntag, 8., 9. und 10. Juni, hält Michael Wuttke jeweils um 11 und um 15 Uhr einen Vortrag zu zehn Jahren Vulkanhaus im Bistro des Vulkanhauses. itz