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FIA verlieht Nürburgring Umwelt-Zertifikat

Umwelt-Zertifikat von der FIA : Nürburgring für Nachhaltigkeit ausgezeichnet – Warum das neue Arbeitsplätze schaffen könnte

Der Weltautomobilverband hat der Rennstrecke eine Umwelt-Zertifizierung ausgestellt und damit das Engagement für ökologische Nachhaltigkeit gewürdigt. Die soll damit noch weiter verbessert werden – was auch Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt haben könnte.

Hohe Auszeichnung und Anerkennung für das Bemühen um ökologische Nachhaltigkeit für den Nürburgring. Was aber bedeutet die FIA-Umweltakkreditierung, die die Rennstrecke und das gesamte dazu gehörende Areal vor wenigen Tagen bekommen haben, für die Menschen in der Eifel? Für die Besucher und für die Mitarbeitenden? Wir haben bei den beiden Geschäftsführern Christian Stephani und Ingo Böder nachgefragt.

Das Lob, das vom Weltautomobilsportverband FIA über die Macher in der Eifel in der vergangenen Woche ausgeschüttet wurde, klingt überschwänglich. Was genau jedoch verbirgt sich hinter der „Zwei-Sterne-Umweltakkreditierung des Motorsport-Weltverbandes FIA“, die das Gremium in Paris der Eifel-Rennstrecke vergeben hat? Der Verband, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung, würdige dabei „Maßnahmen, Ökonomie und Ökologie in Einklang zu bringen.“ Es gehe in erster Linie um die Weiterentwicklung von Ladeinfrastruktur, Solarenergie und Wasser- und Abfallmanagement.

Was hinter der Umweltakkreditierung der FIA steckt

Was sich beim ersten Durchlesen noch arg theoretisch und für Außenstehende schwer verständlich anhört, nimmt bei längerem Hinschauen und beim Nachforschen Gestalt und Formen an. So hat man an den Parkmöglichkeiten beispielsweise in die fest installierte Ladesäulen-Infrastruktur investiert und weitere Stationen geschaffen. Sie stehe „allen Besuchern des Nürburgrings zur Verfügung und soll weiter ausgebaut werden“, bestätigten die beiden Geschäftsführer. Für die Veranstaltungen im kommenden Jahr, die im Frühjahr wieder beginnen, werde sie „im Bedarfsfall temporär erweitert.“

Ein Lärmschutzkonzept, auf dessen Einhaltung man am Ring in Verbindung mit einem unabhängigen Institut zur Überwachung der Emissionen zusammenarbeite, habe bei der Verleihung des Umweltprädikates gepunktet. Zudem hätten, sagt die Betreibergesellschaft, „der sorgsame Umgang mit der Ressource Wasser und eine verantwortungsbewusste Abfallwirtschaft“, dazu beigetragen. Heißt auf Deutsch: Kampf der Verschwendung! Schauen, wo man einsparen kann.

Schon zuvor gab es Öko-Auszeichnungen

Derlei Vorgehensweise ist im Übrigen nicht ungewöhnlich rund um die Rennstrecke. Bereits im Jahr 2007 war ihr ein sogenanntes „Öko-Audit“ verliehen worden. Auf der damaligen Entscheidung beruhe die jetzige Auszeichnung allerdings nur teilweise, sagen Stephani und Böder. Es gebe zwar „einige Parallelen in der Zielsetzung“, allerdings seien die Anforderungen einer Auszeichnung, wie sie jetzt erteilt wurde, gegenüber damals erheblich gewachsen. Die heutige Zertifizierung sei neu erarbeitet worden, da sich „in der Zwischenzeit sowohl am Nürburgring mitsamt Geschäftsfeldern, als auch an den Rahmenbedingungen und Regularien außerhalb des Nürburgrings“ Erhebliches verändert habe.

Finanzielle Vorteile hat der Ring übrigens durch diese Auszeichnung weder in Verhandlungen mit Partnern, noch sei sie die Voraussetzung für die Gewährung irgendwelcher Zuschüsse. Das Papier sei „letztendlich nur die Dokumentation unseres Handelns gegenüber der Öffentlichkeit.“ Am Nürburgring sehe man es als Verpflichtung an, „unseren Beitrag im Hinblick auf nachhaltiges Handeln zu leisten. Daher versuchen wir unsere Veranstaltungsstätte Schritt für Schritt immer nachhaltiger zu betreiben.“

Warum nun neues Personal eingestellt werden könnte

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Nürburgring bedeutet das, in Zukunft penibel auf die Einhaltung des Nachhaltigkeitskonzepts zu achten. Weitere personelle Aufrüstung schließt man deshalb nicht aus. In „einem ersten Schritt“, so Stephani und Böder „werden wir die Planungen mit unseren heutigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern umsetzen können.“ Benötige man bei der Umsetzung der angestrebten Ziele, von den Mitarbeitenden, so verfüge man „über ein sehr gutes Netzwerk an Spezialisten, unter anderem durch unsere Nürburgring-Akademie, die wir befragen können.“

Heißt also im Umkehrschluss: Junge Menschen, denen eine berufliche Zukunft am Nürburgring vorschwebt, so wie sie bereits bei der Jobmesse im November vergangenen Jahres transparent gemacht worden war, haben umso bessere Chancen, je mehr sie Fähigkeiten und Kenntnisse in den Themenfeldern Ökologie und Nachhaltigkeit nachweisen könnten.