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Flügel auf, Rad durch und weiter geht`s

Flügel auf, Rad durch und weiter geht`s

Ärgernis verschwindet: Dank des Einsatzes der Vulkanbiker Daun ist eines von fünf Drehkreuzen am Weinfelder Maar nun durch ein Klapptor ersetzt worden. Zwei weitere, direkt am und etwas unterhalb des Dronketurms, sollen im Juli folgen. Beim Bau des Ziegenschutzzauns rund ums Maar sind Schleusen installiert worden, durch die weder Räder noch Kinderwagen passen, und daher drübergehievt werden mussten.

Daun. Das neue Klapptor oberhalb des Weinfelder Maars war erst vor wenigen Stunden von den Vulkanbikern installiert worden, da hat es auch schon für Freude gesorgt: Flügel auf, Rad durch und weiter. So macht Mountainbiken Spaß. Vorbei die Zeit, als man vor den Drehkreuzen absteigen und das Rad (oder den Kinderwagen) über Kopf drüberhieven musste, um weiterzukommen. Dank der eingebauten Federn klappt das Tor automatisch wieder zu, sodass die Ziegen und Esel, die in der zweiten Saison im Areal ums Maar leben, nicht ausbüxen können.
Die Nachricht hat sich in der Szene rasch verbreitet - vor allem in den sozialen Netzwerken und auf der Homepage des Trailparks Vulkaneifel. "Guter Job", "Endlich", "Danke fürs Dranbleiben. Nicht nur für uns MTB´ler, sondern auch die Leute mit Kinderwagen", "Good Job" - lauten die Kommentare. Auch Lothar Kaspers vom Organisationsteam des Vulkan-Cross-Triathlons aus Schalkenmehren, der exakt dort entlangführt, zollt großes Lob. "Ein großes Dankeschön. Damit sind die tollen Trails um das Weinfelder Maar wieder passierbarer geworden!" antwortet er auf die ursprüngliche Nachricht von Uli Heinrichs.
Der ist Sprecher der Vulkanbiker Daun, die sich seit anderthalb Jahren beharrlich darum bemühen, dass die Drehkreuze durch leichter passierbare Schleusen ersetzt werden. "Seit anderthalb Jahren weisen wir auf den Missstand hin. Von den Touristikern vor Ort haben wir leider keine Unterstützung bekommen", sagt er. Dabei führen der Eifelsteig und mehrere ausgeschilderte (und beliebte) Mountainbike-Strecken am Weinfelder Maar entlang - und zwar lange bevor es eingezäunt wurde. Es sind die Routen 7, 47, 48, 133, 134.Radeln auf dem Vulkan


Die Vulkanbiker haben immer wieder mit den Verantwortlichen der Kommune, dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Eifel (DLR), die das Beweidungsprojekt "Dauner Maarlandschaft" betreut, und Landwirt Leo Kordel gesprochen, der sich um die Tiere kümmert.
"Wir haben uns Ideen gemacht, Pläne vorgestellt, Absprachen mit den Beteiligten getroffen, Material bestellt, Tore schweißen und verzinken lassen und installiert. Sie passen exakt auf die Bedürfnisse von uns Bikern, den Wanderern - auch mit Kinderwagen - und den Tieren. Ich denke, wir haben eine super Lösung gefunden", sagt Heinrichs. Er kündigt bereits an, dass noch im Juli zwei weitere Schleusen durch die neuen Tore ersetzt werden: direkt am Dronketurm sowie etwas weiter unterhalb an der sogenannten Teufelsrutsche. Was mit den beiden weiteren Drehkreuzen am Maarsattel sowie an der Weinfelder Kapelle ist, weiß er nicht, denn davon ist keine MTB-Strecke betroffen.
Die Vulkanbiker haben sich mächtig ins Zeug gelegt und sind mit 350 Euro Materialkosten pro Tor in Vorkasse gegangen. Von den jeweils rund 40 Arbeitsstunden ganz zu schweigen.
Mit der Erneuerung wird sogar noch Geld gespart. "Denn für das große Vulkanbike-Rennen im September mussten die Drehkreuze immer ab- und wieder aufgebaut werden, was jeweils 500 Euro gekostet hat. Das fällt jetzt weg", sagt Heinrichs.
Was meinen Sie: Sollen alle Drehkreuze am Weinfelder Maar durch komfortablere Tore ersetzt werden, die Mountainbikern und Leuten mit Kinderwagen das Durchkommen erleichtern? Schreiben Sie uns eine Mail an eifel-echo@volksfreund.de. Name und Anschrift nicht vergessen!Meinung

 Bislang musste das Rad am Drehkreuz drübergehievt werden. Foto: privat
Bislang musste das Rad am Drehkreuz drübergehievt werden. Foto: privat Foto: (e_daun )

Super Einsatz!
Ich könnte unentwegt den Kopf darüber schütteln, wie man bei der Planung des Projekts "Dauner Maarlandschaft" darauf kommen konnte, die Filetstrecken des Mountainbike-Trailparks Vulkaneifel durch Drehkreuz-Barrieren derart zu entwerten. Stundenlang. Aber lieber freue ich mich, dass die kleine Gruppe der Vulkanbiker solche Beharrlichkeit an den Tag gelegt hat, den Missstand zu beseitigen. Gegen bürokratische Hürden, Gleichgültigkeit, Nichtstun. Der Trailpark ist zum touristischen Magnet geworden, der jährlich Tausende Mountainbiker anlockt und für satte Einnahmen sorgt. Erster Anlaufpunkt für viele: die Strecken rund um die Dauner Maare. Es wird höchste Zeit, dass alle fünf Barrieren rasch durch die neuen Tore ersetzt werden, auch wenn diese erst vor zwei Jahren mit Steuergeld aufgestellt wurden. Und es kann nicht sein, dass die Vulkanbiker auf ihren Kosten sitzen bleiben. m.huebner@volksfreund.de