Folgenreicher Eingriff am Nadelöhr
Gerolstein/Daun/Mehren · Fünf Millionen Euro fürs nächste Teilstück: Die Autobahn 1 wird ab nächster Woche bis voraussichtlich Mitte November von kurz vor Mehren bis hinters Dreieck Vulkaneifel in Richtung Koblenz auf rund vier Kilometern grundlegend erneuert. Die Folge sind Sperrungen und weitläufige Umleitungen.
Gerolstein/Daun/Mehren. Auto- und vor allem Lastwagen-Fahrer, die aus Gerolstein oder Daun auf der Autobahn in Richtung Trier fahren wollen, müssen mindestens in den nächsten vier Monaten einen längeren Umweg in Kauf nehmen. Denn wegen Sanierungsarbeiten darf ab kommender Woche von der Auffahrt Darscheid nicht mehr auf die Autobahn gen Süden gefahren werden. Für die ortskundigen Autofahrer bietet sich zwar noch die Auffahrt in Mehren an, für Lastwagen ab 7,5 Tonnen ist diese jedoch gesperrt, da Schwerlastverkehr nicht durch den Ort fahren darf.
Vielmehr wird bis zur Anschlussstelle Manderscheid umgeleitet. Auf dem Autobahnteilstück wird dennoch Verkehr rollen, da darüber der gesamte Autobahn-Baustellenverkehr geleitet wird - von Koblenz nach Trier und umgekehrt mit jeweils einer Spur in jede Richtung.
Ausgebaut wird die Gegenfahrbahn in Richtung Koblenz auf rund vier Kilometern von kurz vor Mehren bis hinter das Autobahndreieck.
Umleitung ab Manderscheid
Josef Feyen, Chef der Autobahnmeisterei Kaisersesch, sagt: "Das Autobahndreieck stellt eine Besonderheit dar. Da die Verkehrsführung dort sehr komplex ist, haben wir uns für eine Vollsperrung der Verkehrsbeziehung Gerolstein nach Trier auf einem kurzen Abschnitt entschieden. Die Vorteile: Wir sind gut ein halbes Jahr schneller und können die Fahrbahn auch qualitativ besser erneuern."
Feyen hofft, so den Ausbau "bis zum Winter abgeschlossen zu haben". Die Umleitung sei zwar "umfangreich, aber vertretbar".
Wegen des Ausbaus wird ab Montag, 25. Juli, auf der Strecke in Richtung Koblenz auch die Abfahrt Mehren (unter anderem ins dortige Gewerbegebiet) gesperrt.
Tempolimit wird aufgehoben
Autos und Lastwagen werden bereits an der Abfahrt Manderscheid über eine Umleitungsstrecke nach Mehren gelotst. Die Auffahrt Mehren in Richtung Koblenz wird jedoch weiterhin befahrbar sein.
Auf der Autobahn wird der alte, teilweise aus den 30er-, teilweise aus den 60er Jahren stammende Belag durch eine neue Asphaltfahrbahn ersetzt. Feyen sagt: "Der Abschnitt ist ein Flickenteppich. Er besteht überwiegend aus Betonplatten - insgesamt rund 50 000 Quadratmeter, die teilweise mit Asphalt überdeckt sind."
Zunächst wird der alte Belag herausgerissen, dann der Untergrund untersucht und wenn nötig ausgetauscht und abschließend die neue Asphaltfahrbahn aufgebracht. Die wird laut Feyen in mehreren Schichten eingebaut und kann bis zu 40 Zentimeter dick werden: unten 30 Zentimeter großkörnige Tragschicht, dann acht Zentimeter Binderschicht und abschließend vier Zentimeter feinkörnige Deckschicht.
Feyen sagt: "Die Fahrbahn wird so ausgebaut, dass sie die neuen Verkehrsströme und Achslasten aufnehmen kann, zudem wird das Quergefälle erhöht, damit das Wasser besser abläuft."
Rund 25 000 Fahrzeuge passieren täglich das Dreieck Vulkaneifel. Doch nicht nur wegen der Abzweigung ist das Tempo in dem Bereich seit Jahren auf 100 reduziert, sondern vor allem wegen der schadhaften Fahrbahn. Nach dem Ausbau soll sich das ändern. Feyen sagt: "Mit Ausnahme des Abzweigs sollte es nach dem Ausbau und der Überprüfung der Griffigkeit des Belags keine Beschränkung mehr geben."
Freie Fahrt auf guter Strecke heißt es dann aber immer noch nicht bis nach Koblenz.
Kurz vor Ulmen ist noch ein fünf Kilometer langes Teilstück mit einer langen Steigung sanierungsbedürftig, zudem der Abschnitt zwischen Polch und Ochtendung. Laut Feyen dürfte aber auch das "binnen der nächsten fünf Jahre erledigt sein - falls die Gelder weiter so fließen wie bisher". In den vergangenen Jahren ist viel Geld in die Sanierung der A 1/A 48 im Bereich der Kreise Vulkaneifel, Bernkastel-Wittlich und Cochem-Zell investiert worden. 2009/2010 wurde das fünf Kilometer lange A-48-Teilstück zwischen der Anschlussstelle Ulmen und dem Autobahndreieck Vulkaneifel erneuert. In acht Monaten Bauzeit wurde der durch den Schwerverkehr stark beanspruchte Abschnitt saniert, zudem wurden Entwässerungsleitungen erneuert, ein Regenrückhaltebecken gebaut und vier Brücken instand gesetzt. Die Baukosten belaufen sich dafür auf knapp sieben Millionen Euro. Weitere sieben Millionen Euro flossen in die Erneuerung des rund 6,4 Kilometer langen Abschnitts von der Anschlussstelle Manderscheid bis kurz vor die Anschlussstelle Mehren, da dort auf 400 Metern Länge eine Böschung wiederhergestellt wird. Derzeit läuft zudem die Sanierung des Stücks von der Anschlussstelle Manderscheid bis kurz hinter die Tankstelle Eifel an. mh