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Forderungen der VG Gerolstein zum Wiederaufbau der Eifelbahnstrecke

Bahnfahren : Chance auf eine umfassende Modernisierung

 Was aus Sicht des Verbandsgemeinderates Gerolstein beim Wiederaufbau der Eifelstrecke angestrebt werden sollte.

(sts) Die Flut von Mitte Juli hat auch den Bahnverkehr massiv getroffen. Auf der Eifelstrecke sind auf nordrhein-westfälischer und rheinland-pfälzischer Seite die Gleise an vielen Stellen beschädigt worden, teilweise ist der Unterbau komplett zerstört worden. Zudem muss die Stellwerktechnik komplett erneuert werden. Den Gesamtschaden an der durch die beiden Bundesländer von Köln nach Trier führenden Strecke schätzt die Bahn AG auf 1,3 Milliarden Euro. Der Wiederaufbau der Bahnstrecke und die vollständige Wiederinbetriebnahme sollen nach Aussagen der Bahn bis voraussichtlich Sommer 2023 dauern – mittlerweile ist aber schon zu hören, dass es 2024 werden könnte. Der Ausfall der Bahnstrecke trifft besonders Schüler und Pendler, aber auch den Tourismus.

Der Rat der Verbandsgemeinde (VG) Gerolstein hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig eine Resolution beschlossen und fordert darin, den notwendigen Wiederaufbau auch als Chance für eine umfassende Modernisierung der Strecke und der dort eingesetzten Fahrzeuge zu nutzen.

Mit deutlich verkürzten Fahrzeiten, zum Beispiel nach Köln, und besseren Möglichkeiten für den Güterverkehr bekäme die Gesamtregion „eine Besserstellung und somit einen deutlichen Vorteil gegenüber der bisherigen Situation“, heißt es in der Resolution. Vor diesem Hintergrund fordert der VG-Rat vom Bundesverkehrsminister und die rheinland-pfälzischen Ministerin für Wirtschaft und Verkehr, Daniela Schmitt (FDP), die Eifelstrecke sei mit modernster Technik auszustatten und die Elektrifizierung oder alternativ der Einsatz von Wasserstoffzügen auf der gesamten Eifelstrecke umzusetzen. Zudem solle die gesamte Eifelstrecke durchgehend zweigleisig werden und mit Blick auf eine schnellere Taktung von Luxemburg über Trier und dann über die Eifelstrecke nach Köln erfolgen.

In der Resolution geht es auch um spezifische Anliegen für Gerolstein. So wird gefordert, dass der Bau der neuen Hochbrücke (Teil der Bundesstraße 410) vor Baustart auf die Notwendigkeit einer Erhöhung mit einer normgerechten Durchgängigkeit für eine Elektrifizierung auf allen Gleisen des Bahnhofs Gerolstein überprüft und optimiert wird. Darüber hinaus sei die neue Fußgängerbrücke im Bahnhof Gerolstein „entsprechend den Erfordernissen einer durchgängigen Elektrifizierung zu prüfen und gegebenenfalls anzuheben“.

Weitere Forderung: dass die Reaktivierung des Eifelquerbahn-Teilstücks von Gerolstein bis Kaisersesch mit einer Taktung umgesetzt wird. Auch der Kreistag wird sich in seiner Sitzung am Montag mit den Themen Instandsetzung der Eifelstrecke und Reaktivierung der Eifelquerbahn befassen.