Forstleute fällen im Auftrag der Stadt Hillesheim alte und kranke Bäume

Kostenpflichtiger Inhalt: Stadtplanung : Weg für neuen Viehmarktplatz in Hillesheim ist frei

Zwei Linden und drei Kastanienbäume: Waldarbeiter fällen im Auftrag der Stadt Hillesheim die alten und wie sich bestätigt kranken Bäume auf dem zentralen Platz in Hillesheim.

Ein lauter Warnruf „Baum fällt“, ein Rundumblick, ob sich nicht noch jemand in der Gefahrenzone befindet, und dann setzt Forstarbeiter Werner Eich den finalen Schnitt an: Mit lautem Getöse kracht die gut 20 Meter hohe Linde genau dorthin, wo der Waldarbeiter es sich vorgestellt hat, und wo der Baum durch das Stahlseil einer mächtigen Zugwinde zusätzlich gesichert und gelenkt war.

Dann die Überraschung, die in diesem Ausmaß auch nicht von den Baumexperten vermutet worden war: Der Kern des Baumes ist faul. Faustgroß ist die Stelle im Inneren, wo sich anstelle eines festen Kernholzes modriger Matsch befindet, aus dem Flüssigkeit läuft. Und die sich durch den ganzen Stamm zieht und so dessen Standfestigkeit beeinträchtigt.

„Schaut euch das mal an, das war höchste Zeit. Soll noch mal einer sagen, es wäre nicht notwendig, diese Bäume umzuschneiden. Hier parken regelmäßig Autos, hier sind Veranstaltungen, hier gehen Kinder mit ihren Eltern regelmäßig zum Kindergarten und zur Grundschule. Was da alles hätte passieren können“, ereifert sich Forstmann Eich. Obwohl er das gar nicht müsste, denn er ist nur ausführendes Organ, fällt unter Aufsicht des städtischen Vorarbeiters Oliver Stein und im Auftrag des Bauausschusses der Stadt die Bäume. Und dennoch kümmert es Ihn. Auch wegen der Angriffe und vielen Hassmails bei Facebook. „Wenn man mich dort als Baummörder oder -verstümmeler beschimpft, dann geht mir das schon sehr nahe. Denn wir schneiden nur die Bäume ab, bei denen es wirklich nötig ist“, sagt er beinahe rechtfertigend. In die gleiche Kerbe schlägt der neue städtische Vorarbeiter Oliver Stein, dem in dieser Sache ebenfalls nicht nur Sympathie entgegenschlägt. Auch er sagt: „Wir müssen uns um die Bäume in der Stadt kümmern und wir packen das Thema jetzt auch endlich mal an. Das sieht zwar im ersten Moment nicht immer schön aus, aber erstens muss es aufgrund der Verkehrssicherungspflicht sein. Und zweitens wird sich das Bild auch bald wieder ändern, wenn neue Bäume gepflanzt werden oder die Zurückgeschnittenen wieder nachwachsen.“

Bei den Passanten, die sich das Treiben am Mittwoch auf dem Viehmarktplatz in gebotenen Abstand anschauen, herrscht überwiegend Akzeptanz. So sagt Wilhelm Simonis, der seine Enkel vom Kindergarten abgeholt hat: „Ich kann mich noch erinnern, wie zur Zeit des alten Stadtbürgermeisters Hank 100 000 Mark in den Erhalt der Bäume gesteckt wurden. Das Geld hätte man besser in die Neugestaltung des Platzes investiert. Von den Bäumen geht ja wohl offenbar eine Gefahr aus. Daher ist es gut, dass sie nun gefällt werden. Das Unglück in Trier ist ja wohl noch allen in Erinnerung. Wenn jetzt alle Bäume weg sind gibt es die Chance, den Platz endlich neu zu gestalten.“ Ein Vater, der ebenfalls seine Tochter aus dem Kindergarten abgeholt hat, sagt: „Wenn man sich die Bäume anschaut und sieht, wie faul sie innen sind, ist es natürlich richtig und gut, dass sie gefällt werden.“

Eine andere Passantin wiederum fragt die Forst- und Stadtarbeiter: „Werden die Bäume alle gefällt?“ Antwort: „Ja.“ „Schade!“ Zusatzfrage: „Könnte man die nicht auch noch kappen?“ Antwort: „Das wurde ja vor Jahren bereits gemacht.“ Kommentar: „Ok!“ Dann geht sie weiter.

Baumfällung in Hillesheim. Foto: TV/Mario Hübner
Fachgerecht fällen die Forstarbeiter Werner Eich (links) und Klaus Heinrich (Mitte) zwei der insgesamt fünf großen Bäume – zwei Linden und drei Kastanienbäume – auf dem Viehmarktplatz in Hillesheim. Foto: TV/Mario Hübner
Nach der Fällung ist Aufräumen angesagt: Mit schwerem Gerät werden die Stämme abtransportiert, das Geäst wird ebenfalls weggefahren und geschreddert. Foto: TV/Mario Hübner
Nach der Fällung wurde deutlich, wie stark die Bäume bereits geschädigt waren und welche Gefahr letztlich von ihnen ausging. Foto: TV/Mario Hübner

Und die Forstarbeiter Werner Eich, Klaus Heinrich und Thomas Pias machen sich mit Hilfe ihrer Motorsägen und der starken Rückemaschine mit Seilwinde ebenfalls weiter – und fällen nach den beiden Linden auch die drei verbliebenen großen Kastanienbäume mitten auf dem Viehmarktplatz. Auch Sie sind, wie sich wenig später herausstellen wird, bereits von innen stark geschädigt, obwohl sie bereits vor Jahren baumchirurgisch operiert und teilweise mit Seilen gesichert wurden. Von den älteren Bäume bleiben lediglich zwei Kastanien am Rande des Platzes stehen, zusammen mit 16 neuen Bäumen, die vor wenigen Jahren als Ersatz für die damals gefällten Kastanien gepflanzt worden waren. Danach räumen die Forstleute mit schwerem Gerät die Stämme und Äste ab. Der fast durchgängig asphaltierte Viehmarktplatz zeigt sich deutlich kahler – aber auch bereit für eine komplette Neugestaltung. Pläne dazu liegen bereits seit Jahren im Schreibtisch im Rathaus von Hillesheim.

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