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Fragezeichen hinterm Freiluftkonzert am Maar

Fragezeichen hinterm Freiluftkonzert am Maar

Die ungeklärte Frage, wann und wie mit der Modernisierung des Freibads am Gemündener Maar begonnen werden kann, hat auch Auswirkungen für das Festival Klassik auf dem Vulkan. Kann am Maar nicht gespielt werden, ist der Burgberg als Alternative vorgesehen.

Daun. Die gute Nachricht zuerst: Das Festival Klassik auf dem Vulkan steht auch für 2013 auf dem Veranstaltungskalender der Stadt Daun. Seit 2005 gibt es die Reihe mit Konzerten und mittlerweile auch einer Theateraufführung und ist laut Thomas Räthlein, Leiter der Kur- und Freizeitbetriebe der Stadt Daun, eine "echte Marke" geworden.

Besondere Stimmung bei Konzerten am Maar: Mit Klassik auf dem Vulkan wird vor allem die besondere Atmosphäre bei den Freiluftkonzerten am Gemündener Maar in Verbindung gebracht. Dort geht es zwanglos zu, die Besucher kommen zum Konzert mit Picknickdecke und Vorratsdose und suchen sich ein gemütliches Plätzchen auf der Liegewiese des Freibads.
Manche mögen es hingegen eher stilvoll und haben eine edle Tischdecke sowie Kerzenständer im Gepäck. Hinzu kommt die spezielle Kulisse: Die Bühne im Wasser, rundum Wald, flackernde Kerzen auf dem Maar: Alles in allem ein besonderes Erlebnis, von dem die Besucher lange schwärmen.

Hiobsbotschaften nach Bohrungen: Aber für dieses Jahr steht ein großes Fragezeichen hinter dem Freiluftkonzert am Maar. Der Hintergrund: Die Stadt plant seit Längerem, das Freibad zu modernisieren, die Investitionssumme fürs gesamte Projekt beläuft sich auf etwa 600 000 Euro. Zum Vorhaben gehört auch, das alte Becken zu erneuern.
Um Geld zu sparen, sollte das vorhandene Becken weiterverwendet und ein neues darauf befestigt werden. Allerdings hätte das alte Becken mit Pfählen im Maarboden befestigt werden müssen, da es schon seit geraumer Zeit in Bewegung ist.
Aber genau das ist nicht - zumindest nicht zu halbwegs vertretbaren Kosten - möglich. Bei von der Stadt beauftragten Bohrungen wurde Ende vergangenen Jahres festgestellt, dass bis zu 25 Meter Tiefe kein tragfähiger Boden zu finden ist.
Nächste Hiobsbotschaft: Die Betonplatte unterhalb des Beckens ist nicht so tragfähig wie erhofft. Fazit der Experten: Die Standsicherheit des bestehenden Beckens ist nicht gewährleistet. Damit wird aller Voraussicht nach das Becken für die Freibadsaison 2013 nicht genutzt werden können.
Und auch Thomas Räthlein muss vor diesem Hintergrund für Klassik auf dem Vulkan zweigleisig planen. Denn ob im Becken wieder die Bühne aufgestellt werden darf, ist noch nicht geklärt. Der Verzicht auf das Freiluftkonzert am Maar wäre aus seiner Sicht bedauerlich, schließlich ist dieser besondere Veranstaltungsort "die Wiege von Klassik auf dem Vulkan".

Zwei Varianten werden vorgestellt: Am Donnerstag steht das Sorgenkind Freibadmodernisierung wieder auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung. Dort sollen zwei Alternativen vorgestellt werden.
Zur Diskussion steht die Option, dass das alte Becken komplett verschwindet und die Fläche wieder Naturfreibad wird. Zudem könnte auf der Wiese oberhalb des Areals ein Nichtschwimmerbecken angelegt werden. Eine andere Möglichkeit wäre, einen Teil des vorhandenen Beckens weiter als Nichtschwimmerbecken zu verwenden.
Aber selbst wenn diese Frage beantwortet ist, geht es auch noch um die Finanzen. Die Stadt will erreichen, dass das bereits von der Europäischen Union zugesagte Fördergeld länger bereitsteht als vorgesehen.Extra

Die Reihe Klassik auf dem Vulkan umfasst in diesem Jahr drei statt wie 2012 vier Veranstaltungen. Los geht es am 4. Mai mit der Aufführung des Oratoriums "Die Jahreszeiten" von Joseph Haydn in der Thomas-Morus-Kirche in Daun. Weiter geht es mit Theater: Auf dem Dauner Burgberg wird am 2. August der "Mittsommernachtstraume" von William Shakespeare aufgeführt. Die Band Simply unplugged wird zusammen mit Symphonic Rock Orchestra am 23. August auf der Bühne stehen: entweder wie gehabt am Gemündener Maar oder alternativ auf dem Burgberg. sts