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Frank Kerner (53) ist neuer Leiter der Polizeiwache in Gerolstein.

Polizei : Jetzt sorgt ein Gerolsteiner für Ordnung

Der einheimische Frank Kerner (53) ist neuer Leiter der Polizeiwache in der Brunnenstadt. Es ist sein „Traumjob“.

Eigentlich habe er gar keinen „Bohei“ um die Ernennung machen wollen, berichtet Frank Kerner, „aber dann habe ich aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis so viele Glückwünsch-Anrufe und WhatsApps sowie vielfach den Hinweis bekommen, dass das die Leute auf jeden Fall interessiert und auch ein wenig stolz macht, dass ein Einheimischer jetzt den Leitungsposten hat.“ Daher habe er sich umstimmen lassen. Und es sei ja auch richtig, darüber in der Zeitung zu informieren, denn „ich bin in Gerolstein und Umgebung ja bekannt wie ein bunter Hund“ und auf die Ernennung auch selber „ziemlich stolz“, sagt der 53-jährige Gerolsteiner und verheiratete Vater dreier Kinder. Auf die gleichlautende Frage antwortet er: „Ja, das ist mein Traumjob. Das gebe ich ehrlich zu. Als Eifeler Jung so einen Posten zu haben, das hat schon was!“

Erst Anfang 2016, also gerade einmal vor drei Jahren, ist der Hauptkommissar zum stellvertretenden Leiter der Gerolsteiner Wache ernannt worden. Nun, nachdem sein Chef in Ruhestand gegangen ist, habe er sich – wie drei weitere Kandidaten – um die Nachfolge beworben. Und sich durchgesetzt.

Der Gönnersdorfer, der in Gerolsteiner geboren wurde und dort auch aufs Gymnasium ging, lebt mit seiner Familie schon seit mehr als 20 Jahren der Brunnenstadt. Seinen Job sieht er als Herausforderung an. Er sagt: „Wir bearbeiten hier im Jahr  300 Strafanzeigen, 600 Verkehrsunfälle und 1000 sonstige Vorgänge von Verkehrsordnungswidrigkeiten bis zu Vernehmungen.“

Es sei also reichlich zu tun, und die drei unbesetzten Stellen sorgten überdies für eine hohe Arbeitsbelastung („Ich hoffe, dass da bald Abhilfe geschaffen wird.“). Doch die besondere Herausforderung ergebe sich vor allem aus der besonderen Situation der Brunnenstadt. Kerner, der neben seinem langjährigen Einsatz bei der Polizei in Prüm und einer Sonderkommission für Drogen in der Eifel auch zuvor bereits in Gerolstein gearbeitet hat, sagt: „Das Besondere hier ist, dass durch die psychiatrische Abteilung im Krankenhaus und den Bahnhof, der ein Brennpunkt ist, hier viele Leute stranden, die vom Weg abgekommen sind. Deshalb haben wir ein Alkohol- und Drogenproblem, das vergleichbare Eifelstädte eben nicht in diesem Ausmaß haben.“ Doch das hätten er und seine Kollegen im Blick: „Auf den Bahnhof samt Umfeld werfen wir stets ein Auge. Im Sommer haben wir aber deswegen beispielsweise auch im neuen Kurpark –  auf der Seite zu den Bahngleisen – mal richtig durchgefegt.“

Und abends sowie nachts, wenn die Wache geschlossen ist, würden daher die Kollegen aus Daun regelmäßig in Gerolstein Streife fahren. Wegen der besonderen Problematik befürwortet er aber auch, einen Streetworker in Gerolstein zu installieren. Denn zu der besonderen Klientel würden sich immer wieder auch Schulschwänzer gesellen. Kerner: „Da sollte jemand präsent sein.“ Gespräche diesbezüglich habe er bereits mit dem neuen Bürgermeister sowie Schulleitern und den Verantwortlichen des Hauses der Jugend geführt.

Dennoch betont Kerner: „In Gerolstein lebt es sich trotz allem gut, man kann beispielsweise abends ohne Bedenken durch den Flecken (die Alt- und Innenstadt, Anmerkung der Redaktion) gehen. Sonst würde ich hier ja nicht mit meiner Familie leben.“ Nur mit einer Sache kommt er nicht so richtig klar: „Dass ich sogar bei uns in der Eifel erlebe, mit welcher Respektlosigkeit –  sogar schon von Schülern – der Polizei manchmal begegnet wird, wie wir beleidigt, angespuckt oder angegriffen werden. Das habe ich bis vor wenigen Jahren nicht für möglich gehalten.“