Frauen aus der Region gestalten Kreuzwegstationen für die Misereor-Fastenaktion 2020.

Kirche : Ein besonderer Blick auf das Leben

Frauen aus der Eifel, dem Saarland und vom Rhein haben in einem Workshop mit dem Künstler Uwe Appold Kreuzwegstationen für die Misereor-Fastenaktion 2020 gestaltet. Die Idee hatte der Hillesheimer Pfarrer Andreas Paul.

(bb) Simon von Cyrene wird von einem Trupp römischer Soldaten gezwungen, das Kreuz des verurteilten Jesus von Nazareth eine Strecke weit zu tragen: Diese Szene steht in den Evangelien, und sie findet sich als fünfte in den traditionellen 14 christlichen Kreuzwegstationen wieder.

   Bevor jetzt der Künstler Uwe Appold (siehe Hintergrund) in Hillesheim einen Workshop zur Gestaltung von Kreuzwegstationen hielt, war Beate Monzel die Szene mit Simon von Cyrene per Losverfahren zugefallen.

„So konnte ich mich schon vor dem Workshop mit der Gestalt des Simon und mit seinem Tun auseinandersetzen“, erzählt sie dem TV. Nun neigt sich die zweitägige Veranstaltung dem Ende zu, und das Kreuzwegbild der 48-jährigen Familienfrau und Notfallsanitäterin aus Hillesheim liegt fertig auf dem Tisch vor ihr. Es ist - wie alle anderen Bilder auch – eine mit Acryl bemalte quadratische Leinwand, 50 mal 50 Zentimeter groß, von sparsamer Formensprache geprägt. Um die eingangs beschriebene Szene zu gestalten, hat Beate Monzel sich für  ein T-förmiges Kreuz auf grünem Grund und die für „Christus“ stehenden Zeichen I und X (Jota und Chi) entschieden sowie für zwei Hände, von denen die Linke Erde trägt. „Erde ist elementar“, erklärt sie. „Darauf stehen wir. Sie trägt uns“, sagt sie.

   Sie male gern, sei aber keine große Künstlerin, meint Beate Monzel. So habe sie auch etwas Bedenkzeit benötigt, als Pfarrer Paul sie als Teilnehmerin für den Workshop habe gewinnen wollen.

Letztlich überzeugt habe sie die Aussicht, mit dem Künstler des diesjährigen Misereor-Hungertuchs zusammenzuarbeiten. „Uwe Appolds Hungertuch war während der Fastenzeit in der Pfarrkirche zu sehen, und Pfarrer Paul hat es in mehreren Predigten thematisiert. Es hat mir sehr gefallen und mich sehr berührt“, erinnert sie sich. Dass ihr Bild als Illustration des Misereor-Erwachsenen-Kreuzwegs in der Fastenzeit 2020 landauf, landab zu sehen sein werde, könne sie noch gar nicht fassen, sagt Beate Monzel mit Blick darauf, dass die Kunstwerke aus dem Hillesheimer Workshop fotografiert und, ergänzt um Texte von Misereor, als auflagenstärkstes Produkt der Bischöflichen Hilfsorganisation publiziert werden.

   Im Dezember ist in Aachen eine Ausstellung mit den Originalen im Rahmen der Eröffnung der Fastenaktion geplant – in Anwesenheit von Beate Monzel und den weiteren Teilnehmerinnen (siehe Info). Allesamt Frauen! „Frauen haben einen besonderen Blick auf das Leben und die Gemeinschaft“, nennt Uwe Appold als einen Grund für die Entscheidung, die Kreuzwegstationen von Frauen gestalten zu lassen. Den Hillesheimer Workshop-Teilnehmerinnen sagt er: „Ich habe Euch viel zugemutet. Ihr habt gerungen und mir Euer Vertrauen geschenkt. Dafür danke ich. Und appelliere: Malt weiter!“

   Dass der Frauen-Workshop mit dem Misereor-Hungertuch-Künstler ausgerechnet in Hillesheim über die Bühne ging, war kein Zufall. Denn Pfarrer Andreas Paul ist seit 2017 als Referent bei Misereor tätig, und zwar in der Abteilung Bildung und Pastoral, Team Fastenaktion.

So lernte er Uwe Appold persönlich kennen und erfuhr von seinen Workshops. Weil Pfarrer Paul zudem der geistliche Begleiter des Trierer Diözesanverbands der kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) ist, nutzte er auch diese Kontakte und führte das Projekt Misereor-Kreuzweg und die Frauen zusammen.

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