Freie Bahn fürs Flutlicht?

Freie Bahn fürs Flutlicht?

GEROLSTEIN. Nägel mit Köpfen: Gleich in der ersten Sitzung des Stadtrats Gerolstein 2006 sollen Grundsatzbeschlüsse zu den Dauerbrennern "Flutlicht am Sportplatz Lissingen" und "Leichenhalle auf dem Waldfriedhof" gefasst werden – jeweils auf Antrag der WG Möller.

Ursprünglich sollte die erste Sitzung des Stadtrats Gerolstein in diesem Jahr (Donnerstag, 16. Februar, um 18 Uhr im Rathaus) eine kurze und wenig spektakuläre Angelegenheit werden. Vorgesehen waren erneute Abstimmungen über den Bebauungsplan Sarresdorfer Straße, die Zustimmung der Stadt zum Flächennutzungsplan sowie Einwohnerfragen und Mitteilungen des Stadtbürgermeisters. Nun aber wurde die Tagesordnung auf Antrag der Wählergruppe (WG) Möller um drei interessante Punkte erweitert.Anträge sind auf Zustimmung gestoßen

"Es kann doch nicht sein, dass wir bei den vielen wichtigen Themen, die nach wie vor ungelöst sind, so eine Lari-Fari-Sitzung abhalten wollen", begründete Hans-Joachim Stief, Fraktionsvorsitzender der WG Möller, die Anträge. Sie wurden allesamt beim jüngsten Gespräch des Stadtbürgermeisters mit den Beigeordneten und den Vorsitzenden der Stadtratsfraktionen angenommen. Bau einer Leichen- und Einsegnungshalle auf dem Waldfriedhof: Die WG Möller möchte mit einem Grundsatzbeschluss sicher stellen, dass das Vorhaben nun endlich realisiert wird. Zunächst scheiterte das Projekt daran, dass die erste Planung Baukosten von 1,3 Millionen Euro vorsah. Dies erschien dem Stadtrat dann doch zu teuer. Und auch gegen die überarbeitete Version, die immer noch von Kosten von einer halben Million Euro ausging, legte die Kommunalaufsicht ihr Veto ein. Danach sorgten formale Fehler für eine weitere Verzögerung, und letztlich wurde wegen prognostizierter Gewerbesteuereinbrüche das Vorhaben komplett aus dem Etat für 2006 herausgenommen. Gleichzeitig aber kamen die Fraktionen überein, dieses Jahr für eine sorgfältige Planung zu nutzen. So sagte auch Stadtbürgermeister Karl-Heinz Schwartz bei einer früheren Unterredung zum Thema Leichenhalle dem TV: "Bis Anfang 2006 muss geklärt sein, wie wir das Vorhaben in die Tat umsetzen wollen, und bis zur Sommerpause muss die Planung stehen." Denn bis 15. Oktober müssen die Förderanträge beim Land eingegangen sein, damit 2007 gebaut werden kann. Doch ohne den Antrag der WG Möller wäre das Thema nicht auf der ersten Stadtratssitzung 2006 behandelt worden. Der wiederum sieht bereits eine konkrete Vorstellung vor. Die Kosten: "Wir schlagen einen gedeckelten Betrag von alles in allem 420 000 Euro für eine Leichen- und Einsegnungshalle vor", sagt Stief. Zur Vorgehensweise werden zwei Varianten vorgeschlagen: Entweder übernehmen die Baufachleute im Gerolsteiner Rathaus die Planung und Bauüberwachung des Vorhabens. Oder es wird unter den Gerolsteiner Architekten ein Ideenwettbewerb veranstaltet. Stadtbürgermeister Schwartz allerdings gab sich, als die Idee schon einmal aufgeworfen wurde, kritisch. Er sagte: "Wenn wir einen Wettbewerb machen, muss das in Zukunft bei allen Maßnahmen so gehandhabt werden. Entweder bei allen oder bei keinem."Flutlicht: Jetzt soll alles schnell gehen

Flutlichtanlage für den Sportplatz in Lissingen: Der Stadtrat soll nach der erzielten Einigung des Sportvereins Gerolstein, des Sportvereins Lissingen und der Stadt Gerolstein über die Nutzung des Hartplatzes in Lissingen (der TV berichtete) nun auch den Bau einer Flutlichtanlage formal beschließen. Das erforderliche Geld soll im Nachtragshaushalt für dieses Jahr bereit gestellt werden. Eine spitze Bemerkung zu diesem Thema kann sich Stief aber nicht verkneifen: "Ich bin froh, das die Angelegenheit nun so gut wie vom Tisch ist. Doch dass der Erfolg nun auch Stadtbürgermeister Schwartz und SPD-Mann Lux zugeschrieben wird, ist ein Witz. Die haben sich doch bis zuletzt erbittert dagegen gewehrt." Laut Stief haben die Arbeit, die letztlich zum Erfolg führte, vor allem die WG Möller und der ehemalige SV-Abteilungsleiter Willi Ludowicy geleistet. Polizeistandort Gerolstein: Auf Antrag der WG Möller soll sich die Stadt darum bemühen, dass die Bundespolizei, die sich unlängst in Prüm angesiedelt hat, auch in Gerolstein eine Außenstelle installiert. Stiefs Begründung: "Die Sicherung von Bahnanlagen fällt in die Zuständigkeit der Bundespolizei, und Gerolstein hat den größten Bahnhof in der Region."

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