Frieden, ja aber...

DAUN. (red) Kontrovers verlief die vom "Forum Eine Welt" organisierte Podiumsdiskussion zum israelisch-arabischen Konflikt.

Moderiert von Maria Gaul, Geschichtslehrerin am Thomas-Morus-Gymnasium, debattierten Abdul M. Husseini, aus Fernsehen und Printmedien bekannter Nahostexperte, und Daniel Botmann, Vorstandsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Trier, miteinander. Viele Zuhörer verfolgten den Disput. Gemäßigt im Ton und bemüht, gegenseitige Provokationen zu vermeiden, trugen Botmann und Husseini ihre Standpunkte vor. Husseini erinnerte daran, dass die Situation der Juden in der arabischen Welt über Jahrhunderte von Toleranz und gegenseitigem Respekt geprägt war, und dass erst die Verfolgung der Juden in Europa - besonders im Nationalsozialismus - und die Staatsgründung Israels den Konflikt zwischen Arabern und Juden ausgelöst habe. Die israelische Besetzung und die Unterdrückung von Palästinensern habe inzwischen in allen arabischen Ländern zu antiisraelischen und antijüdischen Tendenzen geführt, die zu einem Flächenbrand in der Region führen könne. Nach dem Scheitern des israelisch-palästinensischen Friedensprozesses sieht Husseini keine Chance mehr für eine Zwei-Staaten-Lösung im Heiligen Land. Seine Hoffnung liegt in einer langfristigen Entwicklung zu einem gemeinsamen demokratischen Staatswesen, in dem Juden und Araber mit gleichen Rechten leben können. Auf keinen Fall sei Gewalt ein Mittel der Konfliktlösung. Daniel Botmann sprach von einem "Gefühl der Ausweglosigkeit" auf beiden Seiten und machte deutlich, dass für ihn eine israelisch-arabische Aussöhnung schwer vorstellbar ist, solange der Terror der palästinensischen Selbstmordattentäter andauere. Ziel ist für ihn eine Zwei-Staaten-Lösung. Dafür wäre ein israelisches Entgegenkommen bei der Frage des Status von Jerusalem und in der Grenzfrage bei gleichzeitigem Verzicht der Palästinenser auf die Rückkehr aller Flüchtlinge eine gute Grundlage."Wo sind die Friedensdemos auf arabischer Seite?"

Auch das Publikum beteiligte sich an der Diskussion. Ein junger Israeli äußerte Zweifel an der Friedensbereitschaft der Palästinenser: "Die israelische Friedensbewegung ist sehr stark. Aber wo gibt es Friedensdemos auf arabischer Seite?" Ein junger Palästinenser berichtete von Demütigungen, die seine Landsleute in den besetzten Gebieten erfahren: Ausgangssperren, Militärkontrollen, Arbeitslosigkeit und Hunger erzeugten Verzweiflung und Hass. Die Mehrheit der Palästinenser sei für den Frieden, und es gebe nach wie vor auch Kontakte zwischen Israelis und Palästinensern sowohl im geschäftlichen wie privaten Bereich.

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