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Frühere Dauner Brotfabrik hat neuen Besitzer

Immobilien : Frühere Brotfabrik hat neuen Besitzer

Die Eifelion GmbH ist Eigentümerin der seit 2015 überwiegend leerstehenden ehemaligen Brotfabrik. Doch noch bleibt spannend, was daraus wird.

Die besondere „Berliner Luft“, die über der Kreisstadt Daun lag, wenn das beliebte Gebäck im Alten Weg hergestellt wurde, hat so mancher Dauner noch in der Nase, ist aber schon längst Geschichte. Vor vier Jahren, im Februar 2015, wurde die Produktion aller Erzeugnisse eingestellt, Ende des Kapitels „Brotfabrik in Daun“ nach mehr als 60 Jahren.

Im Herbst 2014 hatte Aldi die Lieferverträge für die Berliner gekündigt, der Großbäckerei gingen 2,5 Millionen Euro im Monat verloren – rund 80 Prozent des Umsatzes. Die Folge: Insolvenz. Wie schon im Jahr zuvor, nur damals konnte die Brotfabrik, wie sie in der Kreisstadt  stets genannt wurde, gerettet werdenn. 2015 verloren 84 Beschäftigte  ihre Arbeit, der größte Teil fand aber wieder einen Job.

Für Frank Bachhausen hingegen war das Kapitel Brotfabrik nach der Schließung noch nicht geschlossen. Ihm gehörte sie bis 2008, dann verkaufte er das Unternehmen an die Firma Stauffenberg, die sieben Jahre in Daun produzierte. Bachhausen hatte die Produktpalette um Berliner und Brötchen erweitert. Mit großem Erfolg: Vor allem die Krapfen wurden zu einem Verkaufsschlager aus Daun, besonders gefragt in der Karnevalssession. In der heißen Phase der fünften Jahreszeit wurden täglich gut eine halbe Million Berliner produziert.

Nun hat er die gesamte Immobilie an die Eifelion GmbH, die zur Firmengruppe des Dauner Unternehmers Peter Lepper gehört, veräußert. „Der Verkauf ist noch nicht komplett abgewickelt“, informiert Eifelion-Geschäftsführerin Marita Schmitt über den Stand der Dinge, „das wird erst im Laufe des Frühjahrs vollzogen.“ Wie viel für den Kauf investiert wurde, was genau auf dem Areal neu entsteht oder wie die existierenden Gebäude umgenutzt werden, will sie noch nicht verraten. „Wir haben in und um Daun mehrere neue Engagements. Alles will sorgfältig geplant werden, man kann nicht alles gleichzeitig machen“, erläutert sie, warum die neue Eigentümerin nicht öffentlich über die Zukunft der Brotfabrik redet. Auch wann es neues Leben in den Mauern gibt, sei nicht spruchreif.

Ein „neues Engagement“ von Eifelion: das sogenannte Thomas-Morus-Carré. Auf dem Gelände der 2017 abgerissenen Thomas-Morus-Kirche wollte Claus Schlösser, Investor aus Saarbrücken mit Eifeler Wurzeln, vier Häuser mit zusammen 50 Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen errichten. In zwei Gebäuden sollte betreutes Wohnen angeboten werden. Aber im Herbst vergangenen Jahres verkündete Schlössers Firma Wohnkonzept, das 13,3-Millionen-Euro-Projekt nicht weiter zu verfolgen, sondern an die Firma Eifelion zu verkaufen. Die will nun eine „generationsübergreifende Wohnanlage mit 53 Wohnheiten“ schaffen, wie auf dem Schild am Baugelände zu lesen ist.

In den vergangenen Monaten hatten mehrere Kulturschaffende Interesse bezeugt, aus der einstigen Großbäckerei ein Kulturzentrum zu machen. Bachhausen-Tochter Petra Westerhorstmann-Hartnigk, Geschäftsführerin der Westerhorstmann Bachhausen Immobilien GmbH, sagt nur: „Wir sind überzeugt, dass etwas Gutes entsteht, denn natürlich war der Abschied von der Brotfabrik für unsere Familie auch emotional. Wir mussten loslassen, doch wir haben schon darauf geachtet, dass daraus etwas Sinnvolles wird. “ Der Wunsch nach Kultur in der Brotfabrik war auf Grund von Gesprächen mit entsprechenden Interessenten bekannt, aber: „Um alles zu erhalten, musste jemand her, der die Gesamtheit kauft oder mietet und nicht nur Teile. Das ist nun gegeben.“